1. Startseite
  2. Lokales
  3. Tegernsee
  4. Kreuth

Tegernseer Hütte: Gemeinde macht Ausnahme von Gestaltungssatzung

Erstellt:

Von: Alexandra Korimorth

Kommentare

null
Beliebtes Ausflugsziel: Die Tegernseer Hütte am Roß- und Buchstein muss wegen Brandschutzmängeln umgebaut werden. © Thomas Plettenberg

Weil es beim Brandschutz hakt, können keine Bergsteiger mehr auf der Tegernseer Hütte übernachten. Mit einem Umbau will der Alpenverein (DAV) Abhilfe schaffen. Jetzt lagen die Pläne dem Gemeinderat vor.

Kreuth - Seit September ist mit den Übernachtungen auf der beliebten Tegernseer Hütte am Roß- und Buchstein (Gemeinde Kreuth) Schluss. Wegen Brandschutzmängeln haben die Behörden das Schlaflager dicht gemacht. Seither treibt die Alpenvereins-Sektion Tegernsee als Besitzerin des Bergdomizils fieberhaft Umbaupläne voran. Am Donnerstagabend lagen die Entwürfe nun dem Kreuther Gemeinderat zur Genehmigung vor.

Die Planung des DAV sieht nicht nur zwei Außentreppen und zwei Balkone im Norden und Osten als Fluchtwege vor, sondern auch eine Erweiterung der Nutzfläche – und zwar um gut 50 Quadratmeter. Diese Erweiterung resultiert aus der geänderten Dachform. Denn auf das bestehende Dach soll ein Quergiebel mit Gauben in Ost-West-Richtung gesetzt werden.

Bei der Gemeinderatssitzung stellte Bauamtsleiter Andreas Schwinghammer zwar klar, dass weder Dachgauben und Außentreppen noch die neuen Giebelüberstände der Kreuther Gestaltungssatzung entsprechen, dennoch stimmten alle Gemeinderäte für den Um- und Ausbau der Tegernseer Hütte.

Allen voran befürwortete Bürgermeister Josef Bierschneider (CSU) das Projekt: „Die Tegernseer Hütte zwischen den Felsen entspricht ohnehin nicht der Gestaltungssatzung. Sie ist aber ein beliebtes Ausflugsziel, und es ist allen daran gelegen, dass Übernachtungen dort wieder möglich sind.“ Martin Walch (SPD) betonte, dass er prinzipiell kein Freund von Abweichungen von der Gestaltungssatzung sei, doch hier liege eine Ausnahmesituation vor. Zumal sich die Tegernseer Hütte auch nicht als Bezugsfall anbiete. Auch Elisabeth Hartwig (CSU) wollte dem Paket „ob der besonderen Lage und der Situation“ zustimmen.

Auch interessant: Beliebter Steig zur Tegernseer Hütte aufwendig saniert

Der Zweite Vorsitzende der DAV-Sektion Tegernsee, Otto Parzhuber, zeigte sich bei der Sitzung erfreut über den positiven Bescheid. Gegenüber der Tegernseer Zeitung erklärte er die Notwendigkeit der Vergrößerung: „Durch den Giebel werden zwar die Matratzenlager nicht größer, sondern eher kleiner. Aber wir gewinnen Zimmer für das Personal.“ Bisher hätten die Mitarbeiterinnen des Hüttenwirtepaares Sylvia und Michael Ludwig im Matratzenlager bei den Gästen übernachtet. „Das war eigentlich ein Unding. Deshalb war es für die Ludwigs fast unmöglich, Personal zu finden, das langfristig bleibt“, erklärte Parzhuber.

Lesen Sie hier: Die Tegernseer Hütte: Ein Adlernest mit riesiger Fangemeinde

Von dem Umbau erhofft sich der DAV auch eine Entspannung und einen ausgleichenden Effekt über alle Wochentage bei den Übernachtungen. Die voraussichtlichen Kosten werden nun in einem nächsten Schritt ermittelt: „Allein, das Baumaterial auf 1650 Meter Höhe zu schaffen, wird eine kostspielige Angelegenheit. Außerdem braucht es gute Handwerker aus wirklich allen Bereichen“, machte Parzhuber deutlich. Im Frühjahr 2020 will die Sektion Tegernsee die Baumaßnahme in Angriff nehmen.

ak

Auch interessant

Kommentare