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Auf diesem Grundstück sollte der Brenner Park. Doch das Projekt ist am mangelnden Interesse gescheitert. Vorerst wird auf der Fläche nichts passieren.

Investoren haben noch keine neuen Pläne

Käufer fehlen: Projekt Brenner Park geplatzt

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Bad Wiessee  - Die Entscheidung ist gefallen: Das 50 Millionen Euro schwere Projekt Brenner Park in wird es nicht geben. Es haben sich nicht genug Käufer für die Luxuswohnungen gefunden. 

Die Idee vom Wohnen im Park mit Rundum-Sorglos-Paket begeistert die Investorenfamilien Radmer und Brenner noch immer. Aber es fehlt die Resonanz. Darum ist jetzt die Entscheidung gefallen: Das 50 Millionen Euro schwere Projekt Brenner Park wird es nicht geben. Jedenfalls nicht in der geplanten Form.

Der Rottacher Bauunternehmer Thomas Radmer, inzwischen im Ruhestand, hat schon viele große Projekte realisiert. „Das wäre mein schönstes gewesen“, sagt er. Ihm und seinem Sohn Felix gefiel die Idee des Freihaus-Wirtepaars Christine und Jupp Brenner, in Bad Wiessee eine ganz besondere Wohnanlage zu schaffen. Wie im Luxushotel hätten die Bewohner leben können, aber doch in den eigenen vier Wänden. „Wir waren begeistert, aber das war wohl einseitig“, bedauert Radmer. 1200 Anfragen für Wohnungen im Brenner Park gab's, aber viel zu wenig ernsthafte Interessenten. Jetzt haben die Investoren die Reißleine gezogen.

„Wir haben die Verkaufsziffern nicht erreicht“, stellt Radmer fest. Somit könne das Projekt Brenner Park nicht realisiert werden. Die Homepage www.brennerpark.com existiert noch. Dort lässt sich die noble Planung bewundern. Neun schmucke Häuser mit 28 Wohnungen für allerhöchste Ansprüche. Dazu ein Wellness-Gebäude und ein Restaurant. Zu den Wohnungen gehört ein Servicepaket, das zumindest in der Basisversion gebucht werden muss.

Es beinhaltet neben den Wellness-Angeboten auch die Dienste eines Concierge, der von der Raumpflege über Gärtnerdienste bis zum Hundegassigänger alles organisiert. Das hat seinen Preis: etwa 12 bis 13 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche wären für den Service monatlich zu bezahlen. Und die Wohnungen sind groß: 125 bis 250 Quadratmeter.

Für den Baubeginn hatten sich die Investoren eine Zielmarke gesetzt: Wenigstens 45 Prozent der Wohnungen sollten verkauft sein. Dass die Ziffer nicht erreicht wird, hatte sich schon im Herbst abgezeichnet (wir berichteten). Doch bis zum März wollten die Investoren ihrem Herzensprojekt noch Zeit geben. „Aber jetzt ist unsere Entscheidung endgültig“, meint Thomas Radmer.

Was aus dem 16 000 Quadratmeter Grundstück in bester Lage wird, ist noch offen. „Wir müssen nachdenken“, erklärt der Unternehmer. Er wolle jetzt nicht „in wilder Hast“ etwas Neues präsentieren. Der Gemeinde Bad Wiessee entstehe dadurch kein Schaden. Schließlich warten auf dem Grundstück keine Ruinen auf bessere Zeiten. Sowohl die ehemalige Schlemmerklinik – das Elternhaus von Jupp Brenner – als auch das alte Anwesen der Familie Schechner sind bereits abgerissen.

Um das Grundstück der Schechners hatten die Investoren lange gekämpft. Nach dem Tod des Hausbesitzers gab es einen zähen Rechtsstreit um den Kaufvertrag. Letztlich glückte der Erwerb. Anderthalb Jahre habe das gekostet, erinnert Radmer: „Und da ist der Schwung verloren gegangen.“

Letztlich konnte sich wohl einfach die Idee nicht durchsetzen. Viele Interessenten schreckten vor den hohen Nebenkosten fürs Servicepaket zurück. Und auch vor der Lebensentscheidung, nach Bad Wiessee zu ziehen. Gefragt sind auf dem Markt vor allem Zweitwohnungen.

Doch genau die wollten die Familien Radmer und Brenner eigentlich nicht schaffen. Darum das Modell mit ganzjährig zu buchenden Dienstleistungen. Für die Organisation hätte eine eigene Betriebsgesellschaft gesorgt, unter der Regie des Ehepaars Brenner. Das Paar wollte auch das Restaurant führen und eine der Wohnungen beziehen. Dass aus dem Ganzen nichts wird, „tut uns am Allermeisten leid“, spricht Radmer für die Investoren.

In das Projekt Brenner Park ist schon viel Geld geflossen. Um Jupp Brenners geerbtes Grundstück abzurunden, haben die Investoren zwei Flächen zugekauft, es wurde eine fertige Planung erstellt und viel ins Marketing investiert. „Es ist sicher auch nicht sinnvoll, die ganze Planung in die Tonne zu treten“, meint Thomas Radmer. Naheliegend wäre, die bereits genehmigten Wohnhäuser dennoch zu errichten.

Dann würde eine noble Eigentumswohnanlage entstehen, wie es sie rund um den See oft gibt. Dann halt ohne Hallenbad und Pförtnerhaus. Die Planung müsste lediglich angepasst werden. Es nicht das, was die Investoren wollten. Vorerst werden keine Bagger anrollen, in diesem Frühjahr passiert auf dem Gelände nichts. Es gebe keinen Plan B, hatte Jupp Brenner – selbst Mitglied des Gemeinderates, schon im Herbst versichert. Und Radmer sagt: „Wir sind offen für Ideen.“

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