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Heuer sitzend: Weil er sich am Bein verletzt hat, sitzt Hans Jürgen Stockerl alias Jedermann auf der Bühne im Rollstuhl. Im roten Kleid schiebt ihn Bettina Ullrich.

Theater auf der waldbühne

Jedermann im Rollstuhl: Darum wurde das bekannte Stück umgeschrieben

Seit drei Jahren spielt Hans Jürgen Stockerl den Jedermann. Heuer allerdings im Rollstuhl. Das Theaterstück musste  notgedrungen streckenweise uminszeniert werden.

Bad Wiessee – Jedermann kann aus der Not eine Tugend machen. So auch Hans Jürgen Stockerl, der seit drei Jahren als Jedermann im Schauspiel von Hugo von Hofmannsthal auf der Waldbühne der Spielbank Bad Wiessee steht. Weil er sich am Bein verletzt hat und derzeit eine Orthese tragen muss, hat das Jedermann-Ensemble um Regisseur Ingo Neise den Protagonisten kurzerhand in einen Rollstuhl gesetzt und das Stück streckenweise uminszeniert.

Damit erhielt das Stück in seiner Aussagekraft noch einmal eine neue Dimension: Denn erst am Ende des Stücks, als der Jedermann die vergebende Gnade Gottes durch den Glauben erfährt, wird er zum aufrechten Mann – und geht erhobenen Hauptes und nicht als reicher Bittsteller in den Tod.

Ob der Jedermann im Rollstuhl nun Schicksal oder Regiestreich sei, ließ Ingo Neise bei der Begrüßung der 200 Premierengäste offen. Wetterbedingt fand die Aufführung am Mittwoch in der Winnerslounge statt und zwar mit einem witzigen, kleinem Vorspiel: Da trafen der Boandlkramer aus der „Geschichte vom Brandner Kasper“, gespielt von Andreas Kern vom Tegernseer Volkstheater, und der Jedermann-Tod alias Ingo Neise aufeinander. Die beiden Sensenmänner verglichen in einem Streitgespräch ihre Arbeitsweisen, wobei der bayerische Tod als erstrebenswerter rüber kam: „Wir im bayerischen Himmel sind einfach lässiger. Darum ziehen auch alle im Alter nach Bayern, weil sie lieber hier sterben wollen“, hieß es da.

Ob die heutige Aufführung des Jedermann im Freien auf der Waldbühne oder erneut in der Winnerslounge stattfindet, entscheidet sich mittags.

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