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Um den richtigen Kurs in Sachen Tourismus zu finden, fordert die Tal-FWG einen Aufsichtsrat für die TTT. 

Antrag der Tal-FWG abgelehnt

FWG-Antrag löst heftige Debatte in Kreuth aus

Kreuth - Die Forderung der Tal-FWG nach der Schaffung eines Aufsichtsrats für die Tegernseer Tal Tourismus GmbH sorgte im Kreuther Gemeinderat für eine ungewöhnlich heftige Debatte. 

Wie Bad Wiessee erteilte auch Kreuth dem Antrag der Tal-FWG eine Absage, einen Aufsichtsrat für die Tegernseer Tal Tourismus GmbH (TTT) zu schaffen. Nur die FWG-Fraktion stimmte dafür, der Beschluss fiel mit 13 : 4 Stimmen. 

Die Forderung nach einem Aufsichtsrat als weiteres Kontroll- und Beratungsgremium wurde im Gemeinderat für Kreuther Verhältnisse ungewöhnlich vehement diskutiert. Bevor die Diskussion losbrach, machte Bürgermeister Josef Bierschneider (CSU) deutlich, dass er dem Wunsch nach einem zusätzlichen, vierten Gremium grundsätzlich nicht ablehnend gegenüberstehe. „Aber die Funktionsfähigkeit der TTT sollte nicht gelähmt werden“, stellte er mit Blick auf Sitzungsfülle klar. Zudem, warnte Bierschneider, dürfe man dem bestehenden Beirat nicht das Gefühl geben, überflüssig zu sein. Dafür sei seine beratende Funktion zu wertvoll. Angela Hafner (CSU) sah den Beratungsbedarf über den „hochkompetenten Beirat“ auch abgedeckt. 

Dagegen sprach sich Evi Baumgartner (SPD) gegen ein weiteres kontrollierendes Gremium aus. Markus Wrba von der antragstellenden FWG konterte: „Es geht nicht um Zuständigkeiten und Kontrolle, sondern um ein Gremium, das die Lokalparlamente mit der TTT verbindet.“ Schließlich entscheide man über ein Millionenbudget, allein für Kreuth seien es 480 000 Euro. „Da wollen wir wirklich Bescheid wissen über die Zahlen und die Marketingziele. Wir wollen Kenntnis haben und einen direkten Kontakt in die Abteilungsleiterebene.“ Martin Walch (SPD) bezweifelte, dass ein weiteres Gremium notwendig ist. „Das wäre eine doppelte Vertretung aus den gleichen Gremien“, argumentierte er. Denn die Bürgermeister als Gesellschafter seien ohnehin die Vertreter der Gemeinden. Und die Beratung sei über den Tourismusbeirat gut abgedeckt. Überdies monierte er, dass die Gemeinderäte im Aufsichtsrat 80 Euro Sitzungsgeld bekommen sollen, während der Tourismusbeirat ehrenamtlich tage und für Gemeinderäte 25 Euro pro Sitzung bezahlt werde. „Das gibt dann nur eine Missstimmung“, warnte er. 

Elisabeth Hartwig (CSU) schloss sich an: „Einen Aufsichtsrat brauchen wir definitiv nicht.“ Dagegen setzte Wrba seine Befürchtung, dass es in der TTT planlose laufe, zumal ihr derzeit kein Touristiker vorstehe, sondern der Finanzbuchhalter. „Aktuell finden intensive Gespräche statt“, meinte Bürgermeister Bierschneider dazu. „Es passiert viel, um einen Nachfolger für die Position des Geschäftsführers zu finden. Und die Kommunikation mit dem Beirat funktioniert viel besser.“ Dem widersprach Judith Winkler, Mitglied im Tourismusbeirat und Vermieterin aus Kreuth, die als Zuhörerin in die Sitzung gekommen war: „Das sehen wir anders. Ich bin nicht glücklich darüber, wie es aktuell läuft.“ Bierschneider schlug vor, den Beirat mit Gemeinderäten zu verstärken. 

Es gebe in allen Lokalparlamenten Gemeinderäte, die auch Vermieter seien: „Wäre das ein gangbarer Weg?“ Doch Walch sah es als vorderste Aufgabe, „die Schneisen, die Overs offen stehen ließ, durch eine kompetente Geschäftsleitung zu schließen“.

Auch in Bad Wiessee wurde das Thema heiß diskutiert

Von Alexandra Korimorth

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