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Teurer Leerstand: Die monatliche Pacht fürs leer stehe nde Bastenhaus beträgt 10 000 Euro. Um es als Flüchtlingsheim nutzen zu können, muss der Brandschutz verbessert werden. Das kostet 300 000 Euro.

Umbau viel teurer als erwartet

Kosten fürs Tegernseer Bastenhaus explodieren

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Ob und wann das Bastenhaus zum Flüchtlingsheim wird: Derzeit weiß das niemand. Der Umbau kostet rund 300 000 Euro, deutlich mehr als erwartet. Unterdessen steht das Haus seit einem Jahr leer. Dafür zahlt der Freistaat pünktlich Pacht: 10 000 Euro im Monat.

Tegernsee– Die überraschende Kunde verbreitete das Miesbacher Landratsamt vor etwas mehr als einem Jahr: Das Tegernseer Hotel Bastenhaus, zu jener Zeit noch als solches in Betrieb, werde zum Flüchtlingsheim. Zum 1. Juni könnten 60 Asylbewerber einziehen. Zuvor müsse noch ein kleiner Umbau erfolgen. Die Kosten von 80 000 Euro übernehme die Regierung von Oberbayern. Aus der Pressemitteilung des Landratsamtes im Februar 2016 sprach Erleichterung. Zu jener Zeit fristeten noch 150 Flüchtlinge ihre Tage in der Tegernseer Landkreis-Turnhalle. Gymnasium und Vereine mussten auf ihre Sportstätte verzichten, die Situation war angespannt. Die Mitarbeiter des Landratsamtes suchten fieberhaft nach einem passenden Objekt für die Unterbringung von Geflüchteten.

Das mag erklären, warum die Entscheidung für das Bastenhaus schnell fiel. Nach einem Rundgang durchs Hotel schlossen die Behördenvertreter einen Zehn-Jahres-Vertrag, ohne Ausstiegklausel. Die Kosten für den Umbau taxierten die Zuständigen auf etwa 80 000 Euro. Die Summe sollte in erster Linie in den Umbau der Hotelküche fließen. Der Brandschutz war kein Thema. „Damals ist man davon ausgegangen, dass für die Umwandlung des Hotels in ein Flüchtlingsheim keine Nutzungsänderung nötig ist“, erklärt Martin Pemler, Verwaltungsleiter des Landratsamtes. Dies habe man nach der damaligen Rechtsauffassung auch annehmen dürfen.

Heute stellt sich der Fall ganz anders dar. Wie berichtet, hat die Stadt Tegernsee lange mit dem Landratsamt um baurechtliche Festlegungen gerungen. Der Stadt ist wichtig, dass die Immobilie nach der Nutzung als Flüchtlingsheim wieder zum Hotel wird. Inzwischen hat man sich geeinigt. Das Amt könnte einen Bauantrag stellen.

Aber: Es erfolgt eine Nutzungsänderung. Und damit muss der Brandschutz den aktuellen Vorschriften entsprechen. Wie teuer das in etwa kommt, weiß das Landratsamt seit Weihnachten. „Rund 300 000 Euro“, erklärt Pemler. Eine Summe, die das Landratsamt nicht selbst stemmen will. Schließlich ist es üblich, dass die Regierung von Oberbayern Flüchtlingsheime finanziert. Aber die Kosten fürs Bastenhaus sind deutlich höher als erwartet. Ob der Freistaat die Summe übernimmt, ist noch offen.

Martin Nell, Pressesprecher der Regierung von Oberbayern, sagt dazu nicht viel. Die Gespräche auf Fachebene seien noch nicht abgeschlossen, lässt er wissen. „Nicht zuletzt, da damit einige komplexe rechtliche Fragen verbunden sind.“

Dass es noch dauern kann, bis das Bastenhaus als Flüchtlingsheim zur Verfügung steht, ist für den Tegernseer Bürgermeister Johannes Hagn (CSU) nicht das Problem. Schließlich sei es es gut, noch etwas in Reserve zu haben, wenn der nächste Flüchtlingsstrom komme, so Hagn. Aber: Es dürfe nie mehr die Situation entstehen, die Turnhalle belegen zu müssen. Darum sei das Bastenhaus kaum verzichtbar, auch wenn es sich von der Lage her eigentlich nicht als Flüchtlingsheim anbiete.

Wie es jetzt weitergeht mit dem Bastenhaus, bleibt abzuwarten. Bisher lässt Sprecher Nell nicht erkennen, ob die Regierung von Oberbayern den finanziellen Klops schluckt. Gut möglich, dass sie eine finanzielle Beteiligung des Landratsamtes erwartet. Schriftlich teilt Nell auf Anfrage mit: „Uns ist die zentrale Bedeutung des Hauses in der Mitte von Tegernsee bewusst, deshalb wollen wir unseren Beitrag für eine rasche Lösung – möglichst im allseitigen Einvernehmen – leisten.“

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