Die Schneekanonen am Oedberg in Ostin sind im Corona-Winter bereits in Betrieb.
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Die Schneekanonen am Oedberg in Ostin feuern bereits aus allen Rohren.

Schneekanonen in Betrieb

Trotz unsicherer Aussichten: Skigebiete am Tegernsee starten mit Beschneiung

  • Gabi Werner
    vonGabi Werner
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Die Liftbetreiber stehen wegen Corona vor einer unsicheren Saison. Trotzdem sind die meisten Schneekanonen bereits in Betrieb – am künstlichen Weiß soll die Ski- und Snowboardsaison nicht scheitern.

  • Die Liftbetreiber am Tegernsee wissen nicht, wann sie den Betrieb starten dürfen
  • Trotzdem wird überall bereits Kunstschnee produziert
  • Pisten-Präparierung beginnt erst, wenn Aussicht auf Wintersport ist

Tegernseer Tal – Wie die Skisaison im Corona-Winter 2020/2021 ablaufen wird, kann Georg Reisberger beim besten Willen nicht abschätzen. Eines aber weiß der Chef der Oedberglifte in Ostin/Gmund genau: „Wenn wir jetzt nicht beschneien, dann wird es ganz sicher keine Skisaison geben.“ Auch im Januar nicht, wenn die Regierung möglicherweise den Startschuss für den Wintersportbetrieb gibt.

Am Oedberg werden Schnee-Depots angelegt, um die Saison zu sichern

Reisberger und seine Mannschaft nutzen daher die derzeitigen Minustemperaturen und damit guten Bedingungen, um einen Grundstock an Kunstschnee zu produzieren. „Wir schneien auf Depot“, erläutert Reisberger. Heißt im Klartext: Der Schnee bleibt in Häufen liegen und wird zunächst nicht auf den Pisten verteilt. So habe man auch die besten Chancen, das künstliche Weiß über die Zeit zu retten, meint Reisberger, der aus Erfahrung weiß, dass er Witterungsbedingungen wie diese unbedingt nutzen muss: Denn die Zeitfenster für eine Beschneiung seien eher klein. Präpariert werden die Pisten in Ostin allerdings erst dann, wenn ein Saisonstart tatsächlich in Aussicht ist.

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Reisberger hofft natürlich, dass die – kostspielige – Produktion des Kunstschnees „nicht für die Katz’ ist“ und seine Lifte in absehbarer Zeit öffnen dürfen. Die Beschneiung sei ein unternehmerisches Risiko, das man derzeit ganz bewusst eingehe.

Auch am Spitzing wird beschneit: Die Bedingungen sind derzeit ideal

Auch die großen Skigebiete des Landkreises haben ihre Schneekanonen – trotz der diffusen Aussichten – in Betrieb genommen. „Die Konditionen fürs Beschneien sind momentan ideal“, erklärt Antonia Asenstorfer, Sprecherin des Alpen-Plus-Verbundes. So würden im Skigebiet Spitzingsee-Tegernsee wie üblich die Hauptabfahrten – sprich Sutten, Stümpfling und Rosskopf – mit Kunstschnee versorgt. Das Vorgehen ist im Prinzip das gleiche wie in Ostin: Auch im Spitzingsee-Gebiet werden vorläufig ausschließlich Schneedepots angelegt. „Die Pisten selbst werden erst hergerichtet, wenn sich abzeichnet, dass wir in Betrieb gehen können“, macht Asenstorfer klar.

Hoffnungen auf Skibetrieb in den Weihnachtsferien schwinden

Dass es dafür bisher keinen fixen Zeitpunkt gibt, mache den Bahn- und Liftbetreibern schwer zu schaffen, sagt die Pressesprecherin. „Das ist wirklich bitter für uns.“ Weder Betreiber und Personal noch die Hüttenwirte oder andere Leistungsträger wie Skiverleihe oder Skischulen wüssten derzeit, wie es weitergeht. An einen Ski- und Snowboardbetrieb während der Weihnachtsferien glauben mittlerweile die wenigsten mehr. „Die Hoffnung schwindet“, erklärt Asenstorfer. Dennoch wollen die Alpen-Plus-Skigebiete vorbereitet sein. Asenstorfer: „Wir wünschen uns sehr, dass wir wenigstens im Januar starten können.“ Bekomme man von der Regierung grünes Licht, brauche es allerdings noch vier bis fünf Tage Vorlaufzeit, ehe die Pisten endgültig bereit sind für die Brettlfans, macht die Sprecherin deutlich. Nicht nur die Abfahrten müssten dann schleunigst präpariert werden, auch die Pistenrandmarkierungen seien noch anzubringen.

Heuer gibt‘s zwei „Unbekannte“: das Wetter und Corona

Noch zurückhaltend mit der Beschneiung war bisher Sepp Kandlinger von den Hirschbergliften in Kreuth. Weil die Temperaturen aber anhaltend kalt waren, kündigte er am Mittwoch (2. Dezember) an, nun ebenfalls seine Beschneiungsanlage in Betrieb zu nehmen. „Der Boden ist jetzt besser durchgefroren“, erklärt der Liftbetreiber, der vorläufig ebenfalls auf eine Depot-Beschneiung setzt. Was die anstehende Wintersportsaison betrifft, so steht auch Kandlinger vor einem großen Fragezeichen. „Heuer gibt es zwei Unbekannte“, sagt er: das Wetter und Corona.

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