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Stolzes Tier: Ein Hirsch wurde bei einer Drückjagd in Kreuth von Hunden gehetzt. Der Tierschutzverein hat Anzeige erstattet.

Tierschutzverein hat schon Anzeige erstattet

Jagdhunde hetzen Hirsch durch Glashütte

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Zwei Hunde hetzen einen Hirsch aus dem Wald bis in den Ort Glashütte. Dahinter steckt eine Drückjagd des Forstbetriebs Schliersee. Aber was ist da schief gelaufen? Eine Spurensuche.

Kreuth – Drückjagden – im Gebirge auch Riegeljagden genannt – werden von den Bayerischen Staatsforsten immer mal wieder durchgeführt, um die Abschusspläne zu erfüllen. „Es ist eines von verschiedenen Jagd-Elementen, um eine gesunde Balance zwischen Wildbestand und Waldentwicklung zu garantieren“, erklärt Jörg Meyer, seit Anfang September neuer Forstbetriebsleiter in Schliersee. Dass es nun bei einer solchen Jagd zu einem unerwünschten Vorfall gekommen ist, bedauert Meyer. Er betont aber auch: „Das war keine böswillige Hetzjagd.“

Was also war bei dieser Veranstaltung Anfang November passiert? Offenbar sind zwei an der Jagd beteiligte Hunde außer Kontrolle geraten und haben einen aufgestöberten Hirsch über den Jagdbereich hinaus immer weiter verfolgt. Das Wildtier geriet bei seiner Flucht bis in den bewohnten Bereich von Glashütte und lief wohl auch über die angrenzende Bundesstraße. Verletzt wurde der Hirsch dabei laut Meyer nicht. „Er ist dann wieder im Wald verschwunden“, sagt der Forstbetriebsleiter und beteuert: Ein Berufsjägerkollege habe den Bereich eigens durchsucht, um sicher zu gehen, dass das Tier nicht irgendwo verletzt zum Liegen kam. Dennoch räumt der Forstbetriebsleiter ein: „Dass Hunde überjagen und ein Tier in einen besiedelten Bereich gerät, ist natürlich nicht in unserem Sinne.“ Man habe die Jagd nach bestem Wissen und Gewissen vorbereitet und durchgeführt. Rund 50 Jagd-Gäste und etwa zehn Hunde waren daran beteiligt.

Es war eine jener jagdlichen Großveranstaltungen, die Johanna Ecker-Schotte, Vorsitzende des Tierschutzvereins Tegernseer Tal, am liebsten ganz abschaffen würde. „Für mich ist so etwas ein Event und hat nichts mit Bestandspflege zu tun“, macht die Rottacherin deutlich. In dem konkreten Fall in Kreuth wurde sie tätig, nachdem sie per E-Mail einen vertraulichen Hinweis erhalten hatte. Darin wurde die Hetzjagd auf den Hirsch beschrieben. „Wenn wir eine derartige Missstandsmeldung bekommen, reagieren wir natürlich“, sagt Ecker-Schotte.

Nachdem sich die Vorwürfe erhärtet hatten, erstattete der Verein Anzeige gegen unbekannt bei der Staatsanwaltschaft in München. Diese reicht den Fall üblicherweise an die zuständige Polizeiinspektion (PI) – in diesem Fall Bad Wiessee – weiter. „Unser Jagdsachbearbeiter übernimmt dann die Ermittlungen“, erklärt Inspektionsleiter Wilhelm Sigel. Offiziell eingegangen ist die Anzeige bei der PI zwar noch nicht, doch Sigel ist mit dem Vorfall bereits vertraut. Ecker-Schotte hatte ihn über die Sachlage informiert. „Grundsätzlich sind Drückjagden ja erlaubt“, weiß Sigel. Nun müsse eben geklärt werden, ob ein Straftatbestand vorliege.

Es ist also noch offen, ob der Vorfall mit dem gehetzten Hirsch Folgen für den Forstbetrieb oder den betreffenden Jäger hat, dessen Hunde außer Kontrolle geraten waren. Meyer jedenfalls ist bemüht darum, die Wogen nicht zu hoch schlagen zu lassen. Zwischen ihm und Ecker-Schotte gab’s bereits ein Gespräch über die Jagd und den Vorfall. „Das war sehr konstruktiv“, betont die Tierschützerin, die aber keinen Zweifel daran lässt, dass Drückjagden in ihren Augen in „unserem hochsensiblen Gebiet“ nicht mehr zeitgemäß sind.

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