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Mit einem großen Einmarsch der Vereine wird auch heuer das Gmunder Volksfest eröffnet. Mit einigen anderen Traditionen wird allerdings gebrochen.

Traditionsveranstaltung heuer nur an fünf Tagen

Volksfest: Rosenheimer Gastronom macht‘s wieder

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Ein Selbstläufer ist das Gmunder Volksfest längst nicht mehr. Schon öfter stand die Veranstaltung auf der Kippe – doch nun ist klar: Auch 2017 wird es das Volksfest geben. Allerdings fällt es kürzer aus.

Gmund – Als Festwirt Christian Fahrenschon im vergangenen Jahr die Zelttore am Gmunder Volksfestplatz schloss, fiel seine Bilanz durchwachsen aus. Vor allem unter der Woche hätte sich der Gastronom einiges mehr an Besuchern gewünscht. Ob er weitermachen würde, war damals unklar.

Mittlerweile aber scheinen die Verträge zwischen Gemeinde und dem Rosenheimer Festwirt für 2017 unter Dach und Fach zu sein. „Ich bin froh, dass er es wieder macht“, sagt Bürgermeister Georg von Preysing über Fahrenschon. „Wir haben gute Erfahrungen mit ihm gemacht, und auch die Nachbarn waren im Großen und Ganzen angetan.“

Zum vierten Mal in Folge organisiert die Familie Fahrenschon damit das Volksfest in Gmund. Allerdings wird heuer mit einigen Traditionen gebrochen. So habe der Gemeinderat beschlossen, die Dauer des Festes auf fünf bis sechs Tage zu reduzieren. Bisher waren – bis auf Ausnahmen – zehn Tage üblich, was in der Vergangenheit aber oft genug für Ärger in der Nachbarschaft gesorgt hatte. „Wir haben das Fest mit Rücksicht auf die Anwohner verkürzt“, erklärt der Bürgermeister. Er hoffe, dass die Nachbarn dieses Zugeständnis auch als solches anerkennen.

Auf ein Neues: Christian Fahrenschon wird auch heuer beim Gmunder Volksfest Regie führen.

Und noch etwas ist neu: Das Volksfest geht heuer bereits von 11. bis 15. Mai über die Bühne. So früh im Jahr hat es wohl noch nie stattgefunden. Laut Preysing hat das zwei Gründe. Zum einen würden die diversen Waldfeste im Terminkalender immer weiter nach vorne rücken. Zum anderen, so der Rathaus-Chef, sei aufgrund anderweitiger Termine des Festwirts nur noch dieses Datum übrig geblieben. Preysing ist froh, dass Gmund auch weiterhin mit einem Volksfest aufwarten kann. „Komplett sterben lassen wollte es eine große Mehrheit nicht“, sagt er mit Blick auf die Gemeinderatsentscheidung.

Weil das Volksfest nun kürzer dauert, der Wirt aber die gleichen Fixkosten hat, gab’s von der Gemeinde ein Zugeständnis: An einem zusätzlichen Tag darf Fahrenschon in seinem Zelt einen Konzert- oder Musikkabarett-Abend mit Eintritt veranstalten.

Von dieser Option macht der Rosenheimer auch Gebrauch: Für 16. Mai hat er ein Gastspiel der Gruppe „The Heimatdamisch“ für Gmund organisiert. Die Party-Band feiert derzeit im Internet einen Riesenerfolg mit ihrer Oberkrainer-Version von „Highway to hell“. Ein großes Werbeschild für das Sonderkonzert, das Fahrenschon bereits an der Bundesstraße in Gmund aufgestellt hatte, musste er mittlerweile allerdings wieder entfernen. Das Ganze entsprach laut Preysing nicht der Werbeanlagen-Satzung der Gemeinde.

Insgesamt blickt Fahrenschon dem Gmunder Volksfest optimistisch entgegen. Dass es heuer so früh im Jahr stattfindet, kümmert ihn nicht weiter. „Es ist eben traditionell das erste große Fest im Tegernseer Tal – und das soll es auch bleiben“, sagt der Wirt. Auf das Wetter habe man ohnehin keinen Einfluss. „Wichtig ist, dass die Leute eine Freude haben“, meint er. Und dafür werde auch das attraktive Programm sorgen, zeigt sich der Organisator überzeugt. Im Festzelt werden heuer unter anderem die Karolinenfelder und die Cagey Strings, aber auch regionale Musikgruppen zu erleben sein.

Mit den Anwohnern des Volksfestplatzes, so betont der Wirt, habe er ohnehin noch nie ein Problem gehabt. Heuer dürfe er sein Festzelt an einigen Tagen sogar noch länger geöffnet lassen – nämlich bis 23 Uhr. Rein wirtschaftlich gesehen, sagt der Gastronom, dürfte er das Gmunder Volksfest zwar nicht machen: „Aber es ist halt ein nettes Festl.“

gab

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