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Die Kreuzung in Kaltenbrunn von oben. Seit Jahren wünscht sich die Gemeinde hier einen Kreisverkehr.

Gemeinderat befürwortet CSU-Antrag

Kreisel für Kaltenbrunn: Jetzt heißt es warten

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Nicht nur die CSU will einen Kreisverkehr bei Kaltenbrunn. Der gesamte Gemeinderat unterstützt den Antrag. Jetzt heißt es warten.

Gmund– Mit ihrem Antrag, der Gemeinderat möge über den Bau eines Kreisverkehrs in Kaltenbrunn abstimmen, hat die Gmunder CSU ein Thema wieder in Fahrt gebracht, das die Gemeinde schon lange beschäftigt. Und so war der Antrag bei der Sitzung jetzt völlig unstrittig und wurde ohne große Debatten befürwortet.

Die CSU hält den Bau aus mehreren Gründen für notwendig: Der Verkehrsfluss insbesondere für die Zufahrten aus Finsterwald und dem Gut Kaltenbrunn könnte deutlich verbessert und Gefahrensituationen, die insbesondere aufgrund der schlechten Anfahrtssicht in Richtung Bad Wiessee bestünden, könnten reduziert werden. Zudem sollten im Zuge der Erstellung Querungshilfen angebracht werden, um für Fußgänger und Radfahrer eine sicherere Straßenquerung zu ermöglichen. Der Radweg auf der nördlichen Straßenseite der B 318 sollte bis zur Straße nach Holz erweitert werden.

Bürgermeister Alfons Besel (FWG) konnte berichten, wie die Einschätzung des Staatlichen Bauamts Rosenheim zu dem Thema lautet: Es sei gerne bereit, den Umbau der Kreuzung zu prüfen und die Radwegeverbindung zu erweitern.

Kreisverkehr für Kaltenbrunn: Das sagt das Staatliche Bauamt

Auf Nachfrage wird Florian Deininger vom Staatlichen Bauamt konkreter: „Wir sind Baulastträger, haben den Antrag erhalten und nehmen den Beschluss auf.“ Das Bauamt werde sich „kurz- bis mittelfristig“ mit dem Projekt befassen, Möglichkeiten eines Kreuzungsumbaus prüfen und in die Planung einsteigen. „Das heißt, dass wir alle Möglichkeiten zum Umbau der Kreuzung ergebnisoffen prüfen“, betont Deininger. „Das muss nicht unbedingt ein Kreisverkehr sein.“ Dass die Situation an der Kreuzung grundsätzlich geprüft werden könne, daran bestehe kein Zweifel. „Die Unfallhäufung dort wurde festgestellt.“

Auf eine schnell Umsetzung macht das Bauamt jedoch keine Hoffnung: „Wir packen das kurz- und mittelfristig an“, so Deininger. Will heißen: „Keinesfalls heuer noch, da wir mit anderen Projekten gebunden sind. Aber die nächsten Jahre.“ Auch müssten erst Ressourcen und Haushaltsmittel frei sein.

Rathaus-Chef Besel informierte auch, dass schon bei einer Erkundungsfahrt mit dem Fahrrad durch die Gemeinde zur Aufnahme als vorläufiges Mitglied bei der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Kommune in Bayern (AGFK) die Kreuzung bei Kaltenbrunn Thema gewesen sei. Das Gmunder Fahrrad-Konzept, das im September präsentiert werden soll, beinhalte demnach auch ein Provisorium für die Kreuzung – nämlich einen Fahrbahnteiler. „Lösungen für Radfahrer sind ein Schwerpunkt für diese Kreuzung“, fand Michael Huber (SPD). Von einem „Provisorium hält Deininger jedoch wenig: „Wenn, dann machen wir einen Entwurf aus einem Guss.“

Kreisverkehr bei Kaltenbrunn: Schon Alt-Bürgermeister Georg von Preysing war dran

Die Äußerung von Johann Schmid (SPD), wonach die Planung für einen Kreisel bei Kaltenbrunn im November 2017 durch Alt-Bürgermeister Georg von Preysing (CSU) gestoppt worden war, weil angeblich die Verwaltungsarbeit zu groß gewesen sei, stellt dieser auf Nachfrage richtig: „Das Thema wurde nicht gestoppt, sondern einfach nicht weiter verfolgt, weil alle beteiligten Personen entweder in Ruhestand gingen oder versetzt wurden.“ Bei Preysing selbst lief die Amtszeit aus.

Dass sich der beharrliche Kampf um einen Kreisel lohnt, hat Gmund schon erlebt: 2013 wurde der Kreisel in Seeglas eingeweiht. Rund eine Million hat er gekostet, die Hälfte hat Gmund gestemmt. Wie viel ein Kreisel bei Kaltenbrunn kosten würde, darauf will sich das Staatliche Bauamt noch nicht festlegen. „Es bringt nichts, jetzt schon Zahlen zu nennen“, so Deininger. Der einstimmige Beschluss, wonach sich Gmund für einen Kreiselbau und eine Verbesserung für Radfahrer und Fußgänger einsetzt, liegt dem Bauamt jetzt vor.

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In Bad Wiessee gibt es Ärger wegen eines Schwarzbaus: Die Behörden schlagen sich schon länger damit herum. Der Eigentümer versuchte noch einmal, den Abriss zu umgehen - doch ohne Erfolg.

gr

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