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Cannabis-Pflanzen hat eine Kreuther angebaut.

Amtsgericht spricht Bewährungsstrafe aus 

Cannabis gegen die Schmerzen: Kreuther verurteilt

Kreuth - Statt Schmerzmittel einzunehmen, versuchte es ein Kreuther (55) mit Betäubungsmitteln. Er baute Pflanzen in der eigenen Wohnung an. Nun hat er eine Bewährungsstrafe kassiert.

Statt Schmerzmittel einzunehmen, versuchte es ein Kreuther (55) nach einer Unterschenkelamputation mit Betäubungsmitteln. Er baute mehrere Pflanzen in der eigenen Wohnung an. Nun hat er eine Bewährungsstrafe kassiert.

Seine Medikamente waren ihm nicht wirkungsvoll genug, da stieg ein 55-jähriger Kreuther auf eine andere Methode um: Drogen. Wegen unerlaubten Besitzes und Anbaus von Betäubungsmitteln in seiner Wohnung musste er sich nun vor dem Miesbacher Amtsgericht verantworten. Der Mann ist seit zweieinhalb Jahren aufgrund eines Forstunfalls unterschenkelamputiert, weshalb er „immer wieder Schmerzattacken“ habe, wie er vor Gericht erklärte. Doch all die Schmerzmittel wollten nicht richtig anschlagen. „Dann dachte ich mir, dass ich es einfach mal mit Betäubungsmitteln versuche“, sagte er. Einen grünen Daumen habe er als Freizeit-Gärtner ohnehin. Also baute er die Drogen selbst an. Zunächst waren es nur kleine Samen, die der Mann von Freunden geschenkt bekam. Vor etwa einem Jahr setzte er die Samen in die Erde ein, nicht einmal fünf Monate später entstanden daraus große Pflanzen. Insgesamt mehr als 800 Gramm Marihuana sowie kleinere Mengen Cannabis und Haschisch befanden sich nun in der Wohnung des 55-Jährigen. 

„Ich hab auch schon versucht, die Betäubungsmittel legal zu erwerben, aber da hatte ich keine Chance, welche zu bekommen“, erklärte der Angeklagte. Somit gab der Kreuther seine eigens gezüchteten Blüten und Blätter in kleinen Mengen in seinen Tee, was ihm laut eigener Aussage auch zu helfen schien. „Etwa zweimal in der Woche hab ich dann noch zusätzlich dreimal an einem Joint gezogen“, berichtete der Beschuldigte weiter. „Bei dem Konsum hätten die Pflanzen aber für drei Leben gereicht“, entgegnete Richter Walter Leitner schmunzelnd. Nach der Arbeit wollte er eben zur Ruhe kommen, sagte der Kreuther, doch da kamen die Schmerzen wieder hoch. „Die paar Züge haben meine Schmerzen dann schon gelindert.“ Und das, obwohl das Marihuana nur einen geringen Wirkstoffgehalt von 1,5 Prozent Tetrahydrocannabinol (THC) besaß. So hätte der Angeklagte wohl für viele Jahre nahezu schmerzfrei sein können. 

Doch schließlich wurde die Polizei auf ihn aufmerksam. „Wir haben mitgeteilt bekommen, dass dort Betäubungsmittel angebaut werden“, erklärte ein Beamter der Polizeiinspektion Bad Wiessee. Gegenstände, die auf einen professionellen Anbau hingedeutet hätten – wie Lampen oder Belüftungsanlagen – fand die Polizei bei der Hausdurchsuchung im August 2015 jedoch nicht. Lediglich eine blühende Gartenlandschaft auf dem Balkon des Angeklagten. Aufgrund dieser großen Menge forderte Staatsanwältin Pongratz eine elfmonatige Bewährungsstrafe für den Kreuther. Zudem solle er 1200 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung spenden. Verteidigerin Claudia Wüllrich plädierte dafür, es bei einer Geldstrafe für ihren Mandanten zu belassen. „So viele Pflanzen kamen dabei ja auch nur raus, weil wir 2015 einen super Sommer hatten.“ Leitner kam der Bitte nicht nach, sprach den Angeklagten des unerlaubten Besitzes und Anbaus von Betäubungsmitteln schuldig und verurteilte ihn zu einer Bewährungsstrafe von acht Monaten. Zusätzlich muss der Mann 1200 Euro an die Suchtberatung der Caritas Miesbach bezahlen. „Es war Ihr erster Versuch, Sie haben wenig konsumiert, aber sind dann voll reingetappt“, resümierte der Richter. „Mit dem Anbau von homöopathischem Marihuana hat es nicht geklappt.“

hph

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