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Die Buxon Blues Band auf der Bühne 
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Mountain Lake Vista auf der Bühne
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Alternatives Kultur-Biotop mit vielen Bands

Waldromantik und Multikulti: So schön war das 2. Sumpf-Festival in Ostin

Was für ein lässiges Festival: Beim Sumpf 2019 haben mehrere hundert Besucher am Wochenende das Leben gefeiert. Ein alternativer Gegenentwurf zu den üblichen Bierfesten am Tegernsee, mit Waldromantik und Bands aus dem In- und Ausland.

Gmund – Alternativ und multikulti, trotzdem bayerisch-gemütlich und bodenständig war das Sumpffestival, das einzige Festival rund um den Tegernsee. Am vergangenen Wochenende gab es für die Besucher durchgehend Musik, die so bunt und vielfältig war wie die Veranstaltung selbst. Da fühlte man sich fast ein bisschen in die wilden 60er-Jahre zurückversetzt.

Der „Sumpf“, eine landwirtschaftliche Wiese an der Ostiner Neureuthstraße, diente dieses Jahr schon zum zweiten Mal als Festivalgelände. Die Bühnen sowie Verpflegungsstände hatten die Mitwirkenden in den vergangenen Wochen selbst gezimmert – alte Bretter, Bierbänke und sogar ein Windsurfsegel dienten als Material. Das passte auf kreativ-charmante Weise zum einfachen Stil des Festivals. Für Waldromantik sorgten ab Einbruch der Dunkelheit Lichterketten und ein großes Lagerfeuer.

Der Sumpf soll ein gemütliches Festival sein - ein Gegenentwurf zu den üblichen Bierfesten

Schon auf diesen oberflächlichen Blick macht sich die Philosophie des Sumpffestivals bemerkbar: Eine Alternative zu den herkömmlichen Bierfesten um den Tegernsee wollte man schaffen, erklärt Vitus Wahlländer. Der 31-Jährige ist Mitorganisator und hatte das Festival zusammen mit Leo Leihkamm vorigen Sommer ins Leben gerufen. „Die Idee dazu kam uns ganz spontan. Ein Festival hat noch gefehlt um den Tegernsee, und da wir die Wiese zur Verfügung hatten, haben wir das dann einfach durchgezogen“, sagt Wahlländer.

Ganz wichtig ist den Organisatoren, dass es bei dem Sumpffestival nicht um den Profit gehe. „Das Geld tritt hier völlig in den Hintergrund, jeder ist einfach um der Sache wegen voll motiviert dabei“, bekräftigt Wahlländer. Deshalb wurde auch nicht groß Werbung gemacht: Es sollte ein gemütliches, nicht überlaufenes Festival werden. So verbreitete sich die Ankündigung vor allem über Facebook und Mundpropaganda.

Non-Profit-Gedanke zieht sich durchs Programm

Dadurch kam auch Raffaela Götz (28) zum Festival: „Meine Mitbewohnerin Eva kennt die Veranstalter, und deswegen sind wir dieses Jahr gemeinsam hier.“ Die 26-jährige Eva Martschew war schon bei der Erstauflage dabei: „Im Vergleich zum letzten Sommer merkt man, dass zwar genauso viel Liebe, aber mehr Aufwand reingesteckt wurde. Es ist viel mehr aufgebaut.“ Für Martschew macht vor allem die friedliche Stimmung das Festival aus.

Lust auf Festival? Am Wochenende steigt das 3. Kirchstiegl Open Air

Der Non-Profit-Gedanke zeigt sich auch bei den Mitwirkenden. Für Kost und Logis arbeiteten Helfer aus dem Umkreis, aber auch einige aus dem Ausland, die über die Internetplattform Workaway zu dem Festival gefunden hatten. Dass der Sumpf nicht nur multikulti und alternativ, sondern außerdem ein tolerantes Festival war, versprach das große Banner mit der Aufschrift „Solidarität kennt keine Grenzen“ neben der Hauptbühne.

Alternatives Musikprogramm mit Bands aus dem In- und Ausland

Alternativ war auch das Musikprogramm, das den Besuchern von Freitagnachmittag um 14.30 Uhr bis Sonntagabend um 19.30 Uhr auf der Hauptbühne, im sogenannten Wohnzimmer und auf der Waldbühne geboten wurde. Auch hier zeigte sich der internationale Charakter des Sumpfes: Die Churchpenny Allstars aus Wien servierten eine Mischung aus Southern Rock und Progressive Metal, das italienische Quartett Radio Palinka bot Ska mit Gipsy-Einflüssen, und Irish Indie-Folk bekam man von dem aus Irland stammenden Singer/Songwriter Shane Ó Fearghail mit seiner Band The Host zu hören.

Unter anderem mit der Punkband Bieramiden aus Schliersee, der Band Mountain Lake Vista aus Holzkirchen und Bad Tölz und dem Tegernseer Beni Hafner alias „Da Oimara“ war natürlich auch die hiesige Szene vertreten. Hafner begeisterte das Publikum mit mitreißenden Melodien und alltagsnahen, sympathischen Texten: einem Liebeslied an die Lederhose, einer Ode an das „Bierle in da Sun“ oder einer Satire über das Hotel Bussi Baby in Bad Wiessee. Da konnte kein Zuhörer vor der Bühne mehr stillstehen. Dass der Sumpf nicht nur den Besuchern, sondern auch den Musikern taugte, bestätigte Hafner: „Das ist das liebste, griabigste, mit am meisten Liebe zum Detail organisierte Festival.“

„Bombe“ war die diesjährige Auflage für Christoph Poschenrieder, den Schirmherrn des Festivals: „Es war echt toll, die Leute waren total glücklich.“ Gut 400 Besucher zog der Sumpf dieses Jahr an, deutlich mehr als im vergangenen Jahr. „Viele freuen sich einfach darüber, dass es so eine Veranstaltung mit alternativer Musik im Landkreis gibt.“ Dass es am Sonntag in Strömen regnete, konnte die Stimmung nicht vermiesen: „Die Leute sind da einfach barfuß durch den Schlamm gewatet.“

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