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Mit dem fertigen Programm für August: (v.l.) Rudi Wolf, Beate Rauch und Dieter Nonhoff, die das Internationale Musikfest Kreuth organisieren.

Vom 11. bis 22. August

Musikfest Kreuth 2015 - Das ist das Programm

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Kreuth - Nach dem Jubiläum im vergangenen Jahr steht bereits das Programm für das Internationale Musikfest Kreuth 2015. Wir informieren über Neuerungen und auf wen sich Festivalbesucher freuen können.

Das Jahr nach einem Jubiläum ist immer ein Besonderes: Der Alltag kehrt ein. So auch beim Internationalen Musikfest Kreuth am Tegernsee. Nach der 25. Auflage im Vorjahr mit einem opulenten Programm wenden sich die Verantwortlichen in diesem Jahr ihrer Basis zu: dem Stammsitz in Wildbad Kreuth und der Kammermusik. Das offenbart das Programm des Festivals, das von 11. bis 22. August stattfindet.

Das zweite Jahr nach der Zäsur steht bevor. Bekanntlich hatte sich die Russin Natalia Gutman, Cellistin und Witwe von Festivalgründer Oleg Kagan, 2013 aus der Festivalleitung zurückgezogen, was nun Stiftung und Verein übernehmen. Mit der neuen Organisation einher ging eine Verjüngung des Festivals. „Die Neuausrichtung hat sich bemerkbar gemacht“, erklärt Festival-Gesamtleiter Dieter Nonhoff. „Wir sind auf dem richtigen Weg. Das war unser bestes Festival seit Bestehen“, ergänzt Rudi Wolf, Schatzmeister des Vereins, erfreut. Mit etwa 3500 Besuchern kam die Konzertreihe auf 60 Prozent mehr verkaufte Karten. Bis auf ein Konzert seien alle Veranstaltungen sehr gut besucht gewesen. Allein zum Eröffnungsabend mit Pianist Igor Levit in der Bachmair Weissach Arena kamen 700 Zuhörer, in Wildbad Kreuth waren es im Schnitt 450. „Die Neuausrichtung war absolut notwendig“, findet Wolf. „Wir sind wiederholt vom Publikum darauf angesprochen worden, dass es positiv sei, dass junge Künstler spielen.“ Nach fast 20 Jahren mit denselben Künstlern seien die Leute weggeblieben. „Nun gibt es neue Gesichter“, ergänzt Nonhoff.

Auch die Tatsache, dass das Programmheft erstmals vorab verschickt worden ist, habe einen weiteren Schub bei den Kartenbestellungen gegeben. Ferner habe sich der Festival-Termin im August statt im Juli bewährt. „Der August war aber kein Selbstläufer. Anfangs hatten wir schon gezittert“, berichtet Nonhoff. Inzwischen zittert er nicht mehr. „Die Künstler kommen gerne, weil sie Zeit und Raum zum Üben haben.“

Das Rekordergebnis von 2014 erlaubte es den Verantwortlichen, die Entnahmen aus dem Stiftungsvermögen um die Hälfte reduzieren: auf 30.000 Euro. „Es ist erfreulich, dass wir nicht zu sehr in den Stiftungstopf greifen mussten“, sagt Nonhoff, der zugleich klar macht: „Ein Festival ohne Zuschüsse gibt es nicht.“ Neben den gestiegenen Einnahmen aus dem Kartenverkauf besserte unter anderem ein 25.000 Euro-Zuschuss der Staatsregierung die Kasse auf. Das Stiftungsvermögen wuchs so am Jahresende auf 770.000 Euro an – 700.000 Euro betrug es 2013. „Diese Größenordnung haben wir noch nie erreicht, das gibt uns Luft für die Zukunft“, sagt Nonhoff. Allerdings habe man sich zum Jubiläum auch vier teure Konzerte gegönnt. „Das können wir uns nicht jedes Jahr leisten“, sagt Nonhoff mit Blick auf das diesjährige Programm.

Dieses ist ausgerichtet auf junge Künstler und nicht zu viele etablierte Stars. „Anknüpfend an das außergewöhnliche Jubiläumsjahr wollten wir, dass manche der Musiker wiederkommen, sowie manche, die in früheren Jahren schon da waren“, erklärt Nonhoff. So spielen die Brüder Alexander und Daniel Gurfinkel heuer vier Mal, das Armida Quartett zwei Mal und das Notos Quartett zwei Mal. Weniger Solokonzerte also und mehr Gemeinschaftsauftritte jeweils in wechselnder Besetzung. Zugleich kehrt das Musikfest nach der zuletzt breiten Ausrichtung mit Jazz und Volksmusik wieder verstärkt zur Kammermusik zurück. Eine Absage erhielt indes die Bachmair Weissach Arena, wo nach der Premiere im Vorjahr heuer keine Konzerte stattfinden. „Die Arena war zu teuer und manchem Besucher auch zu groß“, erklärt Vereins-Schriftführerin Beate Rauch. Mit einer Neuigkeit trumpfen die Organisatoren dennoch auf: einem Semi-Open Air in der Molkehalle in Wildbad Kreuth. Ein Versuch und Ausgleich dafür, dass das Open Air auf Schloss Ringberg nur alle zwei Jahre möglich ist.

Das Programm

  • Dienstag, 11. August, 19.30 Uhr: Eröffnungskonzert mit Chen Reiss (Sopran), Olaf Bär (Sprecher), Alexander und Daniel Gurfinkel (Klarinette), Notos Quartett und Alexandra Hengstebeck (Kontrabass) im Festsaal Wildbad Kreuth.
  • Mittwoch, 12. August, 19.30 Uhr: Olga Scheps (Klavier), Alexander und Daniel Gurfinkel (Klarinette) und das Stuttgarter Kammerorchester unter der Leitung von Johannes Klumpp im Festsaal Wildbad Kreuth.
  • Donnerstag, 13. August, 19.30 Uhr: Novus Quartett im Festsaal Wildbad Kreuth.
  • Freitag, 14. August, 19.30 Uhr: David Fray (Klavier) im Festsaal Wildbad Kreuth.
  • Samstag, 15. August, 19.30 Uhr: Gustav Mahler Jugend Ensemble im Festsaal Wildbad Kreuth.
  • Sonntag, 16. August, 18 Uhr: Semi-Open-Air mit Alexander und Daniel Gurfinkel (Klarinette) und Misha Gurfinkel (Bass-Klarinette) in der Molkehalle Wildbad Kreuth.
  • Mittwoch, 19. August, 19.30 Uhr: Johannes Moser (Violoncello) und Denis Kozhukhin (Klavier) im Festsaal Wildbad Kreuth.
  • Donnerstag, 20. August, 19.30 Uhr: Armida Quartett im Festsaal Wildbad Kreuth.
  • Freitag, 21. August, 19.30 Uhr: Alexander und Daniel Gurfinkel (Klarinette) und das Armida Quartett im Festsaal Wildbad Kreuth.
  • Samstag, 22. August, 19.30 Uhr: Abschlusskonzert mit Christiane Oelze (Sopran) und La piccola banda unter der Leitung von Leiter und Saxofonist Lutz Koppetsch im Festsaal Wildbad Kreuth.

Karten gibt es bei allen Tourist-Infos im Tegernseer Tal und bei München Ticket. Kartenreservierungen sind unter 08029/9979080 oder per E-Mail an info@musikfest-kreuth.de möglich.

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