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Am Grünen Wasserl in Kreuth werden bereits Tatsachen geschaffen. Für eine Zufahrt muss ein Teil des Biotops aufgeschüttet werden.

Anlieger bezichtigen Wolfgang Rzehak der Umweltsünde

Halle am Grünen Wasserl: Zorniger Brief an den Landrat

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Mit einem wütenden Brief haben sich Jochen und Birgitt Pagenberg an Grünen-Landrat Wolfgang Rzehak gewandt. Sie fordern ihn dazu auf, die Genehmigung für eine Splitthalle am Grünen Wasserl zurückzunehmen.

Kreuth – Mit allen Mitteln wehren sich Jochen und Birgitt Pagenberg gegen den geplanten Bau der Splitthalle in ihrer Nachbarschaft. Die Halle inklusive Zufahrt soll am Grünen Wasserl in Kreuth entstehen, einem geschützten Biotop. Das Landratsamt hat dazu die Genehmigung erteilt – und bekommt nun den geballten Zorn der Anlieger und Naturschützer zu spüren. In einem Offenen Brief haben sich die Pagenbergs jetzt persönlich an Landrat Wolfgang Rzehak (Grüne) gewandt.

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In ihrem Schreiben fahren die Anlieger harte Geschütze auf. Wolle er tatsächlich, dass sein Name „für immer mit einer Verschandelung durch Riesenhallen von purer Hässlichkeit und toten Biotopen“ verbunden bleibe, lautet eine Frage an Landrat Rzehak. Die Pagenbergs führen auch den Hochwasserschutz ins Feld. Sie würden nicht erleben wollen, „dass rings um den Tegernsee mit Hilfe des Landratsamtes der Boden versiegelt wird“. Stattdessen fordern die Nachbarn, „dass dem Gesetz gehorcht und der Status Quo nicht verändert wird“.

Landrat Wolfgang Rezehakwehrt sich gegen die Kritik.

Und weiter: Sechs Befreiungen von zwingenden Bauverboten wegen der Lage im Außenbereich, der Hochwassergefahr und des Biotop-Statuses würden hier außer Kraft gesetzt. „Ein absoluter Rekord jedenfalls in Bayern“, schreiben die Pagenbergs. Die Anlieger haben bereits Klage beim Bayerischen Verwaltungsgericht eingereicht. Darüber hinaus haben sie ein Strafverfahren angestrengt, da nicht nur Teile des Biotops, sondern auch ein Teil ihres eigenen Grundstücks „bei einer Nacht- und Nebelaktion in unserer Abwesenheit um circa zwei Meter Aushub“ bedeckt worden sei. Die abschließende Forderung der Pagenbergs: „Herr Landrat, nehmen Sie diese Baugenehmigung zurück!“

Auf Anfrage der Tegernseer Zeitung wehrte sich das Landratsamt am Donnerstag gegen die in dem Brief geäußerten Vorwürfe. „Die Besorgnis um eine Naturzerstörung wird hier von Herrn Pagenberg konstruiert“, heißt es in der Stellungnahme der Behörde. Diese Sorge habe bisher in der Korrespondenz mit dem Landratsamt keine Rolle gespielt. Vielmehr sei es schwerpunktmäßig um den Lärmschutz und andere Eigeninteressen des Anliegers gegangen. „Er wirft dem Landratsamt die Berücksichtigung von Partikularinteressen vor. In Wirklichkeit ist es aber er selber, der hier seine Partikularinteressen verwirklichen will“, kontert die Behörde.

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Zur Sache betont sie noch einmal, dass die Eingriffe in die Natur durch den Bau der Halle und der Zufahrt „sehr gering sind“. Es erfolge eine sehr viel größere Renaturierung, gerade im Uferbereich. „Einem sehr geringen Bereich der Aufschüttungen steht eine mehr als fünf Mal so große Fläche gegenüber, die entsiegelt wird.“

Was das von den Pagenbergs erwähnte Strafverfahren wegen der Ablagerungen auf dem eigenen Grundstück angeht, so stellt das Landratsamt klar: In der Strafanzeige an die Staatsanwaltschaft München II gehe es unter anderem um die Versetzung eines Grenzsteins um zwei Meter. Beschuldigte seien die Eigentümer des benachbarten Grundstücks und der Betreiber des Kieswerks. Das Strafverfahren richte sich somit nicht gegen den Landrat, heißt es.

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