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Die Abifeier fand in der Bachmaier-Weissach-Arena statt.

Gymnasium Tegernsee 

Abifeier in der Bachmair-Weissach-Arena

Wieder daheim im Tal: Im vergangenen Jahr hatten die Abiturienten des Tegernseer Gymnasiums ihre Abschlussfeier nach Miesbach verlegen müssen. Diesmal wurde in der  Bachmair-Weissach-Arena gefeiert.

Endlich daheim. Im vergangenen Jahr hatten die Abiturienten des Gymnasium Tegernsee für ihren Abiball noch in den Waitzinger Keller nach Miesbach ausweichen müssen – der aktuelle Jahrgang durfte nun wieder im Tegernseer Tal feiern. Allerdings nicht traditionell in Wildbad Kreuth, sondern in der Bachmair Weissach Arena. Es war – zumindest was die Reden angeht – ein Abend der Analogien. 

Direktor Werner Oberholzner beispielsweise verglich seine Absolventen mit einer Fußballmannschaft. Im Fußball wie auch in der Schule, so der Schulleiter, bekomme man keine Titel geschenkt. „Natürlich wäre es einfacher, wenn der FC Bayern von Haus aus als Meister feststehen würde“, sagte Oberholzner. „Das würde aber die Fans und vor allem die Spieler langweilen.“ In der Schule sei das nicht anders, auch dort bedürfe es harter Arbeit. Aber auch ohne Trainer – in diesem Fall die Lehrer – würde es nicht gehen. „Das wäre wie ein Orchester ohne Dirigent.“

 Besonders stellte Oberholzner die Bedeutung der Gemeinschaft heraus. Sowohl im Sport als auch in der Schule sei das Miteinander Voraussetzung für den Erfolg. „Euer Abizeugnis ist zwar das Ergebnis eurer individuellen Leistungen, die Gemeinschaft hat daran aber auch großen Anteil.“ So attestierte der Schulleiter seinen Ex-Schützlingen eine überragende Atmosphäre und ein kreatives und konstruktives Miteinander. 

Nachdem Oberholzner noch einmal den mit 2,18 wohl besten Gesamtdurchschnitt aller Zeiten am Gymnasium Tegernsee gewürdigt hatte, entließ er den Abiturjahrgang 2016 in die Freiheit. In Anlehnung an das Abimotto „The winner takes it all“ wünschte er den 83 Absolventen, dass sie sich auch in Zukunft noch wie Gewinner fühlen mögen. Der Elternbeiratsvorsitzende Christian Stadler wählte die Analogie eines Schiffes. Die Besatzung, die Schüler, hätten hohe Wellen, Flauten, ruhige und stürmische Zeiten erlebt. „Jeder muss dahinfahren, wo das Schiff hinfährt. Keiner kann sagen, ich biege hier mal links ab.“ Genauso verhalte es sich auch im späteren Leben, schließlich müsse sich jeder Abiturient nun ein neues Schiff suchen. Und auch Stadler betonte die Bedeutung der Gemeinschaft. „Es geht immer darum die Mannschaft ans Ziel zu bringen, nicht die eigene Person.“ 

Die wohl kurzweiligste Ansprache des Abends lieferte Abiturient Simon Pfisterer. Er wählte die Analogie der Familie. Pfisterer sprach von einem „schmerzlichen Abschied“, den man am besten im Kreise der Familie feiere – der Schulfamilie. Seien es die Hausmeister als immer gut gelaunte Onkel, die Sekretärinnen als allwissende Tanten, die Mensa-Betreiber Rolf und Iris als Mama und Papa, die „kochen und immer ein offenes Ohr für die Probleme ihrer Kinder haben“.

 Oder seien es die Lehrer, als strenger, aber doch liebender Großvater und die Eltern als die Oma, die alles versucht um ihren Enkeln zu helfen. „Am wichtigsten sind aber die Geschwister, die Mitschüler, mit denen man durch dick und dünn geht und die für jeden Schwachsinn zu haben sind“, sagte Pfisterer. All diejenigen würden die überstrapazierte Worthülse der „Schulfamilie“ erst mit Leben füllen. Nachdem Pfisterer die Bühne unter tosendem Beifall verlassen hatte und die Anwesenden ihren Hunger gestillt hatten, verlieh Oberholzner die Abiturzeugnisse. An den möglicherweise besten Jahrgang aller Zeiten am Gymasium Tegernsee.

Von Bastian Huber 

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