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Im früheren Dürnbacher Rathaus hat die vhs ihren Sitz.

Nach dem Gemeinderatsbeschluss muss nun der Verein handeln. Oder doch nicht?

vhs-Reform: Der Ball liegt in Gmund

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Die Strukturreform der Volkshochschulen (vhs) im Landkreis Miesbach kommt, das steht fest. Offen ist jedoch, wie sich die Gmunder vhs verhält. Sie könnte vor dem Aus stehen, wenn sie nicht mitmacht.

Gmund –Während im Landkreis eine Kommune nach der anderen klar Schiff macht und auf die Neugründung einer gemeinsamen vhs Oberland zusteuert, stellt sich die vhs Gmund nach wie vor quer. Und das, obwohl der Gemeinderat mehrheitlich hinter der Fusion steht.  „Einerseits sehe ich, dass wir alleine dastehen, andererseits ist der Wille des Kuratoriums für mich bindend“, sagt die Gmunder vhs-Vorsitzende Anna-Maria Stark. Zwölf von 15 Kuratoriums-Mitgliedern hatten die Fusion, die eine Auflösung der über 70 Jahre alten Gmunder vhs voraussetzt, zuletzt abgelehnt. Ihr fehle ein Gesamtkonzept, erneuert Stark die Argumente, sie habe bisher nichts Schriftliches in der Hand, das ihr die Zustimmung erleichtern könnte. „Man kann das Pferd doch nicht von hinten aufzäumen“, so ihre Kritik.

vhs-Reform: Das sagt der Berater im Lenkungskreis

Kornelius Schlehlein vom Bayerischen vhs-Verband und Berater in Sachen Reform, kann dieses Argument nicht nachvollziehen: „Wir machen einen Schritt nach dem anderen, und dazu gehört, dass wir erst die Entscheidungen einholen und dann die neue Satzung vorlegen.“ Diese werde gerade abschließend überarbeitet. Gmund hätte sich im Lenkungskreis einbringen können, so Schlehlein, „dann wäre man über alle Schritte informiert gewesen“.

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Mit oder ohne Gmund: Der Lenkungskreis, der seit anderthalb Jahren an der Strukturreform arbeitet, hält am Zeitplan fest. Nach einem Treffen eines Unterarbeitskreises, der sich mit dem Finanzkonzept befasst, werde es Anfang des Jahres zum gemeinsamen Notartermin mit allen Beteiligten kommen. Schlehlein hält die Tür offen und betont, dass Gmund jederzeit noch aufspringen könnte: „Ich wünsche mir, dass Gmund dabei ist“, so der Berater, „aber dazu muss es eine rasche, deutliche und klare Entscheidung des Vereins geben.“

Tegernsees Bürgermeister Johannes Hagn versucht, Bedenken zu zerstreuen. Schon bei der Fusion der vhs im Tegernseer Tal hätte sich gezeigt, dass das Kursangebot sogar verbessert werden könne. Für ihn gehe es auch um Solidarität. Dass sich die vhs Gmund im Laufe des jetzigen Prozesses zurückgezogen habe, sei für sie bedauerlich.

Wie sich die Gmunder vhs nun verhält, ist nach wie vor offen. „Der Ball liegt bei mir“, weiß die Vorsitzende. Das sieht auch Gmunds Bürgermeister Alfons Besel so: „Der Gemeinderat hat entschieden, nun muss Frau Stark reagieren.“

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gr

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