Bürgermeister Josef Bierschneider (CSU) Kreuth
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Der Kreuther Bürgermeister Josef Bierschneider wagte mit dem Gremium einen Blick in die Zukunft.

„Die Krise trifft uns hart“

Corona: Kreuth rechnet mit deutlichen Einbußen

  • Alexandra Korimorth
    vonAlexandra Korimorth
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In der jüngsten Kreuther Gemeinderatssitzung fasste Bürgermeister Josef Bierschneider die aktuelle Lage zusammen. Mit dem Gremium wagte er einen Blick in die Zukunft.

Kreuth – Am Ende der jüngsten Kreuther Gemeinderatssitzung, die Corona-bedingt in der Turnhalle der Grundschule stattfand, fasste Bürgermeister Josef Bierschneider (CSU) nicht nur die aktuelle Lage in Kreuth zusammen. Gemeinsam mit dem Gremium wagte er einen Blick in die Zukunft.

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Corona: Kreuth rechnet mit deutlichen Einbußen

„Die Krise trifft uns als Tourismus-Gemeinde besonders hart, zumal auch der Handel und das Handwerk vom Fremdenverkehr abhängen“, stellte Bierschneider klar. Er erwarte daher nicht nur Einbrüche beim Kurbeitrag und der Fremdenverkehrsabgabe, sondern auch bei der Gewerbesteuer. Es seien bereits Stundungsanträge gestellt worden. Überdies müssten zu viel geleistete Gewerbesteuer-Vorauszahlungen erstattet werden. Weil der Kreuther Haushalt 2020 ohnehin auf Kante genäht ist, versicherte Bierschneider, „dass wir jede Ausgabe genau prüfen werden“. So habe man eine Stellen-Nachbesetzung im Freibadbereich ebenso verschoben wie den Start des Bergsteigerbusses. Die Mitarbeiter in den gemeindlichen Einrichtungen hätten ihren Resturlaub und Überstunden abgebaut. Bierschneider bat die Bürger, die Wirtschaft vor Ort zu unterstützen und möglichst viel regional zu kaufen. Martin Walch (SPD) schlug angesichts der zu erwartenden Einbrüche vor, einen Nachtragshaushalt aufzumachen, „sobald neue Schätzungen und Zahlen“ verfügbar seien.

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Bierschneider berichtete, dass sich die Tegernseer Tal Tourismus GmbH (TTT) dafür rüste, innerdeutsche Urlauber zu gewinnen, sobald die Beherbergungsbetriebe wieder öffnen können. Der Stimmkreisabgeordneten Ilse Aigner habe man signalisiert, dass es wichtig sei, zunächst einmal die Ferienwohnungen (für Selbstversorger) wieder freizugeben. Sie wolle diesen Vorschlag in einer der nächsten Kabinettssitzungen der bayerischen Staatsregierung erörtern.

Markus Wrba (FWG), der berichtete, dass die Lage für so manchen Kreuther Gastronom und Hotelier ernst bis dramatisch sei, forderte, einen eigenen Hygieneplan und Abstandsgebote für Hotels im Tegernseer Tal zu entwickeln. Da sei die Taskforce Tourismus mit der TTT auch schon dran, beschied ihm Bierschneider. Sebastian Marschall (FWG) mahnte indes, dass sich auch alle daran halten sollten: „Denn wo viele Infizierte sind, will keiner Urlaub machen.“

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