Technische Störung an der Donnersbergerbrücke: Probleme auf der Stammstrecke in beiden Richtungen

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Ihre einsamen Runden drehen Frühschwimmer und Kite-Surfer derzeit jeden Morgen im Tegernsee. Es ist eine eingeschworene Gemeinschaft, die sich hier in Seeglas trifft.

Frühschwimmer, Kite-Surfer, Sportler und Reha-Patienten

Das sind die morgendlichen Genießer vom Tegernsee

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In diesem Rekord-Sommer herrscht fast täglich Hochbetrieb im Strandbad in Seeglas. Doch noch ehe der Badebetrieb so richtig anläuft, nutzt ein kleines Grüppchen an Menschen die frühmorgendliche Ruhe. Wir haben vorbeigeschaut. 

Gmund – Den Anfang machen morgens zwischen sechs und halb sieben die Kite-Surfer. Natürlich nur, wenn, wie in den vergangenen Wochen, die Thermik stimmt. Denn damit die Sportler mit ihren Boards und bunten Kites über die Wellen zischen können, braucht es zuvor eine sternenklare Nacht und die damit verbundene Abkühlung. Wenn morgens die Sonne dann die Luftmassen wieder erwärmt, baut sich von Süden her ein Wind auf, der über dem südlichen Teil des Sees so viel Fahrt aufnimmt, dass die Kite-Surfer vor Gmund sogar meterhohe Sprünge vollführen können.

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Was bis vor ein paar Jahren noch ein Geheimtipp unter den ortsansässigen Surfern war, hat sich innerhalb dieser eingeschworenen Gemeinschaft mittlerweile herumgesprochen. Vor allem auch, welche Wetter-Faktoren es zu beachten gilt, damit sich ein Abstecher an den Tegernsee überhaupt lohnt. So kommen beispielsweise auch gerne einmal Münchner an den See, um noch vor der Arbeit eine Runde zu surfen und anschließend zurück in die brütend heiße Stadt an ihren Schreibtisch zu fahren.

Der Kite-Surfer vom Ammersee

Björn Jansen ist so einer. „Ich stehe um halb fünf auf, sodass ich um sechs auf dem Board stehe und eine gute Stunde surfen kann“, erzählt der 44-jährige Familienvater aus Eching am Ammersee, während er in Anzughose, Hemd und Krawatte seinen Kite zusammenlegt. Den morgendlichen Ausflug an den Tegernsee mache er vielleicht fünf Mal im Jahr, viel mehr hätten die Windbedingungen bislang auch nicht hergegeben. Sieht man mal von diesem Ausnahme-Sommer ab. Ohnehin ist es nur ein kurzer Zeitkorridor, in dem das Kitesurfen, das ansonsten am Meer oder an großen Seen beheimatet ist, so richtig lohnt. Um halb acht kommen die meisten Kiter schon wieder raus aus dem Wasser.

Die Herren von der Bademantel-Fraktion

Zu diesem Zeitpunkt sind schon die ersten Schwimmer unterwegs. Es sind in erster Linie Einheimische, die vor dem Frühstück oder vor der Arbeit noch rasch in den See springen. Häufig sind es auch Frühaufsteher, die dem Tumult in den Strandbädern tagsüber entgehen wollen: Sie kommen – neben der Schwimmkluft meist nur mit Bademantel bekleidet – zu Fuß über die Straße oder per Auto zum Strandbad gefahren, wo man quasi direkt vor der Tür parken, in den See hüpfen und 15 Minuten später wieder auf dem Weg ist.

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Einer aus der Bademantel-Genuss-Fraktion ist Otmar Straßmüller: „Der See und das Strandbad sind ein wahres Gottesgeschenk. Ich komme jeden Morgen – mal mit, mal ohne Begleitung meiner Familie, um mich für den Tag zu erfrischen, und jeden Abend, um den Tag abzuwaschen“, sagt der Mediziner im Ruhestand und ehemalige Gemeinderat von Gmund. Ein kurzer Ratsch mit Gleichgesinnten ist dabei immer drin. Man kennt sich in der Bademantel-Fraktion und achtet trotz des ständigen Kommens und Gehens auch stets darauf, dass alle wieder heil aus dem Wasser steigen.

10 bis 20 Schwimmer sind meist zeitgleich im See und am Ufer zu Gange. Kollisionen mit den Kite-Surfern gab es glücklicherweise noch nicht. Weil jeder auf jeden Rücksicht nimmt.

Die Sportler mit ihrer schnellen Runde

Schließlich gibt es da noch die Gruppe der „Abkühler und Schnellschwimmer“: rein, eine kleine Runde, raus – und fertig. Andere schwimmen sportliche große Bögen und sind mindestens 20 Minuten oder länger im Wasser. Sportskanonen wie die 29-jährige Felicitas Moser aus München etwa, die im Tegernseer Tal aufgewachsen ist. Wenn sie auf Heimaturlaub ist, genießt sie es, ausgiebig und weit zu schwimmen: „Das funktioniert morgens, wenn noch keine Schiffe, Luftmatratzen oder nur wenige Schwimmer unterwegs sind, am besten“, meint sie. Aufgewärmt und doch abgekühlt, schwingt sie sich danach gerne aufs Rennrad und unternimmt eine ausgedehnte Tour durchs Oberland.

Wieder andere nutzen den See täglich für eine Reha-Einheit. Und wieder andere lassen sich viel Zeit und haben für „danach“ sogar eine Thermoskanne mit Tee oder Kaffee dabei, den sie in der Morgensonne auf dem Steg sitzend genießen.

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All das passiert in gut zwei Stunden, jeden Morgen, bevor so gegen 8.30 Uhr die große Schar der Badegäste kommt, ihre Liegestühle platziert und die Handtücher auslegt, um sich den Platz an der Sonne für den Rest des Tages zu reservieren. Spätestens dann ist der Frühstücksclub-Zauber vorbei.

ak

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