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Mit Holzverschalung sollen sich die Speicher besser in die Landschaft einfügen.

Gemeinderat Kreuth stimmt Bauten zu 

Batteriespeicher für ein stabiles Stromnetz

Zwei Batteriespeicher will das Tegernsee E-Werk in Oberhof aufstellen. Sie sollen helfen, das Stromnetz stabil zu halten. Die Optik sorgte im Gemeinderat für Kritik. 

Kreuth– Zwei Batteriespeicher will das Tegernseer E-Werk neben sein Wasserkraftwerk in Oberhof setzen. Mit Holz verschalte Quader, jeweils 15 Meter lang, drei Meter breit und drei Meter hoch. Dem Bauantrag erteilte der Kreuther Gemeinderat bei seiner Sitzung seinen Segen – auch wenn die Optik nicht gefällt.

Die Bedeutung der Speicher erläuterte Frank Thinnes, Technischer Leiter des E-Werks. „Wir wollen vom Tegernsee aus einen Beitrag leisten, damit das europäische Stromnetz stabil bleibt“, meinte er. Thinnes war persönlich zur Sitzung gekommen, um die Technik und deren Nutzen zu erläutern.

Die beiden Batteriespeicher, so der Experte, dienen der Stabilisierung des Stromnetzes. „Durch das Abschalten der konventionellen Kraftwerke, also der Atom- oder Braunkohlekraftwerke, fallen just die Kraftwerke weg, die primär Regelleistungen erbringen“, erklärte Thinnes.

Es gehe beim Bau der Speicher nicht um die Grundversorgung im Tegernseer Tal. Die sei ohnehin gesichert. Doch müsse man die Entnahmen aus dem und die Einspeisung ins Stromnetz im Gleichgewicht halten – insbesondere, um die Netz-Frequenz von 50 Hertz zu stabilisieren. Das ist nämlich die Vorgabe zur Sicherung des europäischen Stromnetzes.

Durch den Wegfall der konventionellen Kraftwerke entstehe aktuell ein Markt von dezentralen Primär-Regelleistungserzeugungs-Einheiten. „An diesem Markt möchten wir teilnehmen“, betonte Thinnes. Das bringe nicht nur wirtschaftliche Vorteile, die Speicher seien auch gut für‘s Image – europaweit.

Natürlich hätten die beiden Batteriespeicher auch Vorteile fürs Tegernseer Tal: Es könnten quasi aus eigener Kraft auch die Lastspitzen gekappt werden, die üblicherweise zwischen Weihnachten und Heiligdreikönig entstehen. Zu der Zeit also, wenn die Zweitwohnungen im Tal belegt sind und die gastronomischen Betriebe auf Hochtouren arbeiten.

Da es betriebswirtschaftlich vorteilhaft sei, nicht den gesamten Strom aus dem vorgelagerten Netz zu entnehmen, sondern selbst zu erzeugen, habe das E-Werk bei solchen Lastspitzen bisher zwei kostspielige Mietaggregaten auf Dieselbasis eingesetzt.

Die geplanten Batteriespeicher neben dem Wasserkraftwerk In der Traten können jeweils 1,25 Megawattstunden speichern. Da es sich um optisch wenig ansprechende, vorgefertigte Stahlcontainer-Einheiten handelt, die nur noch auf ein Fundament gesetzt werden müssen, entwickelte das E-Werk eine neue Gestaltungslösung: Damit die beiden Stahlquader optisch in den Kreuther Ortsteil Oberhof passen, sollen sie mit Holz verschalt werden.

„Optimal ist das nicht“, leitete Bürgermeister Josef Bierschneider (CSU) die Diskussion im Gemeinderat ein. „Aber auch mit einem Dacherl drauf würden die Funktionsgebäude nicht schöner ausschauen.“

Markus Wrba (FWG), der selbst in der Nachbarschaft wohnt, hätte gerne statt des Flachdachs ein ortsübliches Satteldach gesehen, am besten mit einer Photovoltaik-Anlage drauf. Er regte auch an, die beiden Einheiten zu einem Block zusammenzurücken.

Experte Thinnes erklärte, dies sei aus Brandschutzgründen nicht möglich. Michael Unger (FWG) fragte nach, ob man die beiden Stahlquader nicht in der Erde verschwinden lassen könnte. „Das würde die Kosten explodieren lassen“, machte Thinnes klar.

Martin Mehringer (CSU) wollte mehr zum Betreiber der beiden Speicher-Einheiten wissen. Denn auch wenn das E-Werk diese errichtet, so wird es nur als Vermieter für ein Unternehmen fungieren, das auf diesem Geschäftsfeld große Expertise und Knowhow hat.

Nachdem sich die Gemeinderäte mit der Optik der Funktionsgebäude weitgehend abgefunden hatten und Wrba versichert wurde, dass auch der beliebte Dammspazierweg durch die Platzierung der Kuben nicht beeinträchtigt werde, erteilte das Gremium dem Bauantrag mit Holzverschalung, aber ohne Satteldach schließlich einstimmig das Einvernehmen – inklusive einer Abweichung, weil sich die Abstandsflächen zum Bestandsgebäude etwas überlappen werden.

Von Alexandra Korimorth 

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