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Leidenschaft fürs Kino: Bernward Schlinker (l.) mit dem diese Woche verstorbenen Joseph Vilsmaier bei einem Filmstart am Tegernsee . 

Zum Tod von Bernward Schlinker 

„Bernie“ Schlinker brachte einen Hauch von Hollywood an den Tegernsee 

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Bernward „Bernie“ Schlinker  gründete das „Kino am Tegernsee“.  Im Alter von 84 Jahren ist er gestorben. Es bleibt  die Erinnerung 

Kreuth– Bernward „Bernie“ Schlinker hat ein Stück Hollywood an den Tegernsee geholt. Sein Kinocenter in Weissach brachte die Glitzerwelt und viele leibhaftige Promis ins Tal. Im Alter von 84 Jahren ist Schlinker jetzt gestorben. Zu Grabe getragen hat ihn seine Familie auf dem Ringbergfriedhof in Kreuth.

Die Liebe zum Film lag Schlinker im Blut. Er wurde 1935 in eine Kinofamilie hineingeboren. Schon sein

Großvater gründete 1926 in Warburg die „Warburger Lichtspiele“. Die Familie führte die Tradition fort. Es war eine große Familie: Schlinker, in Siegen (Nordrhein-Westfalen) geboren, hatte fünf Geschwister. „Von klein auf hatte er immer mit Kino und Film zu tun“, erzählt seine Ex-Frau Edith Schlinker.

Ab 1962 war er dann selbst in der Filmbranche tätig, zuerst bei einem Münchner Filmverleih im Außendienst. 1972 zog der leidenschaftliche Segler an den Tegernsee. Dort genoss er das Zusammensein mit seinen Freunden, das Segeln, das Bräustüberl. „Er hatte viel Spaß“, weiß Edith Schlinker. Wenig später eröffnete er seine ersten Kinos im Tegernseer Tal: in Tegernsee, in Gmund und Bad Wiessee. 

1989 erfüllt sich der Traum vom Kinocenter am Tegernsee

Seinen Traum vom Kinocenter konnte der begeisterte Filmmann 1989 in Weissach erfüllen. In den Räumen, in denen auch heute noch das „Kino am Tegernsee“ seinen Platz hat, eröffnete er erst die Kinos „Hollywood“ und Tiffany“, einige Jahre später dann noch das „Beverley“.

Schlinker wählte nicht nur seine Filme sorgsam aus, sondern saß auch selbst jeden Tag an der Kinokasse. Bei den Besuchern war er beliebt. Sie schätzten den persönlichen Kontakt, die familiäre Atmosphäre, seinen Humor und die Lebensfreude, die immer spürbar war. Seiner Persönlichkeit war es zu verdanken, dass zu Kinostarts besonderer Filme Regisseure wie der jüngst verstorbene Joseph Vilsmaier und auch einige Schauspieler kamen.

Bis 2013 jeden Tag an der Kinokasse

Seine Liebe galt der Familien, den Kindern Julia und Andreas. Auch der Sport bedeutete ihm viel. Lange spielte er Tennis, auch Turniere. Als die Gelenke nicht mehr mitmachten, entdeckte er Golf als neue Leidenschaft.

Die Freude am Kino hat ihn nie verlassen. Bis zum November 2013 saß er täglich an der Kasse. Dann erlitt er einen Schlaganfall. Es folgten Klinikaufenthalte, Reha, und schließlich der Umzug in die Seniorenresidenz Bruneck. Dort, weiß Edith Schlinker, fühlte er sich bis zu seinem Tod gut aufgehoben.  mm

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