Ein Fall für die Abrissbirne: Der alte Badepark soll einem Neubau weichen. Nun hat die Gemeinde Kreuth einer Defizitvereinbarung fürs künftige Bad zugestimmt.
+
Ein Fall für die Abrissbirne: Der alte Badepark soll einem Neubau weichen. Nun hat die Gemeinde Kreuth einer Defizitvereinbarung fürs künftige Bad zugestimmt.

Einhelliger Beschluss

Kreuth stimmt als erste Tal-Gemeinde der Badepark-Vereinbarung zu

  • Alexandra Korimorth
    vonAlexandra Korimorth
    schließen

Um den Betrieb des neuen Badeparks stemmen zu können, will Bad Wiessee die Nachbargemeinden ins Boot holen. Als erste hat jetzt Kreuth einer Defizitvereinbarung zugestimmt. Diese sei äußerst fair, hieß es.

  • Bad Wiessee setzt bei der Finanzierung des Schwimmbetriebs auf die Unterstützung der Nachbargemeinden
  • Kreuth hat jetzt als erste Kommune im Tal einer Defizitvereinbarung zugestimmt
  • Der Gemeinderat sprach von einer „sehr fairen“ Vereinbarung

Kreuth – Bereits Ende November hatten sich die Fraktionssprecher aller Talgemeinden auf Einladung von Bad Wiessee im Postsaal getroffen, um sich in der Finanzierungsfrage anzunähern. Schon damals, so erklärte Bürgermeister Josef Bierschneider jetzt im Kreuther Gemeinderat, sei man sich grundsätzlich einig geworden. Nun war Kreuth die erste Gemeinde, wo die Vereinbarung, mit der künftig das Defizit des kommunalen Schwimmens auf alle Schultern verteilt werden soll, auf den Ratstisch kam.

Bad Wiessee trägt die Hälfte des zu erwartenden Defizits

„Der Badepark ist wichtig für unsere Bürger und unsere Urlaubsgäste – und die Vereinbarungen sind fair“, betonte Bierschneider eingangs. Konkret besagt die Übereinkunft: Das zu erwartende jährliche Defizit von bis zu 500.000 Euro soll künftig zu 50 Prozent von der Gemeinde Bad Wiessee getragen werden. Die übrigen maximal 250.000 Euro werden auf die anderen vier Talgemeinden verteilt – und zwar nach einem wiederum „fairen Schlüssel“. In diesen werden zu jeweils 45 Prozent die Steuerkraft und die Einwohnerzahl der einzelnen Gemeinden einfließen, zu zehn Prozent die Übernachtungszahlen aus dem touristischen Bereich.

„Die Baukosten für den Badepark trägt Bad Wiessee alleine“, machte Bierschneider deutlich und betonte noch einmal, dass er die talweite Übereinkunft für richtig halte. So bat er um einen positiven Beschluss durch die Gemeinderäte.

SPD-Fraktionssprecher Walch: „Sollten ein Zeichen setzen“

Auch SPD-Fraktionssprecher Martin Walch warb für die Vereinbarung: „Wir sollten dabei sein und als erste Gemeinde ein Zeichen setzen. Das Angebot ist wirklich fair.“ Walch fand es positiv, dass für den Verteilungsschlüssel die Wirtschaftskraft ausschlaggebend sei und nicht die touristische Nutzung. „Das Hauptziel ist doch, dass unsere Kinder dort Schwimmen lernen können“, bekräftigte er. Zugleich gab er der Hoffnung Raum, dass man die Spielbankabgabe gegenrechnen könnte, sobald das Casino nach der Krise wieder geöffnet habe und Gewinne mache.

Michael Unger (FWG) war ebenfalls von der Defizitvereinbarung überzeugt: „Im Gegensatz zur TTT-Digitalisierung ist diese Vereinbarung vorteilhaft.“ Am Ende verabschiedete das Gremium einstimmig sowohl die Vereinbarung für Kreuth als auch den anzulegenden Verteilungsschlüssel.

Lesen Sie hier: Fast 88 Prozent für den Abriss: Deutliches Ja zum Badepark-Neubau

Für Bad Wiessee ist der Kreuther Beschluss ein äußerst positives Signal. Die Gemeinde hatte stets betont, dass man in die konkrete Planung für den neuen Badepark erst einsteige, wenn sich die anderen Talgemeinden für eine entsprechende Beteiligung ausgesprochen haben. Nun ist ein Anfang gemacht.

ak

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare