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Sie wollen das Bergsteigerdorf Kreuth mit Leben erfüllen: Die Vertreter der künftigen Partnerbetriebe trafen sich jetzt zu einer ersten Versammlung in der T ourist-Info mit Bürgermeister Josef Bierschneider (l.).

Von der Bäckerei über Gastgeber bis hin zur Mountainbikeschule

Vielversprechender Auftakt: Das sind die 22 Partner des Bergsteigerdorfs

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Mit 22 Partnerbetrieben - einer stolzen Zahl - startet die Gemeinde Kreuth ihre Karriere als Bergsteigerdorf. Dabei sind es keineswegs nur Vermieter, die sich unter dieser Dachmarke präsentieren.

Kreuth – Tobias Hipp spricht von einem viel versprechenden Start. Als Mitarbeiter des Deutschen Alpenvereins (DAV) hat er in den vergangenen Monaten all jenen Betrieben in Kreuth auf den Zahn gefühlt, die Partner des Bergsteigerdorfs werden wollen. Was er sah und hörte, habe ihn durchweg überzeugt, sagt Hipp. 22 Unternehmen werden demnächst als offizielle Partnerbetriebe des Bergsteigerdorfs Kreuth zertifiziert. „Das ist eine sehr gute Zahl“, meint Hipp. Zum Vergleich: Ramsau im Berchtesgadener Land kann aktuell zwölf Partnerbetriebe aufbieten.

Beim Bäcker gibt’s Bergsteigerbrot

Die Motivation, sich für eine Partnerschaft zu entscheiden, ist bei den Kreuther Betrieben durchaus unterschiedlich, von der Philosophie der Bergsteigerdörfer sind letztlich aber alle überzeugt. „Das gehört unterstützt, jeder sollte mitziehen“, meint etwa Andrea Sanktjohanser von der gleichnamigen Bäckerei. Der Zufall will es, dass sie seit vergangenem Jahr sogar ein „Bergsteiger-Brot“ im Sortiment hat. Um das Klientel der Wanderer noch stärker anzusprechen, werde es im neu geplanten Café der Bäckerei auch ein Bergsteiger-Frühstück geben. „Und wir werden Müsliriegel selber machen“, kündigt die Geschäftsfrau an.

Sanfter und naturnaher Tourismus – das ist es, was die Bergsteigerdörfer propagieren. Eine Idee, die auch die Garhammers aus Glashütte gerne unterstützen möchten. Für die Inhaber einer Ferienwohnung war es keine Frage, sich in die Partnerbetriebe einzureihen. Die Alpinkompetenz, die den Vermietern vom DAV abverlangt wird, sei in ihrem Haus ohnehin vorhanden, sagt Tini Garhammer. „Wir sind ja selber Bergsteiger und nutzen die Freizeitmöglichkeiten vor unserer Haustür“, erklärt die Gastgeberin, die entsprechende Tourentipps auch gerne an ihre Gäste weitergibt.

Ein Dutzend Vermieter sind mit von der Partie

Mit der Partnerschaft haben sich die Garhammers – so wie alle anderen Vermieter auch – dazu bereit erklärt, künftig allen Gästen mit Alpenvereins-Mitgliedschaft eine Ermäßigung von zehn Prozent auf den Übernachtungspreis zu gewähren. Im Gegenzug werden die Betriebe über die eigene Homepage der Bergsteigerdörfer beworben. Insgesamt sind es in Kreuth zwölf Beherbergungsbetriebe, die mitmachen.

Bergsteigerdorf – das bedeutet nicht nur Wandern. Auch Andrea Wiedenbauer, Inhaberin der Langlauf- und Mountainbike-Schule Powderworld in Kreuth, lässt ihren Betrieb mit der Plakette bestücken. „Wir wollen das Bestmögliche dafür tun, dass sich die Leute hier wohlfühlen“, sagt sie. Wiedenbauer sieht das Langlaufen und Bergradeln als ideale Ergänzung zum Wandern und will sich auch künftig um ein friedliches Miteinander in den Bergen bemühen: „Denn der Radler von heute geht morgen vielleicht zum Wandern.“

E-Bikes werden vom Alpenverein akzeptiert

Dass Wiedenbauer in ihrer Schule auch Kurse mit dem E-Bike anbietet, stand der Zertifizierung im Übrigen nicht im Wege. Diese Art der Motorisierung sei vom Alpenverein akzeptiert. Das bestätigt auch DAV-Vertreter Hipp: „Unser Ziel ist es ja nicht, die Betriebe zu ändern“, sagt er. Wichtig sei, dass die jeweiligen Partner grundsätzlich hinter der Philosophie des naturverträglichen Tourismus stünden. „Natürlich dürfen sie keine Motocross-Veranstaltungen organisieren“, meint Hipp.

Diese Art von „Halligalli“ hat auch Albert Meier von der Skischule Tegernsee nicht im Sinn, die künftig ebenfalls Partnerbetrieb des Bergsteigerdorfs sein will. „Unser Publikum sind zum Großteil Familien mit Kindern, die wir an die Natur heranführen“, sagt Meier, der mit dem Betrieb am Hirschberg ansässig ist. Die dort bestehenden Liftanlagen sowie die Beschneiung gehen für den DAV in Ordnung. „Die Beschneiung erfolgt hier in einem Rahmen, den wir als absolut naturverträglich betrachten“, bestätigt Hipp. Und fügt hinzu: „Eine Skischule ist für ein Bergsteigerdorf extrem wichtig.“

Der Hirschberg ist nicht Ischgl

Neben der Skischule ließ sich auch die zugehörige Hütte, Andis Hirschberg Stüberl, vom Alpenverein zertifizieren. Auch hier habe man die Voraussetzungen mit Kinderfreundlichkeit und natürlichen, regionalen Produkten bereits erfüllt, sagt Meier. Und man habe auch künftig nicht vor, in dem Hütterl „Vollgas Après Ski“ à la Ischgl oder Sölden zu veranstalten, versichert er. „Bei uns geht es eher griabig zu.“

Ihre offiziellen Zertifikate erhalten die Partnerbetriebe übrigens erst im Sommer. Dann, wenn auch die offizielle Verleihung des Prädikats Bergsteigerdorf an die Gemeinde Kreuth erfolgt. Dazu ist am 13. Juli ein Festakt auf der Königsalm geplant.

Und das sind die Partnerbetriebe auf einen Blick

Das sind die künftigen Partnerbetriebe des Bergsteigerdorfs Kreuth: Alpentaxi Josef Forster, Bäckerei Sanktjohanser, Ballooning Tegernsee, Fein- und Naturkost Monika Hagn, Ferienwohnung Aumann, Ferienwohnung Garhammer, Ferienwohnung Kimpfbeck, Ferienwohnung Sennhofer, Ferienwohnung Tegernsee (Familie Schneider), Gästehaus Eck (Handlhof), Gästehaus Kandlinger, Gästehaus Winkler, Haus Becher, Haus Pletscherer, Haus Schönet-Kirchberger, Haus Strillinger, Käse-Alm Kreuth, Naturkäserei TegernseerLand, Langlauf- und Mountainbike-Schule Powderworld, Andis Hirschberg Stüberl, Skischule Tegernsee, Südtiroler.

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