Stephen Hank, Redaktionsleiter

Kommentar

Wie weit darf Hetze im Netz gehen?

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Nach der Podiumsdiskussion mit den Gmunder Bürgermeister-Kandidaten, zu der die Tegernseer Zeitung eingeladen hatte, hetzt ein Online-Portal gegen Georg von Preysing - und die Zeitung. Dazu ein Kommentar des Redaktionsleiters.

Wer sich auf Diskussionen im Internet einlässt, kann nur eines: verlieren. Das seriöse Argument verkommt zum blassen Pendant der Beleidigung und ist der Todesstoß für den schnellen Klick. Was zählt, sind nicht Fakten, sondern der wohlige Dreiklang von Hass, Häme und Hetze. Signalwörter wie „exklusiv“ gaukeln Seriosität und Dominanz vor. Nicht selten aber ist das Exklusive der um Nichtigkeiten und Spekulationen angereicherte Aufguss längst andernorts veröffentlichter Informationen.

Anstatt sich dem aussichtslosen und zeitraubenden Kampf hinzugeben, plumpe Falschbehauptungen, Gemeinheiten und Unterstellungen im Netz zu widerlegen, wie es im vorliegenden Fall eigentlich nötig gewesen wäre, konzentrieren sich seriöse Medien wie unsere Zeitung lieber darauf, ihren Job besser zu machen und damit ihrer gesellschaftlichen Verantwortung gerecht zu werden. Sie recherchieren und hören dabei auch die andere Seite, sie verzichten auf verletzende Seitenhiebe, sie machen das bloße Gerücht nicht gleich zum Thema. Diejenigen, die Freude an der Denunziation haben, mag das langweilen. Diejenigen, denen es nicht hart genug sein kann, so lange nur andere und nicht sie selbst am Pranger stehen, mögen von Gefälligkeitsjournalismus sprechen. Alle anderen werden erkennen, dass letztlich Qualität zählt – und sich auf Dauer auch durchsetzen wird.

Lesen Sie hierzu auch: „Nach Angriffen: Preysings Geduld am Ende“

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