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Erinnerungsfoto aus früheren Zeiten: Sepp Winkler (l.) und Rudi Rehle (†) bildeten das Duo Winkler-Rehle.

Schüler von Kiem Pauli ist mit 86 Jahren gestorben

Abschied vom Volksmusiker Rudi Rehle 

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Kreuth - Er liebte die echte Volksmusik: Der Kiem-Pauli-Schüler Rudi Rehle  ist im Alter von 86 Jahren  gestorben.

Zünftige Tanzlmusi, bayerische Wildschützenlieder, stimmungsvolle Stückl übers „Fruajahr“ und den Herbst, besinnliche Musi zum Advent oder langsame Landler und Halbwalzer, wie sie für das Tegernseer und Kreuther Tal typisch sind: Es gibt kaum eine Volksmusiksendung im Radio, bei der nicht ein Stück des Kreuther Duos Winkler-Rehle gespielt wird. 

Noch heute, obwohl Sepp Winkler und Rudi Rehle schon vor gut zehn Jahren die Instrumente in den Kasten gelegt haben. Die Finger wollten nicht mehr so recht mitmachen. Kein Wunder: Seit der Jugend in der 1930er- und Anfang der 1940er-Jahre machten die beiden Musik. Unzählige Tonträger wurden bespielt, Sepp Winkler spielte Zither und Ziehharmonika, Rudi Rehle zupfte die Gitarre in vielen Stilrichtungen – auch klassisch. Die beiden waren einst Schüler des legendären Kiem Pauli (1882-1960), dem großen Vorbild aller Sänger und Musikanten. Bei ihm perfektionierten sie ihr Spiel. „Am Sonntag, nach der Kirch’, haben wir regelmäßig bei ihm in Wildbad Kreuth vorbeigeschaut“, erinnert sich Sepp Winkler (81). 

Er wurde Schneidermeister und ist es noch heute, Rehle wurde Forstoberrat in Kreuth. Leidenschaftliche Musiker blieben sie immer. Rehle, zudem einst ein Regensburger Domspatz, gab sein Können und sein Musikgespür an andere weiter: Er rief die Kreuther Hausmusik ins Leben, bildete zudem die Kreuther Sänger aus. Auch spielte er mit bei der Kreuther Klarinettenmusi, bei der sogar Herzog Max hin und wieder die Klarinette blies. Den Kirchenchor der katholischen Pfarrkirche St. Leonhard leitete er 40 Jahre lang. 2014 wurde Rehle, zugleich Organist in der Kirche, in den Ruhestand verabschiedet, die Bürgermedaille für besonderes musikalisches Wirken hatte ihm die Gemeinde Kreuth schon 2001 verliehen. 

Überhaupt blieb die „vorbildliche Heimatpflege“ nicht ohne Anerkennung. 2006 verlieh ihm der Bayerische Landesverein für Heimatpflege eine Medaille, auch Sepp Winkler und der Gmunder Heimatpfleger Beni Eisenburg bekamen eine. Wie sich das für einen richtigen Kreuther gehört, war Rehle auch Mitglied im Trachtenverein D’Leonhard- stoana. „Er war Vorplattler und sorgte dafür, dass die Kreuther noch heute auf altbairische Art, also sehr traditionell platteln und nicht so wild mit den Armen fuchtelnd, wie viele andere das tun“, erinnert sich Winkler. 

Überhaupt sei der Rudi ein sehr bodenständiger, traditionsbewusster Mensch gewesen. Akkurat, aber nicht penibel, humorvoll, zudem bescheiden, wie die meisten echten Volksmusikanten das eben sind. Jetzt mussten Kreuth und die Volksmusikgemeinde Abschied nehmen: Im Alter von 86 Jahren schloss Rudi Rehle am Ende eines langen, erfüllten Lebens, die Augen. Honoratioren, Fahnenabordnungen der Vereine und allen voran Herzogin Helene und Herzog Max in Bayern erwiesen ihm die letzte Ehre. Seine Musik bleibt wohl für immer lebendig.

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