Tegernseer Hof in Finsterwald weiterhin geschlossen
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Der Gasthof samt Biergarten hat nach dem Corona-Lockdown bisher nicht wieder eröffnet.

Inhaber bezieht Stellung

Tegernseer Hof noch immer geschlossen: Verkaufsgerüchte machen die Runde

  • Gerti Reichl
    VonGerti Reichl
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Während Einheimische, Ausflügler und Urlauber die Lokale und Biergärten im Tegernseer Tal stürmen, sind im Tegernseer Hof in Gmund-Finsterwald immer noch die Lichter aus. Das heizt viele Gerüchte an.

Finsterwald – Es ist nicht wegzudiskutieren: Mehrere Monate Zwangsschließung wegen Corona haben vielerorts das Personal in den Wirtshäusern in die Flucht geschlagen. Andere Jobs, etwa im Einzelhandel, erschienen manchen Köchen, Kellnern und Servicekräften als das beste Rezept, um Verdienstausfällen wegen einer weiter unsicheren Coronalage zu entfliehen.

Wirtsleuten schlägt der Personalmangel zwar immer noch auf den Magen, doch angesichts voller Gasthäuser scheint sich die Lage zu entspannen. Nicht so im Tegernseer Hof. Noch immer ist das altbayerische Wirtshaus geschlossen. Mit der Zusicherung, sie nach dem Ende des Lockdowns wieder einzustellen, hatte der Familienbetrieb seine Mitarbeiter zu Beginn der Pandemie entlassen. Dieses Spiel wiederholte sich beim zweiten Lockdown mit der Folge: Zur eigentlich möglichen Öffnung im Sommer fehlte das Personal. Die Gastronomie im Tegernseer Hof blieb geschlossen – und ist es bis heute.

Viele Gäste bedauern den Wegfall des Biergartens

Unter das Bedauern der Gäste wegen des Verlusts eines eigentlich „griabigen“ Biergartens, mischen sich seither Gerüchte. Es heißt, Kristian Nicol Worbs, Chef der Aureus Immobilien und Anlagen GmbH, der das Anwesen 2016 von Bräustüberl-Wirt Peter Hubert erworben hatte, wolle gar nicht wieder aufsperren, sondern die Immobilie eigentlich verkaufen.

Was ist dran an den Gerüchten? „Die Personaldebatten sind nicht vorgeschoben, sondern es ist echt schwierig, das sagen auch andere Gastronomen und Hoteliers im Tal, mit denen ich gesprochen habe“, so Worbs auf Nachfrage. „Ich habe mir dann gesagt: Nun gut, es ist halt so, und Corona ist ja auch noch nicht vorüber.“ Sicherlich sei derzeit viel los im Tal, räumt Worbs ein, „und die Gastronomie, die aufhat, funktioniert offenbar auch“. Dann verweist er darauf, dass sein Hotel mit 18 Zimmern geöffnet habe. „Es ist gut belegt, ja fast immer ausgebucht.“ Übernachtung mit Frühstück könne von den Familienmitgliedern gut bewerkstelligt werden.

Inhaber Worbs bezieht zu Verkaufsgerüchten Stellung

Was das Wirtshaus betrifft, so könne er noch nicht absehen, wann es wieder öffnen werde. Und die Verkaufsgerüchte? „Im Tegernseer Tal herrscht eine irre Nachfrage nach Immobilien, da kommen einfach Leute und fragen, ob sie kaufen können. Was wegen der Preisentwicklung auch logisch und nachvollziehbar ist“, sagt Worbs. Ja, es habe verschiedene Anfragen gegeben, „aber die hab’ ich alle wieder weggeschickt“.

Kaufinteressenten klopfen bisweilen auch im Rathaus an

Er wisse auch, dass Interessenten inzwischen auch im Rathaus aufschlagen, um sich zu erkundigen, ob der Tegernseer Hof zu kaufen sei, was Bürgermeister Alfons Besel bestätigt. „Es handelt sich um einen Traditions-Gasthof, der seinen festen Platz in der Gemeinde hat“, kommentiert Besel das Geschehen. Was bedeutet, dass die Gemeinde an der Fremdenverkehrsnutzung festhalten werde. Worbs, mit dem der Bürgermeister immer wieder im Gespräch sei, stellt zugleich klar, dass der Hotelbetrieb weiter laufen werde wie bisher, „auch wenn man mit 18 Zimmern keinen großen Blumentopf gewinnen kann“. Was die Gastro betrifft, so sei er am Überlegen und Planen. Die Größe mit 350 Sitzplätzen innen und 450 draußen sei eben schwierig – auch wegen der Konkurrenz im Ort.

Geplante Hotel-Erweiterung: Inhaber will abwarten

Was ist mit den Hotelplänen, die Worbs dem Gmunder Bauausschuss im November 2020 präsentiert hat? Von 23 weiteren Zimmern war die Rede. „Es ist gerade keine gute Zeit, um sich mit Expansionsplänen festzulegen“, findet Worbs und verweist auf die bevorstehende Bundestagswahl, auf Corona und ständig neue Auflagen. „Die Pläne liegen da, wir entwickeln sie gedanklich weiter und warten mal das nächste Jahr ab.“ Allerdings: Wenn das richtige Angebot käme, würde er natürlich Gespräche führen.

Einige der großen Player am Tegernsee haben offenbar in einer ersten Runde schon abgewunken. Korbinian Kohler, der sein Bachmair Weissach Imperium beständig erweitert, gehört dazu. „Wir sind aktuell nicht in Kaufverhandlungen“, formuliert er auf Nachfrage mit Bedacht.

gr

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