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Blick aus dem Maximilian auf das Ten Brinke-Areal. 

Grünen-Gemeinderätin offenbart völlige Unkenntnis

Wagner zu Maximilian-Areal: „Stinkt von vorne bis hinten“

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Die Sanierung des Maximilian war erneut Thema im Ortsplanungsausschuss. Für Grünen-Rätin Helga Wagner eine Gelegenheit, um über das gesamte Ensemble ordentlich vom Leder zu ziehen.

Gmund – Es ging eigentlich um einen Tekturantrag des Herzoglichen Brauhauses Tegernsee. Zum einen für den Bau eines Lastenaufzugs, der im hinteren Bereich zwischen den Parkplätzen nötig ist. Zudem will das Brauhaus am Eingang zum Biergarten einen 2,50 mal 2,80 Meter großen Windfang bauen. Eine weitere Änderung zum bisherigen Bauantrag betrifft den Biergarten. Der soll ein 12,30 mal 3,60 Meter großes Salettl bekommen, um für Schutz und gemütliches Ambiente zu sorgen. 

Eine weitere Änderung betrifft das Ober- und Dachgeschoss des ehemaligen Gasthauses. Waren bisher Büros auf 600 Quadratmetern vorgesehen, so steht nun fest, dass sich zwei Arztpraxen hier niederlassen werden. Die Unterzeichnung der nötigen Verträge steht offenbar kurz bevor. Auch bei der Dachgestaltung wird umgeplant: Statt eines durchgängigen Lichtbandes sind nun auf beiden Seiten der Dachflächen je neun kleine Dachfenster vorgesehen. Wie Bauamtsleiterin Christine Lang erklärte, sei für den Windfang und das Salettl eine Abweichung vom Bebauungsplan nötig. Durch die Belegung mit Arztpraxen ändert sich auch der Stellplatzbedarf: Statt 20 sind künftig hierfür nur 17 Plätze nötig. Vize-Bürgermeister Georg Rabl (FWG) sah in den Änderungen viele Vorteile. „Das Salettl ist eine gute Ergänzung zum Biergarten“, fand er, „die Dachfenster sind sinnvoll.“

Lesen Sie auch: Ein exklusiver Rundgang durch die Maximilian-Baustelle - darum dauert das so lange

Wagner redet sich in Rage - und offenbart totale Unkenntnis

Doch dann war der Frieden am Ratstisch dahin und Grünen-Rätin Helga Wagner redete sich regelrecht in Rage: „Habt Ihr denn keine Ahnung wie ein Biergarten aussieht?“, fragte Wagner. Auf ihre Feststellung, sie könne keine Gartengestaltung erkennen, verwies Rabl auf zwei eingeplante große Bäume. „Das ist doch eine Farce“, wetterte Wagner, „das ganze Gelände ist eine einzige Betonwüste.“ Wagner hatte dann etliche Fragen auf Lager, mit denen sie allerdings ihre Unwissenheit über die laufende Sanierung an den Tag legte. Sie wusste weder, dass die geschützten Stuckdecken im Obergeschoss erhalten bleiben, noch, dass die unter Denkmalschutz stehenden Dachbinder auch künftig das Dach des alten Max stützen, oder, dass im Erdgeschoss eine bayerische Wirtschaft eröffnen wird. „Und die alten Türen? Werden die vernichtet?“, bohrte Wagner nach. 

Preysing: „Geduld. Wenn alles fertig ist, möchte ich eure Meinung wieder hören.“

Bürgermeister Georg von Preysing (CSU) hielt dagegen und versicherte, dass das Landesamt für Denkmalpflege ständig die Sanierung überwache. „Ich weiß nicht, ob das alles so stimmt, was Sie so sagen“, zweifelte Wagner und unterstellte, dass der Denkmalschutz außen vor gelassen werde. Er sei froh, dass die Brauerei den Bau herrichte und viel Geld investiere, sagte Preysing. „Habt’s Geduld, und wenn alles fertig ist, möchte ich Eure Meinung wieder hören.“ CSU-Sprecher Franz von Preysing wurde das alles zu viel: „Schade, dass nur negative Kommentare zu hören sind.“ Er finde es erfreulich, dass sich zwei Arztpraxen ansiedeln, wo doch immer von Landflucht der Mediziner zu hören sei.

Wagner: „Das stinkt von vorne bis hinten.“

Dann legte Wagner nochmal nach: Sie habe lange nichts gesagt, aber nun müsse sie es loswerden: „Das Grundstück ist mit diesem hässlichen Ten-Brinke-Bau so zubetoniert, dass es nicht im Mindesten schön ist.“ Die Abwicklung des Verkaufs an Ten Brinke „stinkt von vorne bis hinten“, so Wagner. Ten Brinke sei ein Spekulant, der über Leichen gehe. „Ihr habt den Maximilian verraten“, warf die Grünen-Rätin den Kollegen und dem Bürgermeister vor. Peter Heerklotz (CSU) wies die Vorwürfe zurück und kritisierte Wagners Verhalten. Preysing bat Wagner noch, sich zurückzuhalten ehe er die Abstimmung über die beantragten Änderungen einleitete. Sie wurden gegen die Stimme Wagners befürwortet.

Der Maximilian im Januar 2016: So sah das Haus zum Beginn der Sanierung aus

Beim Maximilian tut sich was: ein Rundgang in Bildern

gr

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