Brutaler Übergriff beim Waldfest Kreuth: Was wir wissen
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Brutaler Übergriff beim Waldfest Kreuth: Was wir wissen

Polizei hat Bildmaterial - weitere Zeugen gesucht - Opfer immer noch auf Intensivstation

Brutaler Übergriff beim Waldfest Kreuth: Was wir wissen

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Kreuth - Nachdem ein Tölzer (18) beim Kreuther Waldfest brutal zusammengeschlagen wurde, gibt es jetzt eine Täterbeschreibung - und die Geschichte einer mutigen Heldin.

So unglaublich wie die brutale Gewalttat selbst ist der Mut einer Warngauerin (21), die das 18-Jährige Opfer gerettet hat. Nach aktuellem Ermittlungsstand der Polizei Bad Wiessee hat sich die grausige Geschichte so abgespielt: 

Die 21-Jährige befindet sich in der Nacht auf Samstag gerade auf dem Heimweg, als sie beobachten muss, wie die beiden Unbekannten auf den Tölzer einschlagen. Immer und immer wieder. Die Wargauerin kennt den Tölzer von klein auf. Noch als er am Boden liegt, muss sie beobachten, wie sie auf seinen Schädel eintreten. 

Mehrere Personen schauen einfach zu

Noch schlimmer: Etwa zehn Personen stehen da laut Polizei bereits in Sichtweite, greifen aber nicht ein - einige filmen die grausige Szene stattdessen mit ihrem Handy. Die Warngauerin dagegen muss nicht lange überlegen. Sie tritt den beiden Schlägern allein gegenüber. 

Sie tritt den Schlägern gegenüber - alleine

Sie brüllt die beiden an und schreit gleichzeitig um Hilfe. Dann erst lassen die Schläger von ihrem Opfer ab. Sie bringt den Tölzer zu einer befreundeten Familie nach Bad Wiessee. Der Vater, Arzt, schickt den Tölzer am nächsten Morgen ins Krankenhaus Agatharied. Erst die Mutter erstattet dann am Samstagnachmittag Anzeige.

Tatzeit und Tatort bekannt

Und inzwischen ist die Polizei mit ihren Ermittlungen ein ganzes Stück weiter. So ist auch der genaue Tatort bekannt, genauso die Tatzeit. Die beiden Unbekannten verprügeln ihr Opfer kurz vor 3 Uhr direkt an der Weißach-Brücke südlich des Waldfestgeländes, also außerhalb der Kontrolle des veranstaltenden Ski Clubs Kreuth. 

Ski-Club-Chef Bartl entsetzt

Dessen Vorsitzender Sepp Bartl zeigt sich gegenüber unserer Zeitung bestürzt: "Von uns hat kein Mensch etwas mitbekommen. Wenn das am Festplatz selbst passiert wäre, hätten wir eingreifen können." Hin und wieder passiere das mal, dass zwei aneinander geraten. "Dann gehen wir sofort dazwischen." 

Auch für die anderen Ski Club-Mitglieder war die Nachricht der schlimmen Gewalttat in nächster Nähe ein Schock. War doch die Stimmung gerade am Freitagabend ruhig und friedlich. Das Fest war nicht überlaufen, die Atmosphäre durch und durch gemütlich. 

So sahen die beiden Täter aus:

Warum also die beiden Unbekannten so brutal über den Tölzer herfielen, bleibt vorerst unklar. Dafür gibt es eine Täterbeschreibung: Die beiden waren mit einer dunklen Bund-Lederhose und kariertem Trachtenhemd bekleidet. Sie sprachen akzentfreies Hochdeutsch. Einer war laut Zeugen Ende 20, 1,90 Meter groß, hatte kurzes braunes Haar. Der andere Anfang 30, 1,90 Meter groß und trug sein braunes Haar deutlich länger. Die Polizei verfügt inzwischen über Bildmaterial von einem der Handyfilmer und sucht noch weitere Zeugen, die sich bei der Polizei Bad Wiessee unter 08022/ 98780 melden können.

Indessen liegt der Tölzer wegen seiner schweren Kopfverletzungen immer noch auf der Intensivstation im Krankenhaus Agatharied.

Tat weckt schlimme Erinnerungen

Normalerweise laufen die Waldfeste - im Vergleich zu anderen Großveranstaltungen, bei denen viel Bier fließt - relativ friedlich ab. Doch der Fall weckt böse Erinnerungen an das Waldfest Ostin 2013. Da drehte ein Fischbachauer komplett durch und ging mit einer Eisenstange bewaffnet auf andere Waldfestbesucher los. Er wurde schließlich gefasst und wegen versuchten Mordes verurteilt.

kmm

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