Amtsgericht verurteilt 20-Jährigen

Drogenhandel und Waffenbesitz: Kreuther kommt mit blauem Auge davon

Mit einem blauen Auge ist ein Kreuther bei seiner Strafverhandlung am Amtsgericht Miesbach davongekommen. Dem 20-Jährigen wurden Drogenhandel und unerlaubter Waffenbesitz zur Last gelegt.

Kreuth– Es war eine lange Liste an Vorwürfen, mit der die Staatsanwaltschaft einen 20-jährigen Kreuther konfrontierte: vorsätzliches unerlaubtes Handeltreiben inklusive Erwerb und Abgabe von Betäubungsmitteln sowie vorsätzlicher unerlaubter Besitz einer Waffe.

Im Januar 2017 soll der Kreuther laut Anklageschrift in Tuntenhausen 22 Gramm Marihuana für 220 Euro erworben haben. Nur fünf Tage später habe der heute 20-Jährige in Rosenheim 16 Ecstasy-Tabletten für 100 Euro verkauft. In der folgenden Woche soll er wiederum in Rosenheim ein Gramm Marihuana für zehn Euro eingekauft haben. Die Käufe und Verkäufe fanden allesamt mit demselben „Geschäftspartner“ statt.

Nach rund dreiwöchiger Pause soll der 20-Jährige bei einem anderen Mann in Rosenheim drei Ecstasy-Tabletten gegen zwei Gramm Marihuana eingetauscht haben. Der unerlaubte Besitz einer Waffe flog im Dezember vergangenen Jahres auf. Damals fanden Polizisten in der Wohnung des Kreuthers ein verbotenes Butterfly-Messer.

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Selbst äußerte sich der junge Mann nicht vor Gericht, dafür aber sein Verteidiger, Harald Baumgärtl. Zum umfangreichsten Deal sagte er, „dass mein Mandant nur zehn Gramm Marihuana für 100 Euro gekauft hat“. Der Verkauf der 16 Ecstasy-Tabletten habe jedoch nie stattgefunden. Die weiteren Vorfälle, erklärte Baumgärtl, „räumt er aber ein“.

Auch die Zeugenaussage eines Rosenheimer Polizisten konnte nicht gänzlich für Aufklärung sorgen, was den Kauf von 22 Gramm Marihuana und den Verkauf der Ecstasy-Pillen betrifft. „Das Ganze ging nur aus Chats hervor, die wir beim anderweitig Verfolgten gefunden haben“, erklärte der Beamte; der anderweitig Verfolgte war besagter Geschäftspartner des Kreuthers. „100 Euro für 16 Ecstasy-Tabletten wären allerdings extrem günstig.“ Ob der Deal daher wirklich zum Abschluss kam, wisse er nicht.

Da der Polizist jedoch mitteilte, dass jener anderweitig Verfolgte wegen Drogen-Delikten derzeit in Haft sitzt, forderte Amtsgerichtsdirektor Klaus-Jürgen Schmid das entsprechende Urteil des Amtsgerichts Rosenheim an. Schmid kam daraufhin zu dem Entschluss, dass es wohl einen weiteren Prozesstag gegen den Kreuther geben müsse, bei dem der derzeit Inhaftierte als Zeuge aussagt. Dem kam der 20-Jährige jedoch zuvor und räumte in der Folge alles ein. „Ich will die Sache abgeschlossen haben“, erklärte der Kreuther.

Die Staatsanwältin plädierte auf drei Suchtberatungsgespräche, ein Drogen-Screening und eine Geldauflage von 500 Euro. „Gut, dass Sie noch geständig waren“, lobte sie den Angeklagten, rügte ihn aber gleichzeitig: „Es waren auch härtere Drogen mit im Spiel, die nicht nur zum Eigenkonsum gedacht waren.“

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Verteidiger Baumgärtl sagte, dass sein Mandant „seinen Konsum auf null reduziert“ habe und bei ihm Reifeverzögerungen „ganz offensichtlich“ seien. Er hatte nur an der Höhe der von der Staatsanwaltschaft geforderten Geldauflage etwas auszusetzen. Die solle laut Baumgärtl um 200 Euro reduziert werden.

Schmid entschied sich im Urteil für die Goldene Mitte: Neben den Suchtberatungsgesprächen und dem Drogen-Screening muss der Angeklagte 400 Euro Geldauflage zahlen. „Handeltreiben ist nicht lustig“, erklärte der Amtsgerichtsdirektor: „Wenn es wieder vorkommt, werden Sie nicht so milde bestraft.“

Philip Hamm

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa / Ingo Wagner

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