Das Gelände der Firma Stang in Kreuzstraße soll ausgebaut werden. Foto: Thomas Plettenberg
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Das Gelände der Firma Stang in Kreuzstraße soll ausgebaut werden.

Bauausschuss mit Plänen grundsätzlich einverstanden - nur Grüne dagegen

Expansionspläne der Firma Stang: Gmund ebnet den Weg

  • Gerti Reichl
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Die Firma Stang will erweitern. Am Kanzlerfeld soll deshalb ein 4,6 Hektar großes Areal bebaut werden. Der Bauausschuss ist grundsätzlich einverstanden, die Regierung von Oberbayern auch.

Gmund – Nicht nur die Bauschuttsortieranlage (BSA), sondern das komplette 4,6 Hektar große Areal an der B 472 gehört inzwischen zur Stang GmbH & Co.KG. Sie hat ihren Sitz in Moosrain, wo das Firmengelände aus allen Nähten platzt. Um das Unternehmen für die Zukunft zu rüsten, wurden 2018 erstmals Erweiterungspläne für das Gebiet neben der Brauerei präsentiert. Auf Verwaltungsebene wurden seither die Wege geebnet.

„Das war ein großer Akt“, berichtete Bürgermeister Alfons Besel (FWG) am Dienstagabend im Bau- und Umweltausschuss und lobte seine Bauamtsleiterin Christine Wild. Sie führte die Standortprüfung rechtssicher durch, sodass die Regierung von Oberbayern bereit ist, eine Ausnahme vom sogenannten Anbindegebot zu machen. Denn eigentlich müssten Neubaugebiete an geeignete Siedlungseinheiten angebunden sein. Dies ist an der B 472 nicht der Fall, und auch das 2012 in Betrieb genommene Brauerei-Gelände, für das ebenfalls eine Ausnahme gemacht wurde, spielt da keine Rolle. Die Herausnahme aus dem Landschaftsschutzgebiet erfolgte schon vor rund zwölf Jahren. Damals, so Wild auf Nachfrage, habe die Gemeinde dort einen Bebauungsplan für die Ansiedlung von Gewerbe aufstellen wollen. Rechtskräftig wurde er nie, da die Regierung wegen des fehlenden Anbindegebots Einspruch erhoben hatte.

Firma Stang expandiert am Kanzlerfeld: Sechs Hallen und ein Verwaltungsgebäude sind geplant

„Ja, es handelt sich um ein großes Vorhaben“, räumte Besel ein. Er hält den Standort jedoch für sehr geeignet, zumal die geplante Verlagerung des Lkw-Verkehrs zu einer Entlastung für Moosrain führen würde. Geplant sind sechs Hallen – eine davon mit einem Turm für Pelletlagerung. Sie werden in zwei Reihen parallel zur B 472 angeordnet, auch eine offene Tankstelle ist vorgesehen. Der hintere Bereich mit BSA wird neu geordnet. Auch ein mehrstöckiges Verwaltungsgebäude, in dem zudem Wohnungen für Mitarbeiter vorgesehen sind, ist geplant. Weil das Gelände um 14 Meter abfällt, sei die Höhe der Hallen mit 13 Metern unproblematisch, fand die Architektin, die die Pläne vorstellte. Man habe sich hier an der Brauerei orientiert.

Expansionspläne der Firma Stang: Grüne kritisieren Versiegelung

Michael Huber (Grüne) war nicht begeistert, auch nicht davon, dass der Bauausschuss erst vor wenigen Tagen über das Projekt informiert worden sei. Zudem seien die Pläne so gewichtig, dass sie nicht in diesem Gremium durchgewunken, sondern vom kompletten Gemeinderat bearbeitet werden sollten. Er schätze das Unternehmen sehr, sagte Huber, doch hier werde Wald vernichtet und Landschaft zugebaut. „Gmund versiegelt schon mehr Fläche als der Durchschnitt in Bayern, der bei elf Hektar pro Tag liegt“, wusste Huber, der auch „große Bedenken“ wegen der geplanten Wohnungen äußerte: „Das ist von der Grundidee her verfehlt, weil das Gelände nirgends angebunden ist und keine Einkaufsmöglichkeiten bestehen.“ Die Bauamtsleiterin versicherte, dass entsprechende Vereinbarungen in einem Durchführungsvertrag festgehalten würden. Dieser sei Teil des Vorhabenbezogenen Bebauungsplans, den die Gemeinde nun erstellt, und für den die Verwaltung mit der Gegenstimme Michael Hubers am Ende den Arbeitsauftrag bekam. Zudem wird ein Vorhaben- und Erschließungsplan auf den Weg gebracht.

Zwei Wortmeldungen gab es noch, dann war vorerst alles gesagt. Tobias Bauer (CSU) sprach von einem „schlüssigen Konzept“, weil es den Verkehr bündle, was fürs ganze Tal gut wäre. Die ortsansässige Firma mit vielen Arbeitnehmern habe die Pläne gut durchdacht. Barbara von Miller (SPD) war es ein Anliegen, dass alte Baume erhalten bleiben. Ihre Bitte „macht nicht alles platt“ fand den Weg ins Protokoll.

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gr

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