Ware im Wert von rund 1000 Euro bestellt

Unter falschem Namen geshoppt: Gmunder soll Amazon-Konto geklaut haben

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Er soll sich Daten einer Deggendorferin verschafft und damit bei Amazon eingekauft haben. Deshalb stand ein 42-jähriger Gmunder nun vor Gericht.

Gmund – Hat sich ein 42-jähriger Gmunder Zugriff auf das Amazon-Konto einer Deggendorferin verschafft und anschließend mehrer Bestellungen getätigt? Dieser Frage ging nun Richter Walter Leitner nach – noch ohne abschließendes Ergebnis.

Der Gmunder muss sich wegen Betrugs in mehreren Fällen vor dem Amtsgericht Miesbach verantworten. Mitte 2016 soll er sich Zugang zu den Daten einer Deggendorferin verschafft haben, eine E-Mail-Adresse in ihrem Namen eingerichtet und diese auf ihrem Amazon-Account hinterlegt haben. Sodann hat er laut Anklage mehrere Bestellungen mit einem Gesamtwert von knapp 1000 Euro getätigt. Diese wurden dann wiederum an eine Packstation in Berlin geliefert.

Verteidiger Frank Zahnert wurde gleich zu Beginn der Verhandlung deutlich: „Der Angeklagte bestreitet die Tat.“ Zudem wies er auf einige vermeintliche Ungereimtheiten hin. „Er hat keine Kinder“, sagte der Rechtsanwalt, womit er darauf anspielte, dass die Bestellungen auch Kinderspielzeug beinhalteten. „Und er war auch nicht in Berlin.“ Außerdem bestünde keinerlei Verbindung zu der Geschädigten.

Fakt ist derweil: Bei einigen Bestellungen konnten die Ermittler die IP-Adresse des Vaters des Angeklagten identifizieren. Mit diesem wohnt der Gmunder zwar nicht in einer Wohnung, aber in einem Haus, und er verwendet auch dessen Wlan. Kein Beweis, fand Zahnert: „Da kann sich jemand mit technischen Kenntnissen auch einwählen, auch wenn es gesichert ist.“

Auf den 42-Jährigen aufmerksam geworden war ein Deggendorfer Polizeibeamter, der nach einer Anzeige der Geschädigten in dem Fall ermittelte. Nachdem ein Besuch in dem Online-Kaufhaus dem Vater des Angeklagten zugeordnet werden konnte, geriet schon bald der Gmunder selbst ins Visier der Ermittlungen. „Es wurde festgestellt, dass der Angeklagte wegen ähnlicher Delikte schon polizeilich in Erscheinung getreten war“, sagte der Deggendorfer Polizeibeamte im Zeugenstand.

Ob es nun wirklich der 42-Jährige war, der mit falschen Daten die Bestellungen in Auftrag gegeben hatte, konnte auch der ermittelnde Polizist nicht zweifelsfrei klären. „Ich möchte nicht sagen, dass er der Täter ist“, sagte der Beamte. „Ich kann nur sagen, dass sich mit dieser IP-Adresse eingeloggt wurde.“

Letztlich wurde die Verhandlung unterbrochen und ein Fortsetzungstermin in drei Wochen festgelegt. Zu diesem soll dann auch die Geschädigte als Zeugin – sie fehlte am Dienstag krankheitsbedingt – vor dem Amtsgericht aussagen. „Die Beweislage ist schon extrem dünn“, sagte Anwalt Zahnert.„Es ist nicht auszuschließen, dass er es gewesen sein könnte, mehr aber auch nicht.“ 

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa / Uwe Anspach

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