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Symbolischer Lichtblick: Andrea Schack (l.) und Kathrin Weber (r.) überreichen (2.v.l.) Helmut Köckeis und Christian Köck Holzlaternen als Preis.

SGT würdigt Gemeinderäte von Rottach-Egern und Bad Wiessee

Wie ein Bebauungsplan zum Lichtblick wird 

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Kreuth - Die Schutzgemeinschaft Tegernseer Tal hat die Auszeichnung "Lichtblick" heuer an zwei Preisträger vergeben: die Gemeinderäte von Rottach-Egern und Bad Wiessee. Belohnt wird das Ringen um Ortsgestaltung. 

Wo eine gefällige Villa im großen Garten stand, wachsen Wohnklötze mit Tiefgaragen in die Höhe: Das staatliche Gebot, den Innenraum zu verdichten, macht’s möglich. Um das Gesicht ihrer Orte zu bewahren, versuchen die Gemeinden Rottach-Egern und Bad Wiessee, die Bauwut mit Bebauungsplänen einzudämmen – und dies durchaus erfolgreich. Das hat die Schutzgemeinschaft Tegernseer Tal (SGT) jetzt mit dem Preis „Lichtblick“ gewürdigt. 

Im Rahmen der SGT-Jahreshauptversammlung in der Naturkäserei Kreuth nahmen Rottachs Bürgermeister Christian Köck und der Wiesseer Bauamtsleiter Helmut Köckeis die Auszeichnung entgegen. Beide erhielten eine hölzerne Laterne – und freuten sich über die Anerkennung. Sie gilt den Gemeinderäten der beiden Orte für zwei konkrete Projekte, wie die SGT-Vorsitzende Angela Brogsitter-Finck in ihrer Laudatio deutlich machte. Rottach-Egern hat einen Bebauungsplan für den Bereich um die Karl-Theodor-Straße aufgestellt. Damit vereitelte sie die Absicht eines Grundstückseigentümers, sein bestehendes Einfamilienhaus durch zwei Mehrfamilienhäuser zu ersetzen. Der Mann drohte dem Rathaus mit einer Millionenklage und wehrte sich mit einem Normenkontrollantrag gegen den Bebauungsplan. Vor Gericht setzte sich die Gemeinde durch. Der Kläger darf zwar auf seinem Grundstück bauen, aber nur deutlich kleiner. Erlaubt sind zwei Zweifamilienhäuser. 

In Bad Wiessee kämpft Bauamtsleiter Köckeis schon seit Jahren mit Bebauungsplänen um das Gesicht des Kurortes. Aktuell geht es um den Bereich zwischen Söllbach, Ringberg- und Bundesstraße. „Wenn unsere Gemeinden die Möglichkeiten nutzen, mit Bebauungsplänen eine wundersame Vermehrung von Bausubstanz und eine Bauverdichtung zu vermeiden, kann das nur sinnvoll im Interesse einer attraktiven Landschaft für Gäste und Einheimische sein“, meint Brogsitter-Finck. Sie hoffe, dass die Auszeichnung zu weiteren landschaftserhaltenden Maßnahmen ermuntere. Und sie appelliere an das Landratsamt als Genehmigungsbehörde: Dies möge die Gemeinden in ihren Bemühungen zur Selbstbeschränkung unterstützen. Bebauungspläne bedeuten für die Gemeinden viel Aufwand und verursachen hohe Kosten. Aber die Mühe lohnt, wie Bürgermeister Köck betonte: „Rottach-Egern hat als Touristenort den Anspruch, ein erträgliches Maß an Lebens- und Liebenswürdigkeit zu bieten und nicht wie ein Vorort von München auszusehen.“

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