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Tegernseer Hof muss Hotel- und Gastrobetrieb bleiben

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Von: Gerti Reichl

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Verwaist: Im Tegernseer Hof gibt es derzeit keine Bewirtungsmöglichkeit.
Verwaist: Im Tegernseer Hof gibt es derzeit keine Bewirtungsmöglichkeit. © Thomas Plettenberg

Die Gemeinde Gmund sorgt sich um die Zukunft des Tegernseer Hofs in Finsterwald. Deshalb wird das Gebiet jetzt per Bebauungsplan für die Gastro- und Hotelnutzung gesichert.

Gmund - Der Tourismus am Tegernsee brummt, die Wirtshäuser und Restaurants sind voll. Da wird der Tegernseer Hof in Finsterwald von vielen Ausflüglern und auch Einheimischen schmerzlich vermisst. Wirtshaus und Biergarten sind noch immer geschlossen, sie hatten selbst nach dem zweiten Corona-Lockdown im Sommer nicht wieder aufgesperrt. Personalmangel war die offizielle Begründung von Inhaber Kristian Nicol Worbs, der mit seiner Familie den Tegernseer Hof betreibt.

Offenbar steckt jedoch die Absicht dahinter, das komplette Objekt verkaufen zu wollen. Worbs, Chef der Aureus Immobilien und Anlagen GmbH, der das Anwesen vor fünf Jahren von Bräustüberl-Wirt Peter Hubert erworben hatte, hat die Verkaufsgerüchte zuletzt im September zumindest nicht dementiert. Seine 2020 vorgestellten Pläne für die Erweiterung des Hotels um einen Neubau mit 23 Zimmern – derzeit hat das immer noch geöffnete Hotel 18 Zimmer – hat Worbs bisher nicht vorangetrieben.

Zukunft des Tegernseer Hofs: Bebauungsplan für komplettes Areal

Der Gemeinde ist die offene und ungewisse Zukunft des Tegernseer Hofs nicht ganz geheuer. Um zu verhindern, dass neue Pläne geschmiedet oder sogar Wohnungen gebaut werden könnten, hat der Bauausschuss jetzt bei seiner Sitzung beschlossen, einen Bebauungsplan aufzustellen, in dem der komplette Bereich, inklusive Parkplatz, als Sondergebiet „Hotel“ festgesetzt wird. Bisher wären auch Wohnungen möglich, denn das Grundstück liegt in einem ausgewiesenen Dorfgebiet, wie Bauamtsleiterin Christine Wild erklärte. Auch mit der Aufnahme des Parkplatzes geht die Gemeinde auf Nummer sicher. „Er stellt bisher eine Baulücke dar“, sagte Wild. Um den Tegernseer Hof für den Tourismus und aus städtebaulichen Gründen zu sichern, sei der Bebauungsplan nötig, erklärte Wild.

„Wir sind uns einig, dass wir Hotel- und Gaststättenbetrieb gesichert haben wollen“, sagte auch Bürgermeister Alfons Besel (FWG). Den Betrieb könne Finsterwald gut brauchen. Der Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan sei wichtig, „um einen Fuß in der Türe zu haben für anderweitige Überlegungen“, so Besel. Zudem könnten damit sämtliche Belange, auch die der Nachbarn abgewogen werden.

Gemeinde sichert Nutzung des Tegernseer Hofs: „Erhalt fundamental für Gmund“

Für die Mitglieder des Gremiums gab es nichts hinzuzufügen. Einstimmig verabschiedeten sie einen ausführlichen Beschluss. Demnach soll durch den Bebauungsplan sichergestellt werden, dass die Nutzungen als Gastronomie sowie für einen Beherbergungsbetrieb festgeschrieben sind. Der mehrere Grundstücke umfassende Bereich soll zum Sondergebiet „Hotel“ werden. Die Beibehaltung der Nutzung sei auf Grund des großen Gebäudebestands und der exponierten Lage städtebaulich unverzichtbar, auch für die Weiterentwicklung der Gemeinde im touristischen Bereich sei der Erhalt des Beherbergungsbetriebs fundamental, heißt es in der Begründung.

Auch auf eine vorliegende Baugenehmigung für ein separates Gebäude mit Tiefgarage und neue Überlegungen für einen rechtwinkligen Anbau wird Bezug genommen. Hier hält die Gemeinde wegen eines nahen Bachs und der angrenzenden Wohnnutzung eine Prüfung, auch wasserrechtlicher und immissionsschutzrechtlicher Aspekte für nötig.

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