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Volle Konzentration für den richtigen Schachzug. Hier die Teilnehmer in der Wiesseer Wandelhalle, wo die Meisterschaften 2016 zum letzten Mal stattfanden. 

Vor den Offenen Internationalen Meisterschaften in Kaltenbrunn

Guter Schachzug für den Tourismus

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Die Offenen Internationalen Bayerischen Schachmeisterschaften vom 28. Oktober bis 5. November werden heuer mit 520 Teilnehmern ein Rekordturnier. Und so profitiert die Region davon.

Gmund – Ausgerechnet im Jubiläumsjahr 2016 wurde ein Schlusspunkt gesetzt: Die Offenen Internationalen Bayerischen Schachmeisterschaften wurden da zum 20. Mal ausgetragen – und zum letzten Mal in Bad Wiessee, wo das Turnier einst ins Leben gerufen worden war. 20 Mal rauchten die Köpfe der Meister und Großmeister über den Brettern in der Wandelhalle. Doch die steht wegen Neubauplänen ringsum nicht mehr zur Verfügung. Deshalb wird das Turnier heuer erstmals auf Gut Kaltenbrunn ausgetragen.

Im Rahmen der jüngsten Gemeinderatssitzung verschaffte Turnierleiter Peter Rie einen kleinen Überblick darüber, wie viel Arbeit dahinter steckt und welchen touristischen Nutzen das Tegernseer Tal vom Turnier hat.

Die Meisterschaften haben sich längst in der Szene etabliert. „Sie zählen heute zu den größten Turnieren in Europa“, sagte Rie und belegte dies mit Zahlen: 520 Teilnehmer haben sich angemeldet, „so viele wie noch nie.“ Das Anmeldeportal sei daher bereits vor mehreren Wochen gesperrt worden. Rie nannte weitere Fakten: 21 Großmeister sind am Start, 29 internationale sowie 40 weitere, vom Weltschachbund FIDE ausgezeichnete Meister. Sie alle kommen aus 35 Nationen. 16 300 Euro werden an Preisgeldern heuer ausgeschüttet. 

Das Turnier, das inzwischen von der TTT organisiert wird und unter der Leitung des Großmeisters Sebastian Siebrecht steht, bringt nicht nur Renommee, sondern auch Gäste: 314 Teilnehmer haben laut Rie 2016 am Tegernsee übernachtet, dazu kamen knapp 160 Tagesgäste. „Da kommt man locker auf eine Wertschöpfung von 400 000 Euro für die Region, Begleitpersonen noch nicht mitgerechnet“, berichtete Rie. „Und das in einer touristischen Nebensaison.“ 20 Partnerbetriebe hätten sich bereit erklärt, einen Großmeister kostenlos aufzunehmen.

Mit Gut Kaltenbrunn wurde ein Fünf-Jahres-Vertrag geschlossen. Der ehemalige Rinderstall wird also künftig zur Schach-Hochburg. Gespielt wird in der Tenne, wo die Tische und Bretter aufgebaut sind. Ebenerdig werden sich der Gastrobereich und die Auswertungsbereiche befinden. Die RVO wird Sonderbusse und Verstärker während des Turniers einsetzen, zwischen der Spielbank Bad Wiessee und Kaltenbrunn ist ein kostenloser Shuttle für die Teilnehmer eingerichtet. Der Innenhof von Gut Kaltenbrunn wird zur Parkzone erklärt. „Zuschauer sind gerne willkommen“, betonte Rie. Sie dürfen sogar den Spielern relativ nahe kommen und Schach auf höchstem Niveau verfolgen. Das finanzielle Risiko, erklärte Rie auf Nachfrage von Gemeinderätin Martina Ettstaller (CSU), trägt die TTT.

gr

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