Radfahrer zwischen Hausham und Gmund bekommen einen eigenen Weg, der in diesem Bereich rechts von der Staatsstraße verläuft. Die Bushaltestelle wird um 200 Meter Richtung Hausham verlegt.
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Radfahrer zwischen Hausham und Gmund bekommen einen eigenen Weg, der in diesem Bereich rechts von der Staatsstraße verläuft. Die Bushaltestelle wird um 200 Meter Richtung Hausham verlegt.

Gemeinschaftsprojekt kommt endlich in Fahrt

Trasse für Radweg von Gmund nach Hausham steht

  • Gerti Reichl
    VonGerti Reichl
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Seit über 20 Jahren ist die Rede von einem Radweg entlang der Staatsstraße zwischen Hausham und Gmund. Jetzt wurde dem Gmunder Gemeinderat eine Trasse präsentiert, die nun realisiert werden soll.

Gmund – Wer die Strecke zwischen Gmund und Hausham auf dem Fahrrad zurücklegen will, kann entweder auf der Staatsstraße 2076 strampeln, begleitet von viel Autoverkehr, oder den bergigen und kräftezehrenden Radwanderweg in Oedberg-Nähe nehmen. Schon 2018 hatten sich die Gemeinden Gmund und Hausham entschieden, in Gemeinschaftsarbeit einen Radweg zu bauen. Die Planung wurde gestartet mit einer Trasse, die ursprünglich über das Freizeitgelände Oedberg hätte führen sollen. Dass es nicht dazu kommt, hatte Bürgermeister Alfons Besel (FWG) bereits bei der Online-Bürgerversammlung angedeutet.

Erste Trasse verworfen - wegen zu vieler Baumfällungen

Jetzt wurde den Gemeinderäten die neue Trasse präsentiert und auch die Begründung für die Neuplanung: Untersuchungen, die im Rahmen des landschaftspflegerischen Begleitplans durchgeführt wurden, hätten ergeben, dass bei einem Ausbau des bestehenden Radwegs zahlreiche Bäume und Gehölze entlang des Weges und des Schußbachs hätten gefällt werden müssen. Diese Bäume seien aber „zentrale Elemente der als regional besonders schützenswert erachteten Haglandschaft“. Aus Sicht der Unteren Naturschutzbehörde sei dieser Konflikt so wesentlich, dass in der Gesamtabwägung eine andere Trasse als sinnvoller erscheint: ein Radweg auf der nördlichen Seite der Staatsstraße. „Der Eingriff hier ist geringer“, fasste Besel die Argumente zusammen. Zudem würden Alltagsradler ohnehin den Umweg über das Freizeitgelände vermeiden und weiterhin auf der Staatsstraße radeln.

Neuer Radweg von Gmund nach Hausham: Durchgängig 2,50 Meter breit

Folgendes ist nun geplant: Der asphaltierte und 2,50 Meter breite Weg soll durch einen mindestens 75 Zentimeter und maximal 1,75 Meter breiten Grünstreifen von der Straße getrennt sein. Er beginnt an der Abzweigung zur Ostiner Siedlung und verläuft bis zur bestehenden Bushaltestelle auf nördlicher Seite. Dieser Bushalt wird im Zuge der Baumaßnahmen um etwa 200 Meter nach Osten verlegt. Dort wechselt der Radweg mit einer Überquerungshilfe auf südliches Terrain und verläuft weiter bis zum ehemaligen Netto in Hausham. Von Baukosten für die 4,75 Kilometer lange Strecke, die auch im Bayerischen Radwegeprogramm enthalten ist, war noch nicht die Rede. Fest steht, dass der Freistaat für das Projekt aufkommt. Lediglich Planungskosten und Grundstückserwerb müssen von den Kommunen gestemmt werden. Besel berichtete, dass mit den betroffenen Grundeigentümern bereits „wohlwollende Gespräche“ geführt wurden. Konkrete Verhandlungen würden sich nun anschließen.

Franz von Preysing (CSU) äußerte sich zwar zufrieden, „dass endlich was weitergeht mit dem Radweg“. Auch die geplante Querungshilfe begrüßte er. Allerdings hielt er die Argumente für einen „totalen Wahnsinn“, dass einerseits Bäume nicht gefällt werden dürfen, andererseits nun aber zwischen Ostin und dem sogenannten Schuss 2500 Quadratmeter Boden versiegelt werden. Ja, es gebe auch bei dieser Trasse Eingriffe in die Natur, so der Planer, aber die seien abgestimmt mit der Naturschutzbehörde. In zwei bis drei Jahren, so hofft Besel, könnte der Weg verwirklicht sein.

Neue Infos zur Machbarkeitsstudie des Radschnellwegs von Otterfing nach Gmund

Im Warngauer Gemeinderat stand sie schon auf der Tagesordnung, jetzt wurde auch in Gmund die Machbarkeitsstudie für den Radschnellweg zwischen Otterfing und Gmund vorgestellt. Jonas Marwein von der Stuttgarter Bernard-Gruppe verschaffte per Video einen Überblick über die insgesamt 61 Trassenvarianten in neun Abschnitten und auf 80 Kilometern.

Rund elf Millionen Euro soll das Projekt kosten, die etwa 4,4 Kilometer Radweg auf Gmunder Terrain werden auf drei Millionen Euro geschätzt. Bund und Freistaat würden im Wesentlichen die Kosten für das „Leuchtturm-Projekt für die Region“ (Marwein) übernehmen.

In Gmund würde der Radweg immer einseitig entlang der B 318 verlaufen, wäre wegen des Begegnungsverkehrs 3,50 Meter breit. Bestehende Radwege könnten ausgebaut werden. Als alternative touristische Route sieht die Studie in Finsterwald einen einseitigen Schutzstreifen plus Tempo 30 im Ort vor.

Michael Huber (Grüne) war es wichtig, „visionär“ zu denken: „Wir müssen uns darauf einlassen, dass Radfahrer mehr Platz brauchen.“ Er forderte zugleich Konzepte zur Steuerung des Rad- und Rest-Verkehrs im Tal. Der Gemeinderat ermächtigte den Bürgermeister, weitere Planungen einzuleiten.  

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