Lint-Zug der Bayerischen Regiobahn
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Künftig vielleicht wirklich leiser: Lint-Zug der BRB.

Bayerische Regiobahn

Testzug mit Absorberringen unterwegs – Der erste Eindruck ist positiv

Auf den Absorberringen ruht viel Hoffnung lärmgeplagter Bahnanlieger. Nun war erstmals ein damit ausgestatteter Lint-Zug unterwegs. Ergebnis: Die Hoffnung auf Besserung ist berechtigt.

Gmund/Holzkirchen – Die ersten Versuche klangen vielversprechen – nämlich leise. An zwei Tagen war vergangene Woche ein mit Absorberringen ausgestatteter Lint-Zug der Bayerischen Regiobahn (BRB) unterwegs. Und wie Arnulf Schuchmann, Technischer Geschäftsführer der BRB, auf Anfrage mitteilt, waren die Tests „wirklich positiv“. Heißt: Die neuen Räder an den Zügen waren merklich leiser als die herkömmlichen Exemplare. Sollte sich dieser Eindruck bei weiteren Tests verfestigen und die Politik sowie die Bayerische Eisenbahngesellschaft die Finanzierung zusagen, könnte die gesamte Flotte der BRB – 31 Triebwagen – mit den Flüsterrädern ausgestattet werden. Die Umrüstung, so schätzt Schuchmann, würde aber rund ein Jahr dauern.

Spurkranzschmieranlage in Gmund hat merkliche Besserung gebracht

Seit dem ersten großen Aufschrei wegen der quietschenden Lint-Züge ist einiges passiert. Dies räumt auch die Kritikerseite ein. Rudi Probst aus Gmund von der Initiative „Endstation Lint“ etwa lobt ausdrücklich die Spurkranzschmieranlage, die die Tegernsee Bahn als Infrastrukturbetreiberin inzwischen am Gmunder Bogen installiert hat. „Das Kreischen ist weg“, sagt Probst. Gern hätten er und seine Mitstreiter nachgehört, ob auch die Absorberringe in den Rädern die Lärmbelästigung reduzieren. „Es wäre schön, wenn wir das gemeinsam mit der BRB beobachten könnten.“ Doch dem erteilt Schuchmann eine Absage. Zum einen wären ein paar Sicherheitshürden zu überwinden. Zum anderen, daraus macht der Eisenbahner kaum einen Hehl, ist die Lust überschaubar, sich mit jenen Personen, die laut und beständig – und aus Sicht der BRB teils auch unsachgemäß – Kritik üben, stundenlang ans Gleis zu stellen.

Aktuell werden Schienen und Gleisbett auf Vordermann gebracht

Zumindest, was dem Lärm-Hotspot Gmund betrifft, ist diese Woche kein Bahnverkehr zu hören. Die Tegernsee Bahn bringt auf diversen Abschnitten Schienen und Gleisbett auf Vordermann. Auch das wird sich Schuchmanns Einschätzung zufolge auf die Akustik der Züge auswirken. Wie genau, muss sich im Betrieb herausstellen. Übrigens hat die DB Netz AG, der die restlichen Strecken im Oberlandnetz gehören, am Bahnhof in Schaftlach Hand angelegt. Dieser Tage sollen die dortigen Schäden (wir berichteten) beseitigt sein.

Bis alle Züge mit Absorberringen ausgestattet sind, kann es noch länger dauern

Der jetzt mit den Absorberringen ausgestattete Zug war noch ohne Fahrgäste unterwegs. Erst muss die bauliche Neuerung beim Eisenbahnbundesamt angezeigt werden, und dazu braucht es Schuchmann zufolge noch ein entsprechendes Gutachten. Die Ringe verhindern Schwingungen in den Rädern. Vereinfacht gesagt ist das wie eine Glocke, die nicht klingt, wenn man sie anschlägt. Die Räder werden im Ruhrgebiet gefertigt und auf Achsen montiert, die die BRB erst dorthin schicken muss. Über einen Tauschsatz (16 Achsen) verfügt der Bahnbetreiber, zwei bis drei Tage dauern Ein- und Ausbau. Bis die 30 weiteren Triebwagen umgerüstet sind, dauert es entsprechend. Und gebaut werden müssen die 480 Räder ja auch erst mal.

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