Flugzeug zerschellt an Berg: Leichen geborgen und identifiziert

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Ein Rettungshubschrauber aus Murnau landete.

Feuerwehr Kreuth versorgt Verletzte

80-Jähriger fährt im Ford ungebremst auf zwei Autos - sieben Verletzte 

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Bei einem Auffahrunfall am Pfingstsonntag bei Kreuth erlitten sieben Menschen Verletzungen. Zur Hilfe eilte die Feuerwehr. Im Tal war kein Rettungswagen verfügbar.

Kreuth -   „Ein Chaos war das“, erinnert sich Thomas Wolf, Kommandant der Feuerwehr Kreuth. Drei demolierte Autos, kein Durchkommen auf der B 307. Und sieben verletzte Menschen, die noch in den Fahrzeugen festsitzen. Ereignet hatte sich der Unfall um 12.55 Uhr bei Kreuth, auf Höhe der Gärtnerei Nachmann. Ein 42-jähriger aus Jetzendorf wollte mit seinem VW Passat von der B 307 nach links in die Abzweigung zum Steinbruch einbiegen. 

Hinter ihm bremste eine 55-Jährige aus Essen ihren Dacia ab. Eine Situation, die ein 80-Jähriger aus München nicht erkannte. Ungebremst krachte sein Ford Mondeo auf den Dacia. Die Wucht des Aufpralls schob den Dacia auf den VW Passat des Jetzendorfers, Unverletzt blieben dabei nur der 80-Jährige im Ford und dessen Ehefrau. Im voll besetzten VW Passat erlitten fünf Menschen Verletzungen. Am schlimmsten erwischte es eine 59-Jährige, die über schwere Rückenschmerzen klagte. Die anderen vier, darunter ein 14-jähriges Mädchen, trugen Prellungen und Schleudertraumata davon. Gleiches gilt für die beiden Frauen aus Essen, die mit dem Dacia unterwegs waren. „Und dann natürlich der Schock“, berichtet Kommandant Wolf.

Die Kreuther Feuerwehr war als erstes vor Ort, mit 14 Kameraden. Ihr Auftrag: ausgelaufene Betriebsstoffe binden. „Aber dazu hatten wir erst mal gar keine Zeit“, berichtet Wolf. Denn die Feuerwehr blieb am Unfallort zunächst allein. Im Tegernseer Tal waren alle Rettungswagen unterwegs. Es mussten Sankas aus Lenggries und Holzkirchen angefordert werden. Die Anfahrt dauert. Vor allem, wenn die Straßen im Tegernseer Tal dicht sind. Also holten die Männer von der Feuerwehr die Verletzten aus den zerstörten Autos. „Zum Glück sind wir in Erster Hilfe sehr gut geschult“, berichtet Wolf. Einige der Kameraden seien aktive BRK’ler und wüssten, was zu tun ist. Die Feuerwehrler betteten die Verletzten auf eine Wiese. Weil die Sonne vom Himmel brannte, brachten Bewohner eines benachbarten Bauernhofs Sonnenschirme, damit die Unfallopfer im Schatten liegen konnten.

 Weil die 59-Jährige aus Jetzendorf schlimme Rückenschmerzen und auch erst eine Bandscheiben-OP hinter sich hatte, wurde ein Rettungshubschrauber aus Murnau angefordert. Mit ihm kam dann auch der Notarzt zur Unfallstelle. Die Frau wurde ins Murnauer Klinikum geflogen. Dem Polizeibericht zufolge sind ihre Verletzungen nicht so gravierend, wie erst angenommen wurde. Die sechs anderen Verletzten wurden in umliegende Krankenhäuser eingeliefert. Laut Polizei waren am Ende vier Rettungswagen und ein Krankentransportwagen im Einsatz. Wie lange es gedauert hat, bis das BRK schließlich an Ort und Stelle war, kann Wolf nicht mehr sagen. „Wir arbeiten auch sehr gut mit dem BRK zusammen“, versichert er. 

Der Einsatz habe gezeigt, dass sich die Sanitätsschulung der Feuerwehrler bezahlt mache, ebenso die gut bestückten Erste-Hilfe-Rucksäcke. Trotzdem macht der Umstand, dass im Tal kein Rettungswagen zur Verfügung stand, Wolf Sorgen: „Ich frage mich, was passiert, wenn es bei uns mal einen Busunfall gibt“, meint Wolf. Zumal er eine solche Situation beileibe nicht zum ersten Mal erlebt hat. Unter anderem war die Feuerwehr Kreuth im August 2018 nach einem Frontal-Crash bei Glashütte als Ersthelfer gefordert. In Folge des Unfalls musste die B 307 halbseitig gesperrt werden, was zu langen Staus führte. Abschleppwagen transportierten die drei demolierten Fahrzeuge ab. Den Sachschaden beziffert die Polizei Bad Wiessee auf insgesamt 23 000 Euro. 
Gegen 15.30 Uhr konnte die Sperre aufgehoben werden. Der Verkehr kam danach nur langsam wieder in Fluss. Die Aufräumarbeiten dauerten bis 20 Uhr an.

Lesen Sie auch: Frontal-Crash auf B307 bei Kreuth   

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