1. Startseite
  2. Lokales
  3. Tegernsee
  4. Kreuth

Kirinus Alpenpark Klinik: Die Sorgen und Ängste der Nachbarn

Erstellt:

Von: Alexandra Korimorth

Kommentare

Unter dem bisherigen Parkplatz der Alpenpark-Klinik soll im Zuge der Erweiterung eine zweigeschossige Tiefgarage für 120 Stellplätze entstehen.
Unter dem bisherigen Parkplatz der Alpenpark-Klinik soll im Zuge der Erweiterung eine zweigeschossige Tiefgarage für 120 Stellplätze entstehen. © Archiv tp

Die Neugestaltung der Kirinus Alpenpark Klinik beschäftigte den Kreuther Gemeinderat einmal mehr. Bevor der Auslegungsbeschluss einstimmig gefasst wurde, galt es Einwendungen zu besprechen.

Kreuth - Das Besondere am Verfahrung rund um die Neu- und Anbauten inklusive Tiefgarage für die Kirinus Alpenpark Klinik ist, dass es sowohl Kreuth, als auch Bad Wiessee betrifft und darum parallel und gleichzeitig in beiden Gremien behandelt wird. So auch jetzt, als Till Fischer von AKFU Architekten die Stellungnahmen und Anliegen erläuterte.

Allen voran die der Wiesseer, die die Planungen weiterhin parallel abgestimmt wissen möchten. Dem stimmten die Kreuther ebenso einstimmig zu wie den Hinweisen aus dem Landratsamt zu öffentlichem Verkehr und Artenschutz, der Regierung von Oberbayern, des Staatlichen Bauamts Rosenheim, des Wasserwirtschaftsamts und der VIVO. Dabei wurde nur festgehalten, dass zu einem späteren Zeitpunkt, falls sich durch den Klinikbetrieb ein erhöhtes Verkehrsaufkommen ergeben sollte, eine Linksabbiegerspur auf der B 318 angelegt werden müsse.

Beim Thema Wasser und Versickerung sei mit keinen negativen Folgen auf die Nachbarn oder das Grundwasser zu rechnen. Allein die eigenen Lichtschächte der Klinik solle man so ausführen, dass dort auch bei einem Starkregenereignis kein Wasser eindringen könne.

Zwei Nachbarn haben Einwände

Die Einwände von zwei Nachbarn beschäftigten das Gremium dafür länger. Da wurde moniert, dass Abstandsflächen zwischen dem Neubau und er sogenannten Chefarzt-Villa nicht eingehalten würden. Das Areal ist auf den Plänen mit zwei Grundstücke ausgewiesen, die aber beide dem Bauwerber gehören und auch nicht als getrennt wahrgenommen werden. Außerdem wurde ein Schattenwurf des Neubaus von bis zu 41 Metern bemängelt, der laut einer Beschattungsstudie einem Nachbarn und einem unbebauten Grundstück im Norden die Sonne nähme. Dazu hieß es: „Die Abstandsflächen nach Norden werden eingehalten und gewahrt.“

Sonderbau darf abweichen

Den Einwand der Nachbarn, dass die Klinik und insbesondere die zur Belichtung der Räume notwendigen Abgrabungen im Widerspruch zur Ortsstruktur und dem Ortsbild stehen, wurde mit den Hinweis abgeschlagen, dass es sich um einen Sonderbau handle. Und der lasse Abweichungen von der üblichen Bauweise zu. „Überdies folgt der Bau dem Grundsatz der Innverdichtung in der neuen Bayrischen Bauordnung“, stellte Till Fischer fest. Der „erheblichen Belastung der Anlieger durch Lärm und Staub“, soll durch Koordinierungsmaßnahmen begegnet werden, die die Baumaßnahmen mit den Anliegern abstimme. Und auch gegen die Fällung einiger Nadelbäume zum See hin hatte die Gemeinde nichts einzuwenden, da sie keineswegs dem Lärmschutz dienten. Dem Verkehrslärm von der B 318 wolle man aber durch eine Tempolimit beikommen.

Bauherr zeigt Entgegenkommen

Martin Walch (SPD) zeigte Verständnis für die Einwände der Nachbarn: „Es ist uns klar, dass es sich hier um ein erhebliches Bauvorhaben handelt. Aber wir haben uns abgestimmt, und was hier entsteht, ist gut für die Gemeinde.“ Überdies habe der Bauherr Entgegenkommen gezeigt und jede Maßnahme einzeln abgestimmt.

Als dann geklärt war, dass die Feuerwehr keine weiteren Mittel brauche, um auch bei den neuen Gebäuden Brandschutz gewähren zu können, billigte der Gemeinderat die erste Änderung des Bebauungsplans und beschloss, ihn öffentlich auszulegen, um Gelegenheit zu Stellungnahmen zu geben.

Auch interessant

Kommentare