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Gipfelstürmer und Genusswanderer kommen in Kreuth – hier der Hirschberg – gleichermaßen auf ihre Kosten. Im Frühjahr soll die Gemeinde offiziell zum Bergsteigerdorf gekürt werden.

Große Resonanz auf Info-Veranstaltung

Bergsteigerdorf: So wird man Partnerbetrieb

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Kreuth erfüllt die Kriterien für ein Bergsteigerdorf. So viel steht seit kurzem fest. Jetzt gilt es, die Idee mit Leben zu erfüllen. Doch wie wird man eigentlich Partnerbetrieb?

Kreuth – Der Weg zum Ziel war lang und nicht ohne Hindernisse, doch seit der Bürgerversammlung im Juni dieses Jahres ist klar: Kreuth wird nach den Orten Ramsau, Sachrang und Schleching das vierte deutsche Bergsteigerdorf. „Ich bin überzeugt, dass wir damit den richtigen Weg eingeschlagen haben“, meint Bürgermeister Josef Bierschneider (CSU).

Nicht nur, dass er seit der Bekanntgabe „viele positive Rückmeldungen“ aus der Bevölkerung erhalten habe, auch der erste Info-Abend im Rathaus stieß nun auf große Resonanz. „Es waren mehr als 40 Leute da“, freut sich Bierschneider. Darunter Bürger, die sich in der Projektgruppe engagieren wollen, aber auch potenzielle Partnerbetriebe des künftigen Bergsteigerdorfs. Das können Gastgeber und Einzelhändler sein, aber auch andere Unternehmen. In Kreuth habe zum Beispiel unter anderem die Skischule Tegernseer Tal ihr Interesse signalisiert, berichtet der Rathaus-Chef.

Um das einheitliche Siegel „Bergsteigerdorf“ führen zu dürfen, sind diverse Kriterien zu erfüllen. So müsse es sich um familiär geführte Betriebe handeln, die nicht Teil einer großen Kette sind. Die Vermieter sollten ihre Gäste zudem mit regionalen Produkten verköstigen und die Urlauber „bergsteigerisch beraten“ können, wie es Bierschneider nennt. Will heißen: Die Gastgeber sollten sowohl Tourentipps als auch den aktuellen Wetter- oder Lawinenlagebericht sowie Kartenmaterial parat haben

„Außerdem verpflichtet sich der Betrieb dazu, Alpenvereins-Mitgliedern eine Ermäßigung von zehn Prozent auf den Übernachtungspreis zu gewähren“, erklärt der Rathaus-Chef. Diese Vergünstigung entfalle allerdings, sobald der Gast nicht beim Betrieb direkt, sondern über eine Buchungsplattform sein Zimmer klar mache.

„Entscheidend ist, dass der Betrieb die Philosophie der Bergsteigerdörfer mitträgt und auch an den Gast kommuniziert“, betont Tobias Hipp, beim Deutschen Alpenverein (DAV) zuständig für die Zertifizierung. Bedeutet: Der Betrieb müsse sich klar zum sanften Tourismus bekennen.

Noch im Laufe des August, so Bierschneider, sollten sich alle interessierten Betriebe bei der Gemeinde melden. Die Liste gehe dann weiter an den DAV, der die Einhaltung der Kriterien überprüfe und gegebenenfalls eine Kooperations-Vereinbarung mit den jeweiligen Betrieben unterzeichne. Anschließend können die Unternehmen mit dem Siegel werben und werden auch auf der zentralen Internetseite bergsteigerdoerfer.org gelistet.

„Die Resonanz in Kreuth ist bisher sehr überzeugend“, findet Hipp. Die Bürger würden hier durchaus eine Chance sehen, ihren Ort touristisch neu zu positionieren. Einen kleinen Wermutstropfen gibt’s allerdings schon. Bekanntlich kann aufgrund einer Obergrenze bei der Einwohnerzahl nicht Gesamt-Kreuth zum Bergsteigerdorf ernannt werden. Ausgenommen sind die Ortsteile Ringsee, Weissach, Reitrain, Oberhof und Trinis. Dies hatte bei der Bürgerversammlung im Juni durchaus für Bedauern gesorgt. Inzwischen, versichert Bierschneider, habe es aber keine neuerliche Kritik dazu gegeben.

Als nächsten Schritt muss die Gemeinde nun eine Broschüre erstellen, wie sie alle Bergsteigerdörfer vorhalten müssen. Darin sollen sowohl Tourenempfehlungen als auch grundsätzliche Infos über die Gemeinde enthalten sein. Pünktlich zur offiziellen Verleihung des Siegels solle diese Broschüre vorliegen, sagt Bierschneider. Der Festakt ist fürs kommende Frühjahr geplant. Erst dann, so erklärt Hipp, könne die Gemeinde endgültig „die Fahnen hissen“.

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