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Wanderparkplatz: Jetzt kassiert auch Gmund

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Von: Gerti Reichl

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Der Wanderparkplatz Seeglas ist das ganze Jahr hindurch gut frequentiert. Noch ist das Parken dort gebührenfrei. Das soll sich nach dem Willen der Gemeinde Gmund nun ändern. © Thomas Plettenberg

Gmund - Gmund will nicht länger aus der Reihe tanzen, wenn es um Gebühren für Wanderparkplätze geht. Der Gemeinderat hat nach kontroverser Diskussion die Einführung von Gebühren beschlossen.

Immer wieder diskutierte der Gmunder Gemeinderat in den vergangenen Jahren über die Einführung von Gebühren für die Parkplätze in Seeglas, an der Gasse und in Kaltenbrunn am Bahngleis. Doch immer wieder wurde das Thema verschoben. Mal, um die Fertigstellung des Kreisels bei Seeglas abzuwarten, mal um zu schauen, was die anderen Kommunen am See machen. Immer öfter marschieren die Tal-Gemeinden zwar im Gleichschritt, doch in Sachen Parkplatz-Bewirtschaftung ist noch längst nicht alles einheitlich geregelt. In Bad Wiessee muss am Söllbach- und Sonnenbichl-Parkplatz ein Ticket gelöst werden, das für den ganzen Tag vier Euro kostet. Urlauber mit Gästekarte parken kostenlos. Kreuth bittet Wanderer ebenfalls zur Kasse – mit bis zu drei Euro pro Tag. Tegernsee hat ebenfalls eine Gebühr für den Neureuth-Parkplatz eingeführt: drei Euro für den ganzen Tag. Rottach-Egern verzichtet auf Gebühren. Der Parkplatz an der Mautstelle Rottach-Egern ist der einzige echte Wanderparkplatz. Weil aber Mautstraße und Pendelbus kostenpflichtig sind, wäre es „unsinnig“, eine weitere Gebühr zu verlangen, so die Gemeinde.

Jetzt also auch Gmund. „Es geht um eine Grundsatzentscheidung, ein Detail-Konzept muss die Verwaltung erst noch erarbeiten“, sagte Vize-Bürgermeister Georg Rabl (FWG), der für Rathauschef Georg von Preysing (CSU) in diesem Punkt die Sitzungsleitung übernahm: Preysing- Sohn Georg ist Wirt im Restaurant Seeglas, dessen Bruder, der CSU-Gemeinderat Franz von Preysing, durfte ebenfalls nicht an der Diskussion teilnehmen. Mit 120 festen und 40 Reserveplätzen ist Seeglas der größte der drei Wanderparkplätze. An der Gasse haben offiziell 25 Autos Platz, in Kaltenbrunn am Bahngleis sind es 45. Zwischen 7000 und 8000 Euro muss Gmund für Pacht und Instandhaltung jährlich aufbringen.

„Es kann nicht sein, dass wir der Vorparkplatz für Tegernsee sind“, befürwortete CSU-Sprecher Alfons Wagner die Einführung der Gebühr. Fraktionskollege Johann Huber, dem der Gasse-Parkplatz teilweise gehört, zählte angesichts des ständigen Andrangs ebenfalls zu den Befürwortern. „Kostenlose Parkplätze ziehen die Leute an“, argumentierte Huber. „Gebührenfreies Parken war bisher eine liebenswerte Geste von Gmund“, fand Otmar Straßmüller (FWG), „das sollten wir ändern.“ Johann Schmid (SPD) glaubt zwar, dass die Wertschöpfung für die Gemeinde gleich Null ist. „Wir sollten aber nicht in Raubrittermanier verfallen, sondern einen vernünftigen Beitrag verlangen.“

Michael Huber (SPD) war kritisch. Er sah für Seeglas die Gefahr, dass Autofahrer auf den Volksfestplatz ausweichen. Dieser bleibt, wie alle anderen innerörtlichen Stellflächen, vorerst kostenfrei. Bernd Ettenreich (FWG) gehörte ebenfalls zu den Gegnern und prophezeite: „In der Gasse werden wir das Problem auf die viel zu engen Zufahrtsstraßen verlagern.“ Florian Hagn (CSU) wurde deutlich: „Ich bin total dagegen! Wir geben so viel Geld aus, damit wir Touristen herbringen. Die Leute freuen sich doch, dass das Parken in Gmund kostenlos ist.“ So solle es auch bleiben.

Vize-Bürgermeister Herbert Kozemko (CSU) hatte schon zu Beginn der Sitzung gefordert, dass die immer wiederkehrenden Diskussionen damit ein Ende und der Beschluss auch Bestand haben sollten. Die Mehrheit von 11:5 war schließlich für die Einführung einer Gebühr. Wie hoch sie tatsächlich in Gmund ausfällt, darüber ist allerdings eine erneute Diskussion fällig.

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