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Anna-Maria Stark (l.), hier mit Eugenie Lückerath.

Fusion abgelehnt

Verbund der Volkshochschulen: Gmund erteilt den Strukturreformplänen eine Abfuhr

Die Volkshochschulen im Landkreis Miesbach sollen sich verbünden. Doch die vhs in Gmund spielt nicht mit - und sieht dafür gute Gründe.  

Gmund – Vor über 70 Jahren wurde die Volkshochschule (vhs) Gmund gegründet. Schon einmal hatte die älteste aller Volkshochschulen im Tegernseer Tal bei einer Fusion nicht mitgespielt und sich gegenüber der neu gegründeten vhs im Tegernseer Tal als eigenständiger Verein behauptet. Und auch jetzt erteilen die Mitglieder der Strukturreform eine Abfuhr.

Bei einer außerordentlichen Versammlung mit 15 stimmberechtigten Mitgliedern – darunter auch Bürgermeister Alfons Besel, Alt-Bürgermeister Georg von Preysing, Gemeinderatsmitglieder, Vertreter von Schule und Kirche sowie langjährige Mitglieder – sprachen sich zwölf gegen die geplante vhs-Strukturreform aus. Zwei waren für einen künftigen Verbund aller Volkshochschulen, ein Mitglied enthielt sich. Offenbar konnte auch Kornelius Schlehlein vom Bayerischen Volkshochschulverbund bei der Versammlung nicht überzeugen.

Deutliches Votum gegen Vhs-Verbund 

„Mit einem so deutlichen Votum habe ich nicht gerechnet“, sagt die Gmunder vhs-Vorsitzende Anna-Maria Stark, die bei der Versammlung bereits Bedenken geäußert hatte. Als Vorsitzende fühle sie sich verpflichtet, für den Verein die beste Lösung zu finden, betont sie. „Wir können ihn doch nicht einfach so aufgeben.“ Müsste man aber, denn die Strukturreform sieht vor, dass alle Volkshochschulen im Landkreis zunächst ihre Vereine auflösen und die Kommunen dann einen neuen Verein, die vhs Oberland, gründen. Nach Ansicht der Vorsitzenden gäbe es für zukunftsfähige Strukturen viele Möglichkeiten, doch nur eine Verschmelzung erfordere die Selbstauflösung der Vereine.

Klärungsbedarf bei finanziellem Aspekt des Vhs-Verbunds

Was ist mit dem Vermögen? Als Verein darf die vhs zwar keine Gewinne erzielen, jedoch Rücklagen bilden. Vor allem der finanzielle Aspekt sei noch nicht ausreichend geklärt, findet Stark – auch wenn für die Finanzierung des neuen Vereins durch die Gemeinden (jede Kommune zahlt einen Euro pro Bürger) eine zeitlich begrenzte Übergangslösung gefunden worden sei. „Diese Frist gilt für drei Jahre, dann wird neu verhandelt“, weiß Stark. „Für die Zukunft ist das ein Blankoscheck.“ Denn Gemeinden, die auch in Zukunft ihre vhs vor Ort behalten wollen, könnten auch bei höheren Kosten nicht wieder austreten, da die jetzt vorhandenen Strukturen nicht mehr existieren. „Preis und Risiko für die Gemeinden sind einfach zu hoch“, so Stark.

Das heißt nicht, dass Gmund grundsätzlich keine Reform will. Die Vorsitzende kann sich eine Übergangslösung mit anderen Volkshochschulen vorstellen, die die Verschmelzung ebenso ablehnen. Wer das sein könnte, ist bekanntlich noch offen, denn noch nicht alle 17 Landkreisgemeinden haben final abgestimmt.

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