Leonhardiritt in Warngau 2019
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Leonhardifahrten - das Bild zeigt den Ritt in Warngau von 2019 - fallen heuer vielerorts aus.

Banges Abwarten und Absagen

„Die Hoffnung stirbt zuletzt“: Leonhardifahrten in Coronazeiten

Corona wirft auch heuer wieder einen Schatten über die Leonhardifahrten im Landkreis. Organisatoren berichten, wie es um die Veranstaltungen bestellt ist.

Landkreis – In Bad Tölz fällt der Feiertag aus. Dort ist die Leonhardifahrt heuer erneut abgesagt, wie nun bekannt wurde. Es handelt sich um die größte und bekannteste ihrer Art, aber nicht die einzige. Ganze fünf Leonhardifahrten (plus ein -Ritt) fanden bis Corona im Kreis Miesbach statt. Wie es um sie bestellt ist, haben wir bei den Veranstaltern erfragt. Höchst unterschiedlich fallen die Reaktionen aus – und die Interpretationen der Coronaregeln.

Hundham

Maßvoll optimistisch sind die Hundhamer. Sie hoffen, ihre Fahrt auf freier Fläche trotz Corona durchzuführen. „Schau ma mal. Wir planen ganz normal in Zusammenarbeit mit der Gemeinde“, berichtet Michael Gartmaier vom Organisationskomitee. „Wir versuchen alles, um mit dieser Kultur- und Brauchtumsveranstaltung den Weg in die Normalität in diesen schwierigen Zeiten zu finden.“

Fischhausen

Völlig unklar ist derzeit, ob heuer von Schliersee nach Fischhausen geritten wird. „Mit den momentanen Coronaregeln geht das schon. Ich mache mir aber Sorgen um die neuen Richtlinien, die ab 1. Oktober gelten, denn die Zahlen gehen ja nach oben. Erst dann können wir entscheiden“, sagt der Organisator Leonhard Markhauser. „Die Hoffnung für die circa 50 Gespanne und 1000 Zuschauer stirbt zuletzt.“

Kreuth

Die älteste Leonhardifahrt sei mit den aktuellen Regeln laut dem Landratsamt möglich; ein Infektionsschutzkonzept werde gerade erarbeitet. Der Gemeinderat muss dem Vorhaben noch zustimmen, auch die ansteigenden Coronazahlen stellen eine Hürde dar. Das meldet Kreuths Bürgermeister Josef Bierschneider auf Nachfrage und erinnert: „Auch letztes Jahr sah es im September gut aus, bis am 2. November der Lockdown kam.“ Sicher sei also nicht, dass auch diesen 6. November wie schon vor über 500 Jahren eine Leonhardifahrt in Kreuth stattfinde.

Reichersdorf

Traditionell die erste Fahrt im Kalenderjahr ist die in Reichendorf, dort ruhen dieses Jahr jedoch die Zügel. Die 3G-Regeln auf den Wagen und der notwendige Security-Einsatz, um die Abstände zwischen den Zuschauern zu garantieren, sind Organisator Leonhard Rieder zufolge nicht zu stemmen.

Warngau

In Warngau findet dieses Jahr keine Leonhardifahrt statt. „Ich bin sehr traurig. Nichts können wir machen wegen dem Sch...-Corona“, sagt Organisator Josef Huber. Vor allem könne er sich nicht vorstellen, wie der Kontakt von den Gespannen zu den Zuschauern vermieden werden kann. 40 Gespanne wären sonst durch den Ort gezogen. Heuer zum zweiten Mal nicht.

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