Hochwasserausgleich Tegernsee: Gegner geben Gutachten in Auftrag

Tegernsee - Das Aktionsbündnis "Rettet den Tegernsee" rüstet auf: Die Gegner der Hochwasserschutz-Pläne am Tegernsee haben ein ökologisches Gutachten in Auftrag gegeben.

Um bis zu 30 Zentimeter möchte das Wasserwirtschaftsamt Rosenheim den Tegernsee künftig im Vorfeld eines drohenden Hochwasser-Ereignisses absenken. Darin, so versichert die Behörde, bestehe die einzige geplante Steuerung des Sees. Das Aktionsbündnis hingegen befürchtet: Künftig wird der Tegernsee im Hochwasser-Fall zurückgestaut, so dass die Seeanlieger - und auch die Natur am Tegernsee - die Leidtragenden sind. Um ihre Theorien zu untermauern, wollen die Gegner nun Fachmeinungen einholen. "Unser See soll so bleiben, wie er ist. Deshalb wollen wir, dass die Fakten auf den Tisch kommen", erklärt Andreas Scherzer, Vorsitzender des Aktionsbündnisses. Ein erster konkreter Schritt ist jetzt getan: Der Limnologe Professor Arnulf Melzer soll per Gutachten die Auswirkungen eines möglichen Aufstauens für Flora und Fauna klären. Denn Scherzer und seine Mitstreiter glauben: "Die Nutzung des Tegernsees als Stausee würde das Aus für die Röhrichtvegetation bedeuten."

Am Mittwochabend bot die Freie Wähler Gemeinschaft (FWG) Kreuth dem Bündnis erstmals ein Forum im Rahmen einer Informations-Veranstaltung im Hotel Bachmair Weissach. Rund 60 Besucher konnte FWG-Fraktionsvorsitzender Wolfgang Rebensburg zu der Versammlung begrüßen. Und der Vorsitzende des Aktionsbündnisses nutzte die Gelegenheit zu einer wiederholten Abrechnung mit den Plänen des Wasserwirtschaftsamtes. "Der Tegernsee darf kein Stausee werden", machte Scherzer einmal mehr deutlich. "Wir wollen die gesamte Bevölkerung im Tegernseer Tal wachrütteln, damit nicht verschlafen wird, was da passiert", fügte er hinzu. Experten sollen das Bündnis dabei unterstützen. So soll etwa Professor Melzer der Frage nachgehen, wie sich der Tegernsee ökologisch verändert, sollte es tatsächlich zu einer Absenkung und Aufstauung kommen. Der Gutachter, so Scherzer, habe bereits erste Aussagen getroffen. Demnach würde sich "bei einem ständig wechselnden Wasserpegel" der Schilfbestand verringern, in der Folge würden Laichplätze verloren gehen. Das Fazit Scherzers: "Wir sind sicher, dass wir unseren schönen See nicht mehr so haben werden, wenn das Wehr - wie vorgesehen - gebaut wird."

Parallel zu dem Gutachten setzt die Mannschaft um Andreas Scherzer eine "Arbeitsgemeinschaft Hochwasser" ein. Diese Gruppe, bestehend unter anderem aus Spezialisten für Hochwasser- und Wehrbau, soll den technischen Sachverhalt prüfen und Aufschluss über geplante Schuhmacherwehr geben.

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