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Im Sommer 2016 hat Carmen Obermüller das Kino in Weissach nach umfangreicher Renovierung wieder geöffnet. Sie ist zufrieden mit dem Zuspruch der Besucher.

Interview mit Betreiberin Carmen Obermüller

Wie es im einzigen Kino am Tegernsee läuft

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Das kleine Kino in Weissach war bereits totgesagt, als sich mit Carmen Obermüller (55) doch noch eine neue Betreiberin fand. Wir haben bei ihr nachgefragt: Wie läuft‘s im einzigen Kino am Tegernsee?

Weissach - Mitte August vergangenen Jahres hat die Wiesseerin Carmen Obermüller das „Kino am Tegernsee“ nach umfangreicher Renovierung und mit einem völlig überarbeiteten Konzept wieder eröffnet. Im Interview mit der Tegernseer Zeitung erklärt sie, wie es seither gelaufen ist.

Frau Obermüller, seit der Wiedereröffnung des Kinos ist fast ein halbes Jahr vergangen. Wie fällt Ihre Bilanz aus?

Carmen Obermüller: Ich bin sehr zufrieden. Den Gästen gefällt’s, mir gefällt’s. Viele Besucher kommen regelmäßig – das zeigt mir, dass sie mein Angebot annehmen. Und das lässt mich optimistisch in die Zukunft blicken.

Wie viele Leute kommen durchschnittlich zu den Vorstellungen?

Carmen Obermüller: Das lässt sich schwer sagen. Bei den Besucherzahlen gibt es große Schwankungen. Das ist von verschiedenen Faktoren abhängig, wie zum Beispiel dem Wetter, dem Filmangebot oder auch Konkurrenz-Veranstaltungen.

Apropos Filmangebot: Was kommt bei den Besuchern besonders gut an?

Carmen Obermüller: Auch das ist sehr unterschiedlich. Es gibt ja ganz verschiedene Zielgruppen: Die Kinder zum Beispiel mögen besonders Animationsfilme, das anspruchsvolle Klientel kommt gerne zu den Filmen der Reihe „Weissachflimmern“, andere suchen einfach nur gute Unterhaltung.

Was darf man unter den Filmen mit der Überschrift „Weissachflimmern“ verstehen?

Carmen Obermüller: Immer am Dienstag und Mittwoch zeige ich unter diesem Titel einen besonderen Film, der nicht dazu geeignet ist, ihn die ganze Woche laufen zu lassen. Dafür hätte er einfach zu wenig Besucher. Oft sind es Filme, die besonders ausgezeichnet wurden.

Wie kommen Sie auf diese Filme?

Carmen Obermüller: Meistens sind es welche, die ich selbst gut finde oder nach denen die Leute gezielt fragen. Diese Filme sind auch jederzeit zu bekommen, weil es ja keine Startfilme sind.

Anders ist es mit den großen Blockbustern, oder? Kleine Kinos klagen ja oft, dass sie die nicht zeigen können. Warum eigentlich?

Carmen Obermüller: Das Problem ist, dass man die Blockbuster wegen der Vorgaben des Verleihs zu oft spielen muss. Mit nur zwei Sälen ist das natürlich nicht möglich – dann müsste ich in einem Saal ja drei Wochen lang ein- und denselben Film spielen. In Ausnahmefällen kann man das schon mal machen, aber eben nicht andauernd.

Lieber suchen Sie sich Ihre eigenen Nischen?

Carmen Obermüller: Ja, ich biete auch heuer ab Oktober die Live-Übertragungen aus der Metropolitan Opera an. Das kam im vergangenen Jahr super an: Da waren alle zehn Vorstellungen ausverkauft. Außerdem möchte ich ab Frühjahr einmal im Monat nachmittags ein „Seniorenkino“ anbieten. Für den Ticketpreis bekommen die Besucher vor dem Film noch Kaffee und Kuchen. So haben auch ältere Herrschaften, die abends nicht mehr so gerne rausgehen, die Gelegenheit, ins Kino zu kommen. In großen Städten wird das schon recht häufig angeboten. Ich denke, das könnte aber auch für unsere ländliche Region sehr gut passen. Zudem soll es einmal im Monat einen Film in Originalversion geben.

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