Wirtshaus Maximilian bekommt einen traditionellen Ofen mit handgefertigten Kacheln
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Hier befüllt Benedikt Ettenreich eine Simskachel mit Schamottmörtel. 
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Welche Kachel passt? Bernd Ettenreich (l.) und Hermann Ulbricht wählen sie aus.
Wirtshaus Maximilian bekommt einen traditionellen Ofen mit handgefertigten Kacheln
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Hier liegen die Eckkacheln beim Trocknen in der Werkstatt der Ulbrichts.
Wirtshaus Maximilian bekommt einen traditionellen Ofen mit handgefertigten Kacheln
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Ein Großteil des Kachelofens steht schon.
Kachelofen Maximilian
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Hermann Ulbricht (r.) und Bernd Ettenreich beim einpassen der Kacheln.
Wirtshaus Maximilian bekommt einen traditionellen Ofen mit handgefertigten Kacheln
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Alles Handarbeit: die besondern Kacheln für einen besonderen Kachelofen.
Wirtshaus Maximilian bekommt einen traditionellen Ofen mit handgefertigten Kacheln
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Alles Handarbeit: die besondern Kacheln für einen besonderen Kachelofen.
Wirtshaus Maximilian bekommt einen traditionellen Ofen mit handgefertigten Kacheln
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Alles Handarbeit: die besondern Kacheln für einen besonderen Kachelofen.

Der Kachelofen im Wirtshaus Maximilian

Warum der neue Maximilian-Kachelofen einzigartig sein wird

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Der Gasthof Maximilian war schon früher etwas ganz Besonderes und soll in Zukunft sein. Der Kachelofen, der gerade aufgebaut wird, trägt dazu einen großen Anteil bei.

Gmund – Vor Kurzem hat der alte Maximilian seine Hüllen fallen lassen. Äußerlich steht er schon frisch herausgeputzt da, denn ein Großteil der Arbeiten an der Fassade ist geschafft. Drinnen werkeln gleich mehrere Handwerksbetriebe. Vollgas ist angesagt, denn im Frühjahr – März oder April verkündete Bürgermeister Georg von Preysing zuletzt im Gemeinderat – soll der neue Gasthof Maximilian endlich eröffnen. Martina und Alois Gartenleitner, die ehemaligen Wirtsleute vom Schlierseer Terofal, übernehmen ihn. Schon mehrmals war der Termin verschoben worden. Er konnte aber nie gehalten werden, weil im Laufe der seit Januar 2016 dauernden Sanierung des denkmalgeschützten und über 675 Jahre alten Gemäuers ständig neue Herausforderungen aufgetaucht waren.

Lesen Sie auch: So sah die Baustelle Maximilian vor rund einem Jahr und vor zwei Jahren aus - zwei exklusive Rundgänge in Bildern.

Jetzt aber ist Land in Sicht. Ebenerdig, im künftigen Wirtshaus, wird aktuell nicht nur der Parkettboden aus Eiche verlegt. Der Gmunder Ofensetzermeister Bernd Ettenreich und der Rottacher Keramikermeister Hermann Ulbricht bauen einen Kachelofen auf – wie er eben in eine richtig bayerische Wirtschaft gehört. „Das wird das Neueste im klassischen Kleid“, sagt Ulbricht und streicht behutsam mit den Fingern über die Kacheln. Es sind „seine“ Kacheln – fast 200 Stück. Nach monatelanger Beratung mit dem Herzoglichen Haus und anhand von alten Fotos und alten Mustern hat er sie in Handarbeit hergestellt. Jede der rechteckigen Kacheln beeindruckt durch ihre kunstvoll gestaltete Raute in der Mitte und ein gleichmäßiges Relief drumherum. Sogar die Eck-Kacheln hat Ulbricht nach diesem Muster getöpfert, dazu kommen Simskacheln, die einen ersten optischen Abschluss bilden. Darauf wiederum sitzen in zwei Reihen sogenannte Schüsselkacheln. „Handgemachte Kacheln haben einfach mehr Leben als Fabrikkacheln“, findet der Rottacher, der zusammen mit seiner Schwester Monika das im Jahr 1901 von seinem Urgroßvater gegründete Familienunternehmen in vierter Generation führt. Gut 60 Stunden Arbeit stecken in der Fertigung der Maximilian-Kacheln. „Trocknungszeit nicht einberechnet.“ Nicht nur das Tongemisch ist etwas Besonderes, auch die Glasur, die sich bei 1050 Grad in jede Kachel gebrannt hat. „Die grüne Farbe ist klassisch und passt gut hier rein“, findet Ulbricht.

Damit das Stüberl, zu dem der Kachelofen gehört, künftig wohltemperiert ist, braucht’s eine ausgefeilte Technik. Die verbirgt sich im Inneren des Ofens und ist jetzt, da der „Deckel“ noch nicht drauf ist, gut zu sehen. Vier sogenannte Züge befördern die Luft durch den Ofen. Mit mindestens 130 Grad kommt sie dann am Kaminrohr an. „Das war schon immer an dieser Stelle“, sagt Ettenreich und deutet auf ein noch offenes Loch in der Wand. Hier wird der Ofen angeschlossen. Kurz vor dem Austritt am Dach, zwei Stockwerke höher, mündet das Kaminrohr dann in ein seltsam gebogenes Rohr, das wie ein überdimensionaler Torbogen wirkt. Modernste Regeltechnik sorgt für den richtigen Luftzug beim Nachlegen der Holzscheite und dafür, dass die Wärme möglichst lange im Ofen bleibt. 1,50 mal 1,20 Meter – diese Größe hat Bernd Ettenreich errechnet und Ulbricht als Vorgabe zum Fertigen der Kacheln gemacht. Ettenreich wird von seinem Sohn Benedikt (18) unterstützt, der gerade Ofensetzer lernt. Einige traditionelle Öfen hat Ettenreich schon für das Herzogliche Haus gesetzt. Dass er jetzt einen fürs Maximilian in seiner Heimat in Gmund realisieren darf, sei „schon etwas ganz Besonderes“.

gr

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