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Fürs Trinkwasser müssen viele Gmunder Haushalte jetzt mehr bezahlen.  

Wasserversorgungsverein hat Preise erhöht

Trinkwasser in Gmund wird teurer

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Der Wasserversorgungsverein Gmund versorgt viele Haushalte in Gmund mit einwandfreiem Trinkwasser. Warum jetzt der Preis dafür erhöht wurde. 

Gmund – Wasserhahn auf, und schon sprudelt einwandfreies Trinkwasser. 550 Abnahmestellen in der Gemeinde Gmund, die inzwischen 6487 Einwohner hat, werden vom Wasserversorgungsverein (WVV) Gmund versorgt – Haushalte in Ostin, Seeglas, im Ortskern von Gmund sowie Teile der Bernöcker Siedlung. Darüber hinaus liefert der Verein sein Trinkwasser an den Wasserversorgungsverein Alt-Ostin, an die Gemeinde Gmund zur Versorgung von St. Quirin und die Papierfabrik Louisenthal, welche ihrerseits wiederum Anwesen im Mangfalltal bis hinunter zur Kläranlage versorgt.

Etwa 300 000 Liter Trinkwasser werden pro Jahr benötigt. Viel Geld muss der Verein investieren, damit diverse Brunnen, Pumpen, Hochbehälter und Leitungen auch in einwandfreiem Zustand sind. Angesichts etlicher Bauvorhaben musste der Verein jetzt den Wasserpreis von 85 Cent auf einen Euro pro Kubikmeter erhöhen. Zugleich stieg die Bauwasserpauschale von 75 auf 80 Euro, und auch die Wasserzählermiete wurde angehoben.

Trinkwasser für Gmund: Erinnerungen an eine „unglückliche Geschichte“

Thomas Kniegl ist seit 15 Jahren Vorsitzender des Vereins. Der 56-jährige Wirtschaftsingenieur arbeitet ehrenamtlich, schon seit Vater tat dies vor ihm. Auf ihm lasten die Verantwortung und die meiste Arbeit. 2018 traf es den Verein besonders hart: Wochenlang mussten Teile von Gmund, die vom WVV beliefert werden, ihr Trinkwasser abkochen. Der Grund war eine Verkeimung mit coliformen Bakterien und Enterokokken, verursacht durch „Ohrwuzler“ in der Kammer eines Hochbehälters in Ostin. Zudem musste das Wasser gechlort werden. „Eine unglückliche Geschichte, die nur höchst selten vorkommt“, erinnert sich Kniegl und versichert: „Jetzt ist alles wieder in Ordnung.“

Verschiedene Baumaßnahmen hätten zur Wasserpreiserhöhung geführt: Neben dem bereits erfolgten Zusammenschluss der Leitungen in der Seestraße und der Max-Obermayer-Straße in Gmund sowie der Erneuerung der Wasserleitung im Zuge des Ausbaus des Tölzer Bergs, ist die Sanierung des Hochbehälters in Ostin ein großer Posten. Bis Jahresende, so Kniegl, soll diese Maßnahme abgeschlossen sein. Auf längere Sicht sei eine Erneuerung jedoch unumgänglich. Kosten: rund eine Million Euro.

Im Brunnen II in Ostin sei eine Pumpe erneuert worden, zudem mussten dort auf Drängen des Gesundheitsamts Miesbach eine UV-Bestrahlungsanlage und ein Trübungssensor eingebaut werden. Der Neubau des Brunnens III sei so gut wie fertig. „Um ihn ans Netz anschließen zu können, fehlen noch die letzten Meter Rohre“, sagt Kniegl, der bei der jüngsten Jahreshauptversammlung des WVV ausführlich Bericht erstattete. Etwa informierte auch darüber, dass die Nitratbelastung bei 3,6 Milligramm pro Liter (mg/l) liege und damit erheblich unter dem maximal zulässigen Grenzwert von derzeit 50 mg/l.

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Trinkwasser für Gmund: Thomas Kniegl wieder gewählt

Bei der Versammlung wurde auch der Vorstand neu gewählt: Für weitere drei Jahre steht Thomas Kniegl nun an der Spitze, Hans Haslauer ist Stellvertreter und Kassier zugleich, Anna Hermann ist Schriftführerin.

Neben der Verantwortung, den ständig steigenden Anforderungen und dem hohen Verwaltungsaufwand, sorgt sich der 56-Jährige um den Nachwuchs im Verein. „Auf ewige Zeit kann ich es auch nicht machen“, sagt Kniegl und verweist auf die nötige Einarbeitungszeit eines Nachfolgers von „einer Amtsperiode“. Er hofft, dass sich technisch interessierte Mitglieder finden, die sich gerne engagieren. „Falls nicht, dann müsste es eines Tages die Gemeinde übernehmen.“

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gr

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