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Viele Katzen und Hunde, aber auch exotische Bewohner wie eine Bartagame beherbergte das Tierheim Rottach-Egern im Jahr 2017. 

Vorsitzende schaut auf bewegtes Jahr zurück

Tierschutzverein: Verfolgung von Missständen kostet Zeit und Nerven

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Wenn ein Tier im Landkreis nicht artgerecht gehalten oder gar gequält wird, schreitet der Tierschutzverein Tegernseer Tal ein. Die Verfolgung von Missständen, sagt die Vorsitzende, kostet viel Zeit und Nerven.

Gmund – Der laufende Tierheim-Betrieb in Rottach-Egern ist das eine. Der Tierschutzverein Tegernseer Tal ist aber noch an vielen anderen Fronten gefordert. Besonders zeitaufwendig, erklärt Vorsitzende Johanna Ecker-Schotte, sei die Verfolgung von Missständen. „Das kostet uns viele Nerven“, sagt die Rottacherin, die nun ihre Mitglieder zur Jahreshauptversammlung in den Gmunder Gasthof Köck geladen hatte.

Allein 16 Missstands-Anzeigen hat der Verein im vergangenen Jahr erstattet. Unter anderem wurden drei Hunde im Landkreis auf Betreiben des Vereins von ihren Besitzern abgegeben. Häufig sind die Tierschützer auf die Unterstützung von Veterinäramt und Polizei angewiesen. Die Zusammenarbeit mit der Wiesseer Inspektion bezeichnet Ecker-Schotte als ausgesprochen gut. „Die sind immer bemüht, uns zu helfen.“

Besonders negativ aufgefallen sei dem Verein die Tatsache, dass es jüngst vermehrt zu Angriffen von frei laufenden Hunden auf Wildtiere gekommen ist. Im März hatte die Vorsitzende selbst ein gerissenes Reh am Tegernsee entdeckt. Der Verein will sich der Problematik nun annehmen, kündigt die Rottacherin an. „Wir werden Aufklärung betreiben.“

Was das Tierheim angeht, so läuft der Betrieb laut Ecker-Schotte derzeit reibungslos. Seit April wird Tierheimleiter Markus Glanz von seinem neuen Stellvertreter Thomas Doreth unterstützt. Auch die notwendige Sanierung der Katzenquarantäne- und der Krankenstation konnte mittlerweile abgeschlossen werden. Zudem wurde die neue Voliere winterfest gemacht.

Trotz dieser Investitionen und der laufenden Tierarzt- und Futterkosten in Höhe von 33 000 Euro erwirtschaftete der Verein im vergangenen Jahr einen Überschuss in Höhe von knapp 40 000 Euro, berichtet Ecker-Schotte. „Das ist unserer umsichtigen Haushaltsführung zu verdanken.“ Zudem wird der Verein von Spendern und Förderern wie der Otto-Kärner-Stiftung unterstützt und sorgt durch die Unterbringung von Pensionstieren für eigene Einnahmen.

Lesen Sie auch: Tierdrama am Schliersee: Kutschpferde fristen grausames Dasein

Mit 26 Tieren ist die Einrichtung in den Weissachauen ins Jahr 2017 gestartet. Im Laufe des Jahres wurden 105 Fundtiere – sowohl Haus- als auch Wildtiere – in dem Domizil abgegeben. Darunter waren auch einige Exoten, etwa eine Bartagame und drei Wasserschildkröten. „Sogar ein Murmeltier-Baby haben wir als Findling bekommen – das ist uns aber ausgebüchst“, erzählt die Vorsitzende. Zudem fanden 22 Vögel Unterschlupf im Tierheim, darunter sogar ein Schwan. Insgesamt 65 Schützlinge konnten Leiter Markus Glanz und sein Team an neue Besitzer vermitteln. Auch eine Gruppe an Wildkatzen, die lange Zeit nicht zu vermitteln war, konnte an „zwei Traumplätze“ (Ecker-Schotte) abgegeben werden.

Nach dem Bericht der Vorsitzenden hörten die rund 50 anwesenden Mitglieder noch einen Vortrag des Warngauers Henning Fromm. Er stellte die Frage in den Raum: „Was können wir für unsere Bienen tun?“.

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