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Auf dieser Wiese oberhalb von Gut Kaltenbrunn soll der neue Parkplatz angelegt werden. Auch Badegäste und Wanderer dürfen dann hier parken.

Gemeinderat verschiebt Entscheidung

Käfers Kaltenbrunn startet ohne Parkplätze in die Saison

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Gmund – Michael Käfer will einen Parkplatz für 150 Autos oberhalb von Kaltenbrunn anlegen. Der Gemeinderat hat das Thema vertagt. Ärgerlich für Käfer - die Saison hat praktisch begonnen.

120 bis 150 Autos sollen künftig auf einer Wiese oberhalb der Bundesstraße parken. Die Fläche soll aber nicht asphaltiert, sondern naturnah angelegt werden – das ist der Plan von Michael Käfer. Eine zusätzliche Parkfläche ist dringend nötig, denn bei Hochbetrieb an sonnigen Tagen herrscht Park-Chaos rund um Kaltenbrunn. Dabei sind die künftigen Eventbereiche im ehemaligen Rinderstall und Pferdestall noch nicht einmal in Betrieb. Sie sollen Ende des Jahres eröffnen. Zudem wurde vor Kurzem der Familienbiergarten umgestaltet und ein weiterer „Radlbiergarten“ eröffnet. Rund 1800 Gästen bietet Kaltenbrunn also künftig Platz.

Bei seiner Sitzung am Dienstagabend hätte sich der Gemeinderat eigentlich mit der Planung des Parkplatzes und der Widmung in eine öffentliche Fläche befassen sollen. Doch das Thema wurde verschoben auf die nächste Sitzung am Montag, 20. Juni. „Wir haben noch nicht alle Unterlagen vorliegen“, begründete Bürgermeister Georg von Preysing (CSU) die Vertagung. Außerdem sei zunächst noch eine Ortsbesichtigung geplant. Der Gemeinderat habe bereits in nicht-öffentlicher Sitzung diskutiert, erklärt Preysing. Dabei habe sich gezeigt, dass die Schaffung des Parkplatzes grundsätzlich nicht in Frage gestellt werde, „doch es gibt unterschiedliche Auffassungen darüber, wie sich der Parkplatz auf die Umgebung auswirkt“, sagt der Rathauschef.

Dass der Parkplatz also schon in den nächsten Wochen zur Verfügung steht, ist unwahrscheinlich. „Da kann man nichts ändern, wir müssen den Ortstermin abwarten“, meint Hanna Mergner, Assistentin der Geschäftsleitung von Gut Kaltenbrunn. Mehr könne sie dazu auch nicht sagen.

Hätte man nicht gleich bei der Genehmigung die Parkplatz-Problematik im Blick haben müssen? „Die Zahl der im Bauantrag ausgewiesenen Parkplätze war ausreichend“, betont Preysing, der auf die Vorschriften des Baugesetzbuchs verweist. Theorie ist das eine, Praxis das andere: Denn im Sommer belegen auch Badegäste die Plätze rund um Kaltenbrunn, „und die haben mit dem Gutsbetrieb zunächst nichts zu tun“, sagt Preysing. Deshalb solle der neue Parkplatz als öffentliche Fläche gewidmet werden, um auch den Badegästen entgegenzukommen.

Die Zeit drängt, doch das Landratsamt Miesbach als Entscheidungsinstanz hat offiziell noch nicht einmal Stellung bezogen. Man wolle der Diskussion im Gemeinderat nicht vorgreifen, erklärt Pressesprecher Birger Nemitz. „Außerdem möchten wir einem konkreten Bauantrag abwarten.“ Dennoch hätten sich die Fachbereiche Straßenverkehrswesen sowie Umwelt- und Naturschutz schon mit dem Parkplatz befasst. Das Ergebnis fasst Nemitz so zusammen: Zusätzliche Stellflächen sind dringend nötig, um angespannte Situationen wie im vergangenen Sommer zu reduzieren und die Verkehrssicherheit zu erhöhen. Die Stellflächen könnten für Kaltenbrunn-Gäste und auch Badegäste und Wanderer eingerichtet werden. Die Naturschutzabteilung habe intensive Gespräche mit den Pächtern geführt und sehr präzise, für das Landratsamt vertretbare Ideen vorgebracht. Welche das sind, sagt Nemitz aber nicht.

Der Schutzgemeinschaft Tegernseer Tal (SGT) bereitet der Parkplatz Kopfzerbrechen: „Die Fläche liegt im Landschaftsschutzgebiet und auf einem Endmoränen-Höhenzug. Das kann doch kein Parkplatz werden!“, protestiert SGT-Vorsitzende Angela Brogsitter-Finck. „Vom Wasser aus werden glitzernde Autos zu sehen sein. Furchtbar.“ Auch die Wiesen gehören ihrer Meinung nach zum Denkmal Kaltenbrunn. Die SGT werde eine Stellungnahme vorbereiten. Darin wird auch die Forderung nach Shuttlebussen laut werden, um den Verkehr grundsätzlich zu reduzieren. Eine Anregung, die auch das Landratsamt dem Pächter nahelegt.

gr

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