24-Stunden-Alkoholverbot am Münchner Hauptbahnhof: Entscheidung ist gefallen

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Klaus Wiesner (r.) und Nachbar Hans Götschl vor dem verkohlten Haus in Trinis. 

„Danke für die große Unterstützung“

Brandopfer Klaus Wiesner will jetzt selbst Hilfsorganisation gründen

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Eine große Welle der Hilfsbereitschaft hat Klaus Wiesner (54) erfahren, nachdem ein Feuer sein Haus zerstört hatte. Jetzt will er selbst eine Hilfs-Organisation gründen.

Kreuth – Die Nacht auf den 10. Dezember war die bisher schlimmste seines Lebens: Ein Feuer zerstörte sein kleines Haus in Trinis. Ausgelöst durch heiße Asche, die im Carport gelagert wurde, wie die Kripo Miesbach kurz darauf ermittelt. Der 54-Jährige, seine Freundin und die 55-jährige Mieterin Ramona S. im Obergeschoss, konnten sich retten, verloren aber ihr komplettes Hab und Gut. Sie hatten nichts mehr, nur die dünnen Kleider, den Schlafanzug und die Pantoffel, mit denen sie flüchteten. Lediglich den Tresor mit den Papieren und sein geliebtes Akkordeon schafften Wiesner und sein Bruder Martin ins Freie. Reisebüroleiter Hans Götschl, ein Nachbar Wiesners, reagierte spontan: Er organisierte Kleiderspenden, drückte Wiesner fürs Erste ein paar Geldscheine in die Hand und rief unter dem Stichwort „Großbrand Trinis“ eine Spendenaktion ins Leben.

Einfamilienhaus in Kreuth brennt komplett ab: Was wir wissen

Sieben Wochen nach dem Unglück ist das Szenario am Brandort in Trinis immer noch gespenstisch: „Wir dürfen keinen Balken dort bewegen“, sagt Wiesner. Alles liegt da, wie nach den Löscharbeiten, mit denen die Feuerwehren eine Glanzleistung bewiesen. Denn sie verhinderten, dass die Flammen in der eng bebauten Straße auf die Nachbarhäuser übergriffen. Wiesner muss auf das Gutachten seiner Versicherung warten. „Erst dann wird entschieden, was mit dem Haus, das noch nicht einmal abbezahlt war, passiert.“ Dass die Versicherung der Meinung ist, man könne das Haus mit der 30 Jahre alten Heizung „reparieren“, ist für den gelernten Schriftsetzer und Drucker, der inzwischen als Landschaftsbauer arbeitet, „ein Witz“. Zumal sich die Gemeinde Kreuth und auch das Landratsamt einig seien, dass das Haus eine andere Position bekommen müsse – auch aus Brandschutzgründen.

Während Mieterin Ramona S. inzwischen in Bad Wiessee eine kleine Wohnung gefunden hat, wohnt Wiesner in der Wildbachhütte auf der Sutten. Die Wirtsleute Andreas und Sebastian Hiederer hatten ihm gleich nach dem Brand eine Bleibe angeboten. Seit der Kreuther dort mit seinem Trio Tegernsee bei Grillabenden und Veranstaltungen für musikalische Unterhaltung sorgt, sind die drei Männer befreundet. Auch ein Zeichen von Hilfsbereitschaft.

Leser der Tegernseer Zeitung und viele Menschen im Tal spendeten derweilen auf das Konto. „Über 15 000 Euro sind inzwischen eingegangen“, freut sich Wiesner. Das Geld will er verwenden, um Gebrauchsgegenstände für den Alltag und Einrichtung in seinem neuen Haus in Trinis zu besorgen – „wenn es irgendwann einmal stehen sollte.“ Wiesner hatte, wie berichtet, keine Hausrat-Versicherung, die ihm den Schaden ersetzt. Zudem braucht er Überbrückungsgeld, auch um erste Abschlagszahlungen für eventuell nötige Anwälte leisten zu können. Momentan kämpft er mit den Folgen eines Bandscheibenvorfalls, den er kurz vor dem Brand erlitten hatte.

„Ohne die Hilfe von Familie, Freunden, Nachbarn und Spendern würde ich blöd dastehen“, sagt Wiesner. Weil er viel Hilfe erfahren hat, möchte er Hilfe zurückgeben. Deshalb plant er die Gründung eines Vereine oder einer Organisation. „Damit soll Menschen geholfen werden, die wie ich plötzlich in Not geraten.“ Den Namen dafür hat er schon: „Mia helfen zamm“ soll die Initiative heißen, derzeit lässt er klären, wie man sie auf die Beinen stellen kann, „damit alles Hand und Fuß hat.“ 

Dankeschön-Fest am 23. Juni auf der Wildbachhütte

Fest steht: Am 23. Juni, eine Woche nach dem Berg-Waldfest, steigt auf der Wildbachhütte ein großes Fest mit viel Musik und 500 Liter Freibier. „Jeder, der Lust hat, mit uns Musi’ zu machen, ist willkommen“, sagt Wiesner. Der „Oimara“ Beni Hafner, hat schon zugesagt. „Ich will einfach nur Danke sagen an alle, die mir geholfen haben“, sagt Wiesner.

gr

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