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Ein nobler Herr: Herzog Max, hier mit seiner Gattin Herzogin Elisabeth. 

Ein Gespräch zum 80.Geburtstag

Herzog Max in Bayern: „Ludwig II. würde sich im Grab umdrehen“

Am Samstag feiert er Geburtstag: Herzog Max in Bayern wird 80 Jahre alt. Im Gespräch mit dem Münchner Merkur erzählt er von seinen Lebensorten und dem Erbe seiner Familie. 

Er lebt zumeist im (nicht öffentlich zugänglichen) Schloss Wildenwart im Chiemgau, ist nach seinem dreieinhalb Jahre älteren Bruder Herzog Franz das stellvertretende Familienoberhaupt im Hause Wittelsbach: Herzog Max in Bayern feiert am Samstag seinen 80. Geburtstag. Ein Gespräch über Pflichten und Freuden, ein Wittelsbacher zu sein.

Wo ist eigentlich Ihr Lieblingsort?

Herzog Max: Das ist nicht leicht zu beantworten. Wir haben lange Jahre in Bad Kreuth gewohnt, natürlich hängt unser Herz daran. Seit fast 35 Jahren wohnen wir jetzt auf Schloss Wildenwart im Chiemgau, da fühlen wir uns ganz zu Hause. Das ist der eigentliche Ort, wo sich unser Leben abspielt.

Und Tegernsee?

Herzog Max: Da bin ich mindestens ein- bis dreimal pro Woche.

Sie haben die Brauerei mit aufgebaut. Tegernseer Bier ist heute eine Kultmarke. Wie erklären Sie das?

Herzog Max: Ich habe die Brauerei fast 40 Jahre lang geführt, seit zehn Jahren macht das meine jüngste Tochter, Herzogin Anna. Eigentlich müsste sie diese Frage beantworten. Aber beim Erfolg unserer Marke kommt einiges zusammen. Wir haben immer die besten Rohstoffe verwendet; wir haben ein gutes Brauwasser; wir haben nie den Drang gehabt, schnell zu wachsen – unser Bier kam ausgereift in den Handel. Tegernsee an sich hat einen Namen: der See. Das Kloster. Die Wittelsbacher. Das ist eine Einheit, ein gutes Image.

Sehen Sie die Vermarktung der Wittelsbacher Geschichte mit Sorge?

Herzog Max: Nein, ich finde, es hält sich im Rahmen. Ich sehe nicht, dass dies dem Land oder auch unserer Familie abträglich wäre.

Aber die Touristenströme auf Neuschwanstein?

Herzog Max: Es stimmt schon. Der so menschenscheue König Ludwig II. würde sich wahrscheinlich im Grab umdrehen, denn das war sicher nicht seine Intention. Aber er hat da ein Schloss hingestellt, das schlicht atemberaubend ist. Ich verstehe schon, dass dies viele Leute fasziniert. Diese Entwicklung lässt sich nicht rückgängig machen.

Sie hatten immer viele offizielle Funktionen – an der Münchner Universität, in Stiftungen, wie zum Beispiel der Edith-Haberland- Wagner Stiftung oder der Stiftung Augenklinik Herzog Carl Theodor. Beansprucht Sie das noch?

Herzog Max: Nicht mehr. Ich habe viele Positionen, sei es in Aufsichtsräten, sei es in Stiftungen in der letzten Zeit aufgegeben – bis auf eine und diese wird dieses Jahr zu Ende gehen. Aber ich werde sehr viel zu offiziellen Veranstaltungen eingeladen. Wenn ich das Gefühl habe, dass mein Kommen auch wirklich Freude macht, versuche ich die Einladung auch wahrzunehmen.

Gibt es Pflicht-Termine?

Herzog Max: Eine ganze Reihe. Zum Beispiel haben mich die Tegernseer Gebirgsschützen zu ihrem Ehrenmitglied ernannt. Der Patronatstag der Gebirgsschützen ist da obligatorisch – da gehen meine Frau und ich immer hin. Das ist so eine Familientradition. Mein Vater war ein hervorragender Scheibenschütze, mit Leidenschaft bis ins hohe Alter. Ich selber bin da nicht aktiv. Aber die Chiemgauer Schützenvereine haben mich zu ihrem Protektor ernannt – auch da sind jedes Jahr ein, zwei Termine, zu denen ich immer sehr gerne hingehe.

Gehen Sie auf die Jagd?

Herzog Max: Früher öfter, vor allem gerne lange Pirschen auf Rot- und Schwarzwild, wie Hirsche und Wildschweine, oder auch im Hochgebirge auf Gamsen. Inzwischen gehe ich nur mehr ganz selten.

Wie oft sehen Sie Ihren älteren Bruder Herzog Franz von Bayern?

Herzog Max: Wir sehen uns sehr regelmäßig, wir haben uns schon immer sehr gut verstanden. Heute beraten wir uns in vielen Fragen miteinander. Mein Bruder und ich helfen uns gegenseitig in den verschiedensten Situationen.

Aber Sie haben verschiedene Lebensmittelpunkte.

Herzog Max: Das ist richtig, er lebt in München auf Schloss Nymphenburg. Seine große Passion ist die moderne Kunst und er ist sein Leben lang ein leidenschaftlicher Kunstsammler und ein großer Kunstkenner.

Sie nicht?

Herzog Max: Meine große Leidenschaft ist die Musik, ich gehe sehr gerne in die Oper und bin auch jedes Jahr in Bayreuth bei den Festspielen. Ich musiziere auch sehr gerne selbst und spiele Klarinette. Früher habe ich regelmäßig gespielt, mit zunehmendem Alter wird es nun etwas weniger. Man hat halt nicht mehr so viel Luft und so viel Energie.

Das Gespräch führte Dirk Walter

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