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Hotelier Michael Rauh macht der Verlust der Großveranstaltungen schwer zu schaffen. 

Nach dem Abschied der CSU

Alles still in Kreuth: „Einfach traurig ist das“

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Kreuth - Der Mythos Kreuth ist Geschichte. Wo die CSU Jahr um Jahr bei ihren Winterklausuren die politische Elite um sich scharte, ist alles still. Der herzogliche Prachtbau steht leer. Und in Kreuth herrscht Wehmut.

„Einfach traurig ist das“, sagt Michael Rauh, Besitzer des Hotels Zur Post in Kreuth. Wenn er die Berichte über die gerade begonnene Winterklausur der CSU-Landesgruppe in Seeon verfolgt, wird ihm die Kehle eng. Die CSU-Klausuren – neben der Landesgruppe des Bundestags tagte auch die CSU-Landtagsfraktion traditionell in Wildbad Kreuth – bescherten ihm alle Jahre Hochbetrieb. Zwar waren die Politiker im Zentrum der Hanns-Seidel-Stiftung untergebracht, aber viele Medienvertreter nächtigten und speisten in Rauhs Hotel. „Bei uns waren auch viele Gesprächsrunden mit Journalisten“, berichtet Rauh. Jetzt ist alles ruhig. „Viel zu ruhig“, sagt Rauh.

Seit April 2016 ist der herzogliche Prachtbau in einen Dornröschenschlaf versunken. Ende März gab Ursula Männle als Vorsitzende der CSU-nahen Hanns-Seidel-Stiftung die Schlüssel an Herzogin Helene in Bayern zurück. Nach 40 Jahren endete der Pachtvertrag nach gescheiterten Verhandlungen um den künftigen Preis. Die Herzogin hatte die Pacht um ein Vielfaches erhöhen wollen, die Stiftung winkte ab.

Dass keine Einigung zustande kam, ist für Rauh „eine Schande“. Und auch finanziell ein herber Einschnitt. Auf 50 000 Euro beziffert er seinen Umsatzverlust durch die Schließung des einstigen Stiftungsgebäudes. Vor allem wegen der CSU-Tagungen, aber auch das Musikfest Kreuth vermisst Rauh schmerzlich. „Das hat uns auch immer Gäste gebracht.“ Dass die CSU wieder nach Kreuth kommt, wenn irgendwann erneut Leben ins herzogliche Haus einzieht, glaubt er nicht: „In Seeon ist es doch auch schön.“

Dagegen hat Bürgermeister Josef Bierschneider (CSU) noch Hoffnung, dass seine Partei an ihren alten Tagungsort zurückkehrt, wenn das herzogliche Gebäude nach einer Sanierung unter neuer Führung wieder eröffnet. Schließlich sei der Kreuther Geist etwas Besonderes, meint Bierschneider. Zwar könne er jetzt über die Zukunft des Gebäudes und eine Rückkehr der CSU nur spekulieren. Aber er denke, dass es dafür gute Chancen gebe: „Und ich glaube, die Seele der Abgeordneten zu kennen.“

Für Kreuth, meint Bierschneider, wäre eine Wiederkehr der Tagungen ideal. Auch ihn packt die Wehmut, wenn er an die Vergangenheit denkt. „Um diese Zeit sind immer die Bilder von Kreuth über alle Medien in ganz Deutschland verbreitet worden.“ Das habe Wirkung gezeigt. „In den Tagen darauf haben mehr Leute bei unserer Tourist-Info angerufen.“ Und sicher sei der Wegfall der großen Veranstaltungen in Wildbad Kreuth nicht nur im Hotel Zur Post spürbar, sondern auch bei anderen Gastronomen und Vermietern.

„Wenn so große Veranstaltungen fehlen, dann merkt man das“, sagt auch Christian Kausch, Geschäftsführer der Tegernseer Tal Tourismus GmbH (TTT). Er erinnere an das vergangene Jahr, als die Kanzlerin und der britische Premier nach Kreuth kamen. „Das ist unbezahlbare Werbung.“ Er hoffe, dass es sich nur um eine Pause handle und „zeitnah“ eine Lösung für den Betrieb in Wildbad Kreuth gefunden werde. Näheres weiß Kausch nicht: „Ich höre auch nur, dass es keine Neuigkeiten gibt.“

Was sich Herzogin Helene für das Haus vorstellt, hatte sie im Januar 2016 mitgeteilt. Ein gut geführtes Ressort-Hotel soll das einstige Sanatorium werden. Damals war von einer Wiedereröffnung in neuem Glanz bis Mitte 2017 die Rede. Im August 2016 präsentierte die Herzogin dem Kreuther Gemeinderat hinter verschlossenen Türen ein Konzept. Fix scheint bis heute nichts zu sein. Sie sei in Verhandlungen mit Interessenten, teilte Herzogin Helene unserer Zeitung im Dezember mit.

Klar ist: Der Investor hat einen beträchtlichen Sanierungsaufwand zu schultern. Das Gebäude hat 97 Einzel- und 22 Doppelzimmer, alle in die Jahre gekommen. Den Wittelsbachern gehört das Wildbad seit 1818. Im Auftrag von König Max I. errichtete Architekt Leo von Klenze den bestehenden zweiflügeligen Bau samt Nebengebäuden. Er diente einst als Sanatorium – auch der russische Zar und Kaiser Franz von Österreich erholten sich dort.

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