Auch an Silvester

Auch am Tegernsee: Kreuth will komplett auf Feuerwerke verzichten

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Als Bergsteigerdorf will Kreuth künftig auf Silvesterfeuerwerke verzichten. Stattdessen plant die Talgemeinde zum Jahreswechsel eine Party der anderen Art.

Kreuth– Das Bergsteigerdorf Ramsau hat es in den vergangenen beiden Jahren vorgemacht. Es verzichtete auf die Knallerei zu Silvester und hat damit deutschlandweit beeindruckt. Die Gemeinde Kreuth, die Mitte Juli offiziell in den Kreis der Bergsteigerdörfer aufgenommen wird, will es dem Ort im Berchtesgadener Land gleich tun. Kreuth startete aber zunächst eine Umfrage bei den Bürgern und Gastronomen, wie sie grundsätzlich zu einem böllerfreien Silvester stehen würden und inwieweit die Bereitschaft da wäre, sich an einer Gemeinschaftsveranstaltung auf dem Dorfplatz zu beteiligen.

„Wir haben 40 überwiegend positive Rückmeldungen erhalten“, berichtete Bürgermeister Josef Bierschneider nun im Gemeinderat. „Als Gemeinde können wir den Bürgern die Raketen nicht verbieten, sondern nur zum Verzicht aufrufen“, betonte der Rathauschef, der den Rücklauf als positives Zeichen wertete. Nur fünf Bürger hätten die Idee abgelehnt. Zudem wurde auch aus anderen Talgemeinden Interesse bekundet, sich zu beteiligen. Sieben Kreuther haben sogar konkret ihre finanzielle Beteiligung an einem Alternativprogramm zugesagt – mit Kleinbeträgen, aber auch mit Beträgen von bis zu 1000 Euro. Ein örtlicher Wirt hat sich laut Bierschneider außerdem bereit erklärt, die Bewirtung bei einer Silvesterfeier am Dorfplatz zu übernehmen.

Denn als Alternative zur Knallerei wünscht sich Kreuth ein Fest der gesamten Dorfgemeinschaft. „An Stelle des Feuerwerks könnten wir eine Lasershow anbieten“, schlug der Bürgermeister vor. Da würden heutzutage nicht nur ein paar Lichtstrahlen in den Himmel geschickt, sondern Bilder auf Wasserwände projiziert. „Das könnte ein Jahresrückblick aus Sicht der Gemeinde sein oder Ansichten unseres Bergsteigerdorfes“, meinte Bierschneider. Allerdings müsste man einen Lasershow-Designer relativ zeitnah engagieren, „sonst sind die ausgebucht“. Die Kosten für eine Lasershow würden zwischen 4000 und 8000 Euro liegen.

Was das Silvesterfeuerwerk anging, sprach sich der Gemeinderat einstimmig dafür aus, den Bürgern den Verzicht ans Herz zu legen. Elisabeth Hartwig (CSU) hielt das als Bergsteigerdorf nur für konsequent. Auch für Martin Walch (SPD) war der Verzicht eine „sinnvolle Geschichte“. Er erachtete es aber für wichtig, eine attraktive Alternative anzubieten: Eine Lasershow sei nicht nur eindrucksvoll, man könne damit auch Inhalte vermitteln. 

Evi Baumgartner (SPD) warnte davor, dass der gemeindliche Haushalt eine teure Lasershow nicht hergebe und sprach sich deshalb bei der Abstimmung als einzige dagegen aus. Indes appellierte Vize-Bürgermeister Wolfgang Rebensburg (FWG) dafür, die Lasershow wenigstens einmal stattfinden zu lassen, um Erfahrungen zu sammeln. 

Und Fraktionskollege Michi Unger glaubte: „Das hat auch einen Werbeeffekt und könnte Gäste aus anderen Gemeinden zum Feiern nach Kreuth locken.“ Für die Entscheidung, aufs Feuerwerk zu verzichten, brauche es Mut, meinte Unger. „Wir sollten mutig sein und uns auch für die Lasershow und ein richtiges Silvesterfest entscheiden.“ Der Bürgermeister erklärte schließlich: „Eine solche Show kann ein Anreiz sein, gemeinsam aufs neue Jahr anzustoßen.“ Den Auftrag für das Laser-Spektakel hat die Gemeinde mit dem Beschluss erhalten.

Rubriklistenbild: © Tegernseer Zeitung

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